Tsai Ming-liang

NI NEI PIEN CHI TIEN – WHAT TIME IS IT THERE?

Während ein vom Leben enttäuschter Familienvater stirbt, seine gegen diesen Tod revoltierende Witwe wahnsinnig zu werden droht und beim Anblick eines alten Photos zu onanieren beginnt, träumt sich sein Sohn, Uhrenverkäufer in Taipeh, in die Parallelwelt einer Zufallsbekanntschaft, unterwegs nach Paris. Da er ihr nicht nachreisen kann, stellt er kurzerhand alle Uhren in Reichweite um sieben Stunden zurück, zeitnah. Vielschichtig, assoziativ erzählt Tsai Ming-Liang poetisch, humorvoll, trostlos von Ritualen der Sehnsucht, fragmentierten Alltagserfahrungen, verstümmelten Träumen: „ Eigentlich wollte ich einen Film über viele Verluste drehen und warum nach jedem Tod die Zeit schneller zu vergehen scheint.“ So erzählt er nebensächlich hauptsächlich von grandiosen unterschiedlichen Welten, Taiwan-Europa, Sohn-erträumte Freundin, toter Vater-überlebende Mutter… Und gemeinsamen Sehnsüchten, elementaren Defiziten, nicht angestrengt, fast heiter…

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