Türkei

Araf – Somewhere in Between

Die hübsche Zehra und der gut aussehende Olgun verbringen die meiste Zeit ihres jungen Lebens damit, in der Cafeteria einer Autobahntankstelle zu arbeiten. Alles an ihrer Umgebung erscheint vergänglich. Die meisten Bewohner der Gegend sind auf der Suche nach einer neuen Zukunft in die große Stadt gezogen. Aber Zehra, Olgun und ihre Freunde sind immer noch da, irgendwo zwischen der Vergangenheit und einer ungewissen Zukunft. Zehra träumt, dass die Liebe sie weg von ihrem sinnlosen Job und Leben zu Hause mit ihrer strengen altmodischen Mutter bringen kann. Sie beginnt, sich für einen älteren LKW-Fahrer, Mahur, der viel Zeit auf der Straße, verbringt zu interessieren. Während Zehras Verlangen nach Mahur sich in eine tragische erste Liebe verwandelt, wird ihr rebellischer Freund Olgun immer frustrierter. Zehra und Olgun erleben eine harte Zeit. Aber der Abschied von ihrer kindlichen Unschuld wird ihnen durch Liebe und Hoffnung erleichtert.

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ENCOUNTER

Sinan und Mahmut lernen sich während der Therapiestunden in einer Klinik kennen. Der Architekt Sinan macht sich für den Unfalltod seines Sohns verantwortlich.

Türkei 2003
Regie: Ömer Kavur
123 min, 35 mm, Farbe, türk. OF mit engl. UT

GIZLI YÜZ

Als eine Frau unter Hunderten von Fotografien aus einem Nachtclub ein Gesicht entdeckt, das sie lange Zeit nur in ihren Träumen sehen konnte, verlässt sie innerhalb von zwei Tagen alles, was ihr zwanzig Jahre lang wichtig war. Sie verschwindet spurlos mit dem Mann auf dem Foto, einem Uhrmacher, der das Geheimnis der verborgenen Magie der Zeit und des Sinns des Lebens kennt. Der junge Fotograf, von dem die Bilder stammen, macht sich selbst auf die Suche nach der geheimnisvollen Frau.

Türkei 1991
Regie: Ömer Kavur
114min, 35mm, Farbe, OmU

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Journey to the Sun

Zwei junge Männer aus entgegengesetzten Regionen der Türkei begegnen sich zufällig in Istanbul und werden Freunde. Beide hoffen auf eine bessere Zukunft und versuchen in der Großstadt ihr Glück. Berzan stammt aus einem kurdischen Dorf im äußersten Osten und schiebt als fliegender Händler jeden Morgen seinen Karren mit Musikkassetten in die Stadt. Mehmet ist erst kürzlich aus der Westtürkei hier angekommen und findet einen Job bei den Wasserwerken. Mehmet hat es nie interessiert, dass Berzan Kurde ist. Was für ihn zählt, sind die Träume der beiden, die Freude am Zusammensein, die Nähe, die wohl tut. Berzan sehnt sich nach seinem Heimatdorf zurück, wo er glaubt, dass seine Verlobte auf ihn warten würde, während Mehmet sich in Istanbul in die feinfühlige Arzu verliebt hat. Sie war in Deutschland aufgewachsen. Inzwischen ist Arzu in ihre alte Heimat zurückgekehrt und muss hier erleben, wie rasch man in Verdacht kommen kann, der politischen Opposition anzugehören.

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Life on their Shoulders

Life on theirs Shoulders ist die Geschichte von Ayhse, Fatma, Havva, Hatice, ein kurzer Teil ihres Lebens. Die Geschichte davon, wie sie zu den Plateaus hochklettern, Tausende von Metern hoch, im endlosen Regen und der Flut, zusammengedrückt unter der schweren Last auf ihren Rücken. Vielleicht ist dies tatsächlich die Geschichte davon, wie die Frauen dort seit Jahrhunderten ihr Leben auf ihren Schultern tragen.

Türkei 2014
Regie: Yeşim Ustaoğlu
39 min, DCP, Farbe, OmdU

MASUMIYET

Yusuf kommt nach 20 Jahren aus dem Gefängnis und weiß nicht wohin. Er lernt die Sängerin Ugur kennen, die mit ihrer kleinen Tochter Celim und Bekir in einem billigen Hotel lebt. Nachdem sich Bekir aus Eifersucht umbringt, übernimmt Yusuf dessen Rolle. Doch eines Tages verschwindet Ugur und läßt ihre kleine Tochter bei Yusuf zurück.

