Tizza Covi

DAS IST ALLES

Jasnaja Poljana, ein kleines Dorf in der Kaliningrader Region, ehemals Ostpreussen, nach 1945 mit Bewohnern aus den verschiedensten Sowjetrepubliken neu besiedelt. Heimatort für unfreiwillige Nomaden, mit trockener Wehmut singt einer ein altes Lied: „Ich bin ein Wanderer in fremden Landen…“, ein Armenier präsentiert seine Frau als lebenserhaltende Dekoration, ein Rußlanddeutscher philosophiert am Acker zwischen Disteln und Kartoffeln: „Wie die Menschen so wächst das Vieh“, fast nebenbei weht der Wind politischer Entscheidungen über private Geschichte(n) und hinterläßt Wolkenschatten in den Gesichtern und auf den Feldern, seltenen Bäumen und kargen Lebensräumen. Respektvoll, fast zärtlich haben sich Tizza Covi mit dem Tonband und Rainer Frimmel an der Kamera dem Landstrich und seinen Menschen anvertraut, hingegeben, auf das sie überreich beschenkt wurden: Mit kleinen Gesten der Vergeblichkeit, Liedern voller Hochmut und Traurigkeit und mit dem bedrückenden Satz von Nadja, die mit Alexej schon zu lange in diesem Dorf lebt: „Wir warten nur, daß sie uns beerdigen, wenn ihr wiederkommt, werden wir schon nicht mehr da sein.“

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