Usbekistan

AYOLLAR SALTANATI

Der Schriftsteller und Professor Olmi leidet an einer existentiellen und künstlerischen Krise. Seine schwangere Frau erwischt ihn bei seiner Geliebten und freundet sich mit der vermeintlichen Rivalin an. Olmis Verwirrung erhöht sich, als sein sterbender Freund ihn darum bittet, über seine schöne Frau zu wachen. Auf der Suche nach ihr begegnet er in einer surrealen Traumreise den Frauen seines Lebens. Die anfänglich humoristisch-realistische Erzählweise wechselt rasch in einen phantastischen Ton, Vorstellung und Erleben durchdringen einander. Immer wieder findet sich Olmi im Wachzustand an unwirklich scheinenden Orten und die karge Steppenlandschaft Usbekistans öffnet sich ihm in symbolischen Bildern: die Natur, Mutter Erde – Frauen überall… Seine imaginäre oder wirkliche Reise konfrontiert ihn mit einer seltsamen Frage: Eine Frau lieben oder alle? (nach: trigon film) Yusup Razykov (1957) studierte Philologie in Taschkent, arbeitete als Regisseur (TV) und Drehbuchautor. Wie viele andere zentralasiatische Regisseure war Razykov Schüler von Sergej Solojew. Filmographie (Auswahl): THE LADDER IN THE HOUSE WITH A LIFT (1983 Kurzfilm), I AM GUILTY (1993), ORATOR (1999)

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DILHIROJ (MEN’S DANCE)

Ihre Großmutter sagt Sanam voraus, dass der kleine Toshtemir einmal ihr Mann werde. Zunächst reagiert Sanam erschrocken, Jahre später aber ist sie es, die Toshtemir bei seiner Beschneidung „Beistand“ leistet. Nun gibt es für die Dorfbewohner keinen Zweifel mehr, dass die zwei füreinander bestimmt sind. Doch als Sanam und Toshtemir ins heiratsfähige Alter kommen, kann Toshtemir sich nicht zu einem offiziellen Antrag durchringen. Er glaubt, dass ein Mann seine künftige Frau „erobern“ müsse. Empört über Toshtemirs Zögern verkündet Sanam, sie werde den Sieger des bevorstehenden großen Ringer-Turniers heiraten. Da sieht Toshtemir seine Chance gekommen. Und er besiegt im entscheidenden Kampf einen weitaus stärkeren Mann. Jetzt steht der Heirat nichts mehr im Weg. Dafür tauchen andere Probleme auf: So fragen sich Mütter und Tanten, wie voreheliche Besuche Toshtemirs bei Sanam zu verhindern seien. Die Großmutter kann da nur den Kopf schütteln – wer sei schon bis zur Hochzeitsnacht keusch geblieben? Als aber Toshtemir kurz vor der Hochzeit unerwartet zum Militärdienst eingezogen wird, ist das Entsetzen groß. Und dann stellt Sanam fest, dass sie schwanger ist. Wie soll sie das der Verwandtschaft erklären?

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Fellini

Am wüstenartigen Ufer des Aralsees läßt sich ein höchst unkonventionelles Filmteam nieder, fröhlich gelaunt, verloren zwischen riesigen Schiffswracken, die an bessere Zeiten vor der ökonomischen und ökologischen Katastrophe erinnern. In einem Nachbardorf lebt ein kinobesessener Filmvorführer, spöttisch-freundlich von allen nur „Fellini“ ge-nannt, der soll ihnen als Handwerker helfen, doch träumt er sich selbst als Regisseur, lebt Kino mit jeder Faser seines Körpers. FELLINI-Regisseur Nazim Abbasov erobert inmitten einer vielfach depressiven Umgebung mit dieser usbekischen Hommage an den italie-nischen Meister ein auch vom bosnischen „Jugostalgiker“ Emir Kusturica als entfernten Verwandten bewohntes, phantasiesprühendes, leider nur im Kino existentes Allerweltsland, voll skuriller TraumtänzerIn-nen, schöner Lügen, farbenprächtiger Des-Illusionen, freudig gelebten Beschädigungen, Schadenfreuden, Freuden…

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OTBEGI (HORSE’S HEALER)

Ein alter Pferdeheiler kommt einem todkranken Schimmel zu Hilfe. Er träumt davon, ihm die Freiheit zu schenken, stellt sich aber auch vor, dass das Tier vielleicht bereits am nächsten Tag sterben wird. Der Heiler betet zu Allah und gibt dem Pferd in der Nacht zu fressen. Der Schimmel kommt allmählich wieder zu Kräften, sodaß er bald in Freiheit mit der Wildpferdeherde davongaloppieren wird. Eine Fabel, die uns daran erinnert, welchen Stellenwert das Pferd in Usbekistan hat.

Usbekistan 2001
Regie: Turaniyoz Kalimbetov
20 min, 35mm, Farbe, ohne Dialog

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Oydinoy

Das kleine Mädchen Oydinoy, das in einem usbekischen Bergdorf lebt, hofft jeden Tag darauf, in die Schule gehen zu dürfen. Aber sie ist erst fünf Jahre alt und zu klein. Die charaktervolle, aber unschuldige Oydinoy spielt Violine, tanzt wunderbar und bastelt Puppen. Sie lebt in einer Traumwelt mit wunderbaren Menschen und Tieren, alles ist liebenswert und poetisch um sie herum. Schranken verhindern ihre Weltsicht nicht. Nazim Abbasov gewann den „Filmpreis des Landes Tirol“ im Jahre 2002 mit FELLINI. Beim IFFI 08 wurde ihm eine Hommage gewidmet.

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QUDUQ – DER BRUNNEN

Turaniyoz Kalimbetov hat einen kurzen Film über einen Brunnen gemacht – mit einer Videokamera, die ihm in Innsbruck von den Festivalgästen geschenkt wurde.

Uzbekistan 2003
Regie: Turaniyoz Kalimbetov
24 min, Video, Farbe, OF

THE ETERNITY WHEEL

Seit Generationen wird in Qurol Ota´s Familie das Töpfern gelehrt. Seit er blind ist, führt sein Sohn Fakhritdin das traditionsreiche Familienunternehmen fort. Das Töpfern ist für ihn nicht nur eine Arbeit um zu Überleben, sondern eine Philosophie, bei der man das Töpferrad schnell und gleichmäßig bewegen muss. Das Rad muss den Füßen gehorchen und mit den Händen gestaltet man Kunstwerke für die Ewigkeit. Er sagt man erschafft eine neue Welt; man hält eine Welt in Händen. Das Leben geht vorbei, doch die Tradition bleibt bestehen, solange es Liebe und somit einen Nachkommen gibt.

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