Türkei 1997
Regie: Zeki Demirkubuz
110 min, 35mm, Farbe, OmU

AYIS SIKINTISI

Ein beschauliches Dorf in Anatolien. Wogende Sonnenblumenfelder. Goldenes Korn. Kühlender Wind weht durch den schattigen Wald. Muzaffer, von Beruf Filmemacher, kehrt mit seiner Videokamera in das Dorf seiner Kindheit zurück, um seinen nächsten Film vorzubereiten. Die Suche nach geeigneten Hauptdarstellern führt ihn zurück zu seiner Familie, die jedoch selbst mit Problemen zu kämpfen hat: Sein Vater Emin muß den kleinen Wald, den er auf seinem Grundstück gepflanzt hat, vor der Konfiszierung durch die Behörden retten. Ali, sein 9jähriger Neffe, wünscht sich eine Spieluhr und ist eifrig damit beschäftigt, dieses Ziel zu erreichen, während Saffet, Muzzaffers Cousin, die Aufnahmeprüfung für die Universität abermals nicht geschafft hat und Istanbul damit ein Traum in der Ferne bleibt. Muzaffer ist so sehr mit der Planung seines Films beschäftigt, daß er die realen und unmittelbaren Schwierigkeiten dieser Menschen, die von ihm für seinen Film als „Protagonisten“ ausgesucht sind, nicht bemerkt. Unsensibel gegenüber seiner Familie verfolgt er sein Projekt. Nuri Bilge Ceylan schuf einen leisen Film im Strom des Windes, bei dem Andreij Tarkovski und Yasujiro Ozu Pate standen. CLOUDS OF MAY besticht durch seine schönen Bilder und die behutsam erzählte Geschichte. (tk) „Alle, die in einer Großstadt leben, vor allem diejenigen aus meiner Generation, haben Angst, etwas sehr Wichtiges zu verlieren. Aber was?“ (Nuri Bilge Ceylan) • Wettbewerb Filmfestival Berlin • Jurypreis Anger 2001 Nuri Bilge Ceylan (1959 Istanbul) hat erst Ingenieur gelernt, dann Film studiert. Nach KASABA (1998), ist Mayis Sikintisi sein zweiter Langspielfilm.

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MEIN HAUS STAND IN SULUKULE

Sulukule ist ein historischer Stadtteil Istanbuls und gleichzeitig die älteste Roma-Siedlung der Welt. Bis zu den 1990ern lebten die Roma dort von ihrer Musik und dem Tanz. Sulukule beherbergte fast 40 Veranstaltungsräume, die bei den Türken und bei Touristen beliebt waren, bis die Clubs geschlossen wurden. 2005 beschloss die Stadtverwaltung, das Viertel zu sanieren, was nichts anderes heißt, als mit Gewalt ein neues nobles Villenviertel zu errichten, und die Roma, die es sich nicht mehr leisten können dort zu wohnen, werden hinausgeworfen…

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MUTLULUK – HAPPINESS

In einem entlegenen Dorf in Ostanatolien wird die 17jährige Meryem bewusstlos aufgefunden. Sie hat ihre Jungfäulichkeit verloren und wird von ihrer Familie in einem Verschlag eingesperrt. Vetter Cemal, ein Exsoldat, nimmt Meryem mit nach Istanbul. Dort soll das Mädchen nie ankommen, doch die Dinge entwickeln sich anders als geplant. Und in Istanbul gelten andere Werte.

Türkei/Griechenland 2007
Regie: Abdullah Oguz
126 min, 35mm, Farbe, OF mit dt. UT
Kerala Film Festival 2007, In Kooperation mit InterKulturTage

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Pandora’s Box

Als drei Geschwister in ihren 40ern eines Abends je einen Anruf bekommen, dass ihre alternde Mutter aus ihrem Haus an der türkischen westlichen Schwarzmeerküste verschwunden ist, machen sich die drei aus Istanbul auf den Weg, um sie zu finden, und vergessen zumindest für kurze Zeit die Probleme, die sie in ihrem eigenen Leben und untereinander haben. Aber je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto größer wird die Spannung zwischen ihnen, so als würde die Büchse der Pandora aufspringen. Es wird ihnen klar, dass sie sehr wenig voneinander wissen und ihre liebenswerten Schwächen erkennen müssen. Es ist der Enkel, der sich schließlich der anrührenden Großmutter annimmt und sie so nimmt, wie sie ist.

