Tschad

ABOUNA – DER VATER

Haroun erzählt vom Alltag im Tschad, einem der ärmsten Länder der Erde, von seinen weiten Horizonten, von der Sehnsucht nach dem Meer, von Glück und Trauer, vom Leben ohne Vater, von einer sehr kurzen Kindheit und von der innigen Beziehung zweier Geschwister.

Tschad/F 2002
Regie: Mahamet-Saleh Haroun
85 min, 35 mm, Farbe, arab.-franz. OF mit dt. UT
Official Selection 34ème Quinzaine des Réalisateurs, Cannes 2002

AU LOIN DES VILLAGES – FERN DES DORFES

Im April 2006 mussten 13.000 Dajos flüchten und fanden Unterschlupf auf der Ebene von Gouroukoun im Osten des Tschad. Alle sind sie Überlebende des Krieges in Darfur. Sie haben ein Lager gebaut und eingerichtet, haben sich eingeschlossen und eine Form des Überlebens gefunden. Der Autor seinerseits hat sich in dieses Gefängnis ohne Mauern begeben. In ruhigen, geduldigen Aufnahmen erzählt er von der endlos wirkenden Zeit des Wartens. Ein Leben in Zeitlupe, das schwebt, ausgesetzt in der Armut. Flüchtlinge erzählen, Kinder machen Zeichnungen vom Krieg, Mädchen singen Kriegslieder: Ein Film vom Krieg ohne ein einziges Kriegsbild.

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DARATT (Dry Season/Trockenzeit)

Mit 15 Jahren macht sich Atim auf die Suche nach dem Mann, der seinen Vater getötet hat. Er kommt nach N’Djamena, der Hauptstadt des Tschad, wo er sich nach dem Mörder umhört. Dieser, Nassara, führt inzwischen eine kleine Bäckerei. Atim gelingt es, sich dort als Lehrling anstellen zu lassen. Eine eigenartige Beziehung entwickelt sich zwischen den beiden Männern, in die Nassaras Frau die Zärtlichkeit einbringt, nach der sich beide sehnen.

Tschad/Frankreich/Belgien/Österreich 2006
Regie: Mahamat-Saleh Haroun
93 min, 35 mm, Farbe, OF mit dt. UT
Festival: Mostra del Cinema Venedig 06 (Jurypreis); In Kooperation mit Südwind Tirol

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DARESALAM

Tschad in den siebziger Jahren. Ein Land, das im 20. Jahrhundert ausschließlich Kolonisation, zu selbstherrlicher Despotie entartete Freiheit, vage Träume demokratischer Rebellen und für den Großteil der Bevölkerung elendigliche Hilflosigkeit erlebte. Dörfliche Idylle, Erntezeit, Zeit der Zuversicht, zwei Bauernsöhne glauben noch, den Übergang vom Kind- zum Mannsein mit natürlicher unschuldiger Höflichkeit und vorsichtigen Träumen von zukünftigen Frauen spielend leicht erleben zu dürfen, aber jäh werden sie – von Soldaten brutal unterstützten und inszenierten Staatshäuptlingen – zum militanten Widerstand gezwungen. Lernen Speere gegen Gewehre tauschen, von demokratisch-sozialistischen Idealen träumen, die „eigentlich ur-afrikanisch sind, teilt doch jeder im Dorf mit dem Ärmsten“. Nicht mehr. Regisseur Issa Serge Coelo: „Bauern und Handwerker griffen zu den Waffen, um sich gegen ein blutrünstiges autokratisches Regime zu wehren. Der Krieg wurde zum mächtigsten Wirtschaftsfaktor des Landes und Gewalt zur einzig möglichen Form der Kommunikation.“ Und dennoch setzt er seinen Film dagegen, läßt Momente unverschütteter, zärtlicher Anständigkeit sichtbar, detailreich und hoffnungsvoll sprechen.

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DP75 TARTINA CITY

Adoum möchte eine Reportage über die Lage seines Landes, des Tschad, im Ausland verbreiten. Bei einer Durchsuchung im Flughafen wird er jedoch verhaftet und in den Folterkeller des von Oberst Koulbou geleiteten Gefängnisses gebracht. Seine Situation scheint ausweglos. Hava, die zweite Ehefrau des Obersten, die täglich die Kränkungen und Demütigungen ihres Mannes und dessen erster Frau zu erdulden hat, will diesem unerträglichen Leben entfliehen…

Tschad/F 2007
Regie: Serge Issa Coelo
88 min, 35mm, Farbe, OF mit engl. UT
Fribourg Filmfestival 2008

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Grigris

Grigris ist die vielleicht schillerndste Figur des afrikanischen Kinos: Als Tänzer mit einem lahmen Fuß wird er in den Nachtclubs von N’Djaména gefeiert. Am Tag hält er sich als Fotograf über Wasser und lernt dabei die schöne Mimi kennen. Als sein Stiefvater plötzlich krank wird, setzt er alles aufs Spiel und lässt er sich mit Benzinschmugglern ein. Regie-Altmeister Mahamat-Saleh Haroun vermischt virtuos Liebesgeschichte und Gangstergenre mit fiebrigen Stimmungsbildern und politischer Mileustudie.

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UN HOMME QUI CRIE

Früher war Adam ein bekannter Wettkampfschwimmer, nun ist er schon dreißig Jahre lang glücklich als Bademeister in einem Luxushotel in N’Djamena, der Hauptstadt des Tschad. Als chinesische Investoren das Hotel übernehmen, wird Adam aber zum Parkplatzwächter degradiert. Außerdem bedroht der Bürgerkrieg sein bisher friedliches Leben: Die Rebellen rücken aus dem Norden zur Hauptstadt vor, und der District Chief stellt ihn vor die Wahl – entweder spendet er Geld für den Kampf gegen die Aufständischen, oder sein Sohn Abdel wird gewaltsam eingezogen. Adam hat nicht genug Geld.

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