Zhong Qiang

SE JIE – METAMORPHOSIS

Ein soeben geschiedener Taxifahrer zwischen zwei geheimnisvollen, schönen Nachbarinnen und einem gelähmten Mann in einem Wohnblock in Shanghai; vorübergehende Verschlingungen ihrer Lebenswege durch einen Unfall, Affären, ein Mordverdacht. Sie führen beliebige und einsame Leben, Glück scheint mit Anstrengung verbunden, Anstrengung mit Zumutung. Für etwas wie Ereignisse in ihrem Leben sorgen die Orte, die sie einander begegnen lassen, der Wohnblock, das Taxi. Regisseur Zhong Qiang läßt seine Protagonist/innen weniger über Ge-spräche kommunizieren, als über verborgene Blicke einander beobachten: Mittels eines Spiegels, den sich der Taxifahrer auf den Balkon stellt, um seine hübsche Nachbarin ins Visier nehmen zu können, dem Spion an der Tür, Körper werden in Details und Andeutungen zerlegt, Münder, nackte Füße und Beine, Unterwäsche. Die Nicht-Kommunikation ist denn auch die eigentliche Hauptdarstellerin in diesem Wohnblock-Stadtfilm. Nicht zufällig ist die Einzige, die mit allen kommuniziert, die Zeitungsverkäuferin an der Ecke: Sie ist stumm und verständigt sich mit Zeichen, die sie wie Bilder einer anderen, phantastischen Welt in die Luft malt.

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