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Powder Keg – Bure Baruta

Begleitet durch einen Zeremonienmeister im Kabarettstil, ist der Film (der im Februar 1998 spielt, als die Unruhen im Kosovo begannen) eine krasse Darstellung des Höllenlochs, das Jugoslawien geworden ist. Der Film begleitet verschiedene Charakteren in einer eiskalten Winternacht in Belgrad, von denen einige sich schließlich begegnen werden. Ein junger Mann, der aus Versehen in das Auto eines anderen kracht, wird zuhause von Verbrechern überfallen, die das einzige Foto seiner verstorbenen Mutter zerschlagen; ein schwer verletzter Polizist begegnet dem Mann, der ihn zusammengeschlagen hat; ein verzweifelter Muskelprotz ermordet seinen besten Freund mit einer Flasche, bevor er sich selbst und ein aufgewühltes Mädchen mit einer Granate umbringt; eine Busfahrt wird zu einer Höllenfahrt und, wie bei den meisten anderen Szenen, wird mit sinnloser unkontrollierter Gewalt durchgeschossen; eine erschütternde Szene, die das Ertrinken eines entfremdeten Ex-Verlobten enthält, weist auf die Unmöglichkeit der Liebe hin…

JUG, MAZ, F, GR, TRK 1998
Regie: Goran Paskaljević
100 min, Farbe, 35mm, OmdUT
FIPRESCI Award – Venice IFF 1998 FIPRESCI Award – European Film Academy 1998 Grand Prix (Golden Anchor) – Haifa IFF 1998 Grand Prix (Golden Orange) IFF 1998 Bronze Camera 300 (Milan Spasić) – ICFF Manaki Brothers 1998 Film of the Year in Yugoslavia Voted

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Remake, Remix, Rip-off

Ein türkischer Tarzan, Rambo oder Dracula? Im Istanbuler Yeşilçam -Kino gibt es sie alle. Erfolgreiche und herrlich absurde B-Movies, die die großen westlichen Blockbuster ohne Scham und Copyright kopierten, imitierten und auf ihre ganz eigene raue Art neu erfanden. Die Plots waren haarsträubend, die Schauspieler übermotiviert, die Stunts halsbrecherisch – ein Universum des Exzesses. Cem Kaya nimmt uns entlang vieler Filmausschnitte mit auf eine liebevoll nostalgische Entdeckungsreise in die Goldene Ära des türkischen Trash-Kinos.

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SÜT – MILK

Yusuf, der gerade seinen Schulabschluss gemacht hat, ist sich über seine Zukunft auf dem Land nicht ganz sicher. Seine größte Leidenschaft ist es Gedichte zu schreiben und einige seiner Gedichte werden sogar schon in Literaturzeitschriften veröffentlicht. Aber einstweilen arbeitet er weiter in dem Milchladen seiner alleinstehenden Mutter, auch hier mit unsicheren Zukunftsaussichten. Als im Dorf die ersten Supermärkte eröffnen, verliert die Familie ihre Existenzgrundlage. In seinem Film thematisiert Regisseur Semih Kaplanoglu den Weg der Türkei nach Europa am Beispiel einer Frau und ihres Sohnes in einer anatolischen Kleinstadt.

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Waiting for the Clouds

Im Jahre 1975 lebt die sechzigjährige Ayshe in einem türkischen Fischerdorf westlich von Trabzon, wo sie seit dem Tod ihrer älteren Schwester zunehmend vereinsamt. Der Nachbarsjunge Mehmet, zu dem sie ein großmütterliches Verhältnis entwickelt hat, sorgt sich um sie. Niemand weiß um Ayshes seit fünf Jahrzehnten gehütetes Geheimnis: Vor ihrer Adoption war sie die Tochter orthodoxer pontischer Griechen, die in der Türkei lebten. Ihr Taufname war Eleni. Fünfzig Jahre nach der Separation von ihrem Bruder, von dem sie als Kind getrennt wurde, nun willens, ihre eigenen Wurzeln zu erkunden und den verlorenen Bruder zu finden, reist sie nach Griechenland.

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YERALTI / INSIDE

Herr Muharrem ist ein Beamter, der früher Schriftsteller sein wollte, diese Ambition aber – wie auch fast alle anderen – aufgegeben hat. Er verbringt seine Tage damit zu rauchen, zu beobachten, vor Allem aber damit, seine Einsamkeit zu zelebrieren. Einen Abend mit seinen verhassten alten Schriftstellerfreunden nutzt er um mit der Welt zu brechen, und seine Misanthropie ins Unerträgliche zu steigern. Zeki Demirkubuz überträgt Dostojewskis Aufzeichnungen aus dem Kellerloch in das Ankara von heute, und schafft einen verlorenen Charakter, und eine Bildsprache von unglaublicher Tiefe.

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KÖPEK

Ein Tag in der Millionenstadt Istanbul. Cemo, ein zehnjähriger Papiertaschentuchverkäufer, Hayat, eine tyrannisierte Ehefrau, und Ebru, eine transsexuelle Prostituierte – sie alle versuchen, den Traum der großen Liebe in die Tat umzusetzen. Eine schnörkellose Geschichte über Sehnsucht, Liebe, Schicksal, Ungerechtigkeit und Gewalt.

Filmpate: Länderzentren der Universität Innsbruck

Regie: Esen Isik
Schweiz 2015
98min, OF­dUT