Spanien

A LOS GURKOS SHORT FILM FESTIVAL 2010

Ja, in Tirol existiert eine Kurzfilm-Szene und ja, auch in diesem Jahr gibt es wieder ein Festival, bei dem sie aufblitzen wird: Die sechste Ausgabe des „A Los Gurkos Short Film Festivals“ widmet sich eine Woche lang Kurzfilmen aus Tirol, Umgebung und der ganzen Welt. Herzstück des Festivals ist der Kurzfilmwettbewerb. Films in Competition: HUNDSTAG (Emir Handzo, AT 2010) 3 min MENAGE Á TROIS (Matteo Sanders, AT 2010) 10 min MACRO KINGDOM (Clemens Wirth, AT 2010) 3 min DESPERATE WOMAN (Elisabeth Melkonyan, AT 2009) 2 min MIPIM STOP-MOTION PROJECT (Maximilian Raggl, AT 2010) 5 min

read more

AQUÍ Y ALLÁ

Pedro kehrt nach ein paar Jahren als Hilfsarbeiter in New York in sein Dorf in Mexiko zu seiner Familie zurück, wo er auf seine beiden Töchter trifft, die mitten in der Pubertät stecken. Die jüngere der beiden versucht sofort ihm näher zu kommen, aber die ältere hält ihn auf Abstand. Teresa, seine Frau, hat immer noch das selbe Lächeln. Sie fühlt, dass er in den USA eine andere Frau hatte, und ist auch in den intimen Momenten noch sehr vorsichtig. Mit seinen Ersparnissen versucht Pedro nun seine Version des American Dream als Musiker mit seiner Band, den Copa Kings. Die vielen Jahre seiner Abwesenheit haben ihn und die Leute in seinem Dorf aber sehr verändert…

read more

BARROCO

Lose orientiert an Alejo Carpentiers Roman Barockkonzert , lässt Leduc einen Mexikaner und einen kreolischen Kubaner Eckpunkte der Geschichte der vermeintlich neuen Welt vermessen. Sie landen in Europa, erleben die Aufführung von Vivaldis Oper Montezuma und erahnen wie in Europa von der Eroberung Amerikas erzählt wird. BARROCO ist die spielerische Gegengeschichte der glorifizierten Conquista. Ohne Dialog, nur mit den Mitteln der Musik, entwirft Leduc vor dem Hintergrund blutgetränkter Geschichte eine Utopie: Den wahrhaftigen melting pot. BARROCO vermittelt seine Inhalte ausschließlich durch Bilder und Musik. Leduc montiert die Abfolge der verschiedenen historischen Epochen wie einen Abriß der Musikgeschichte des lateinamerikanischen Kontinents: Im Andante drei traditionelle mexikanische Rhythmen (Tanz der Concheros, Tanz der ‘Moros y Cristianos’ und der Tanz der Paragüeros); ungeschicktes Getänzel der Conquistadoren trifft auf die tänzerische Leichtigkeit der indianischen Urbevölkerung; im Contradanza magisch-mythische Tänze der Schwarzen bei der Ausübung des Yoruba-Kultes; im Rondo maurische Tänze und Rumba; im Finale Vivaldi, Salsa im Tropicana und Pop in einer mexikanischen