TITASH EKTI NADIR NAAM – DER FLUSS TITASH

Immer wieder zieht es Ghatak an den Fluss, Sinnbild des ewigen Wandels, Metapher für das getrennte Bengalen. Als Ostpakistan nach einem blutigen Unabhängigkeitskrieg Bangladesh wird, kehrt Ritwik Ghatak in seine ostbengalische Heimat zurück, um dort einen Film zu drehen. TITASH EKTI NADIR NAAM erzählt, im Rhythmus mit Ebbe und Flut des Flusses Titash, vom Verschwinden einer Fischerkommune Anfang der vierziger Jahre und zugleich zwei tragische Frauenschicksale: Die eine wird nach ihrer Hochzeit und der Geburt eines Kindes von Flussbanditen entführt, die andere, Basanti, kümmert sich um das verlassene Kind, verliert es schließlich. Zugleich verliert der Fluss sein Wasser: Mit dem fortschreitenden Austrocknen werden die Fischer von grausamen Händlern aus der Stadt vertrieben. Am Ende halluziniert die im Flussbett nach Wasser grabende Basanti sterbend die nächste Generation: Reisfelder, ein kleiner Junge läuft durch diese Felder, und sein Pfeifen auf dem Grashalm bildet ein fernes Echo der Autohupe von AJANTRIK.

Bangaladesh 1973
Regie: Ritwik Ghatak
159min, 35mm; Schwarzweiß; ; OF – in Bengali – mit dt. UT

1996, Archive, Showcase

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