CURATED BY QYZQARAS FILM FESTIVAL

IFFI #35

Dieses Programm vereint eine kleine Auswahl an Filmen von Filmemacherinnen aus Zentralasien, die sich mit queeren Erfahrungen, Intimität und nichtnormativen Formen von Zugehörigkeit auseinandersetzen. Es gibt nur wenige davon – und das ist kein Zufall.

Heute stehen diese Filme in einem anderen Kontext – sie dürfen im eigenen Land nicht mehr gezeigt werden. Denn dieses Jahr hat die kasachische Regierung ein Gesetz zur Einschränkung sogenannter „LGBT-Propaganda“ verabschiedet. Als Maßnahme zum „Schutz von Kindern“ präsentiert, verbietet es faktisch jede öffentliche Darstellung queerer Lebensweisen.

Queeres Kino war in Zentralasien schon immer äußerst selten und selbst vor Inkrafttreten dieses Gesetzes wurden solche Filme kaum gezeigt. Nun können wir als direkte Folge dieser Gesetzgebung solche Filme beim Qyzqaras Film Festival nicht mehr zeigen – selbst wenn neue Filme gedreht werden, dürfen sie nicht öffentlich vorgeführt werden.

In diesem Programm sind Spielfilme, persönliche Essays und Dokumentarfilme vereint. Sie versuchen nicht, zu erklären oder zu definieren. Sie bleiben fragmentarisch, oft still, manchmal unaufgelöst. Sie bleiben nah an der gelebten Erfahrung – ihren Widersprüchen, ihrem Zögern, ihrer Schwierigkeit.

Dieses Programm versucht nicht, die queere Gemeinschaft Zentralasiens zu repräsentieren. Es tut etwas viel Einfacheres: Es bekräftigt, dass diese Leben existieren – auch wenn die Strukturen um sie herum versuchen, sie unsichtbar zu machen.

Malika Mukhamejan (Festivalleiterin Qyzqaras Film Festival)