Yousry Nasrallah

EL MEDINA

Ali ist kindisch, wenn er sich mit einer Zitrone in der Hose hinter die Frauen am Gemüsemarkt stellt, um sie erschrecken. Flüchtender Träumer, wenn er daran glaubt, als Schauspieler groß zu werden. Lässig entspannt, wenn er mit seinen Freunden im Morgengrauen in ausgedienten Autoreifen im Flußwasser treibt und Bier trinkt. Hilflos abwehrend, wenn ihm ein homosexueller Freund seine Liebe gesteht. Als er sich entschließt, nach Paris zu gehen, verlockt ihn mehr die Herausforderung, allein zu überleben, sich und dem Leben etwas abzuringen, als der Gedanke, daß es anderswo besser sei. Paris wird seine mißglückte Odyssee. Der ägyptische Film sei im Niedergang, sagt Yousry Nasrallah. Dennoch träumen 60.000 Ägypter davon, Schauspieler zu sein. „Wenn du verzweifelt bist, sagst du dir, daß das Publikum scheußliche Filme anschauen geht, daß die Welt völlig gleichgeschalten wird, daß wir nach unten angepaßt werden. Aber wenn man mit den Leuten spricht, entdeckt man, daß das nicht stimmt. Jeder lehnt sich gegen etwas auf.“ (Yousry Nasrallah über Film- und andere Helden) Nasrallahs Geschichte des Umherirrens in Städten und inneren Wüsten wurde vor allem inspiriert von dem Gedicht „Die Stadt“ des griechischen Dichters Konstantinos Kavafis. (vt)

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SCHEHERAZADE, TELL ME A STORY

Kairo. Die glücklich verheiratete Hebba moderiert im ägyptischen Privatfernsehen eine erfolgreiche politische Talkshow. Hebbas Mann Karim Hassan ist Redakteur einer Zeitung, deren Chefetage die Arbeit von Hebba kritisiert und ihm nahe legt, Hebba in eine andere Richtung zu lenken. Um eine weitere Scheidung zu vermeiden, gibt Hebba nach und präsentiert eine Reihe von Sendungen, in denen Frauen ihre Geschichten erzählen. Doch gerade diese Geschichten sind politischer als alles andere…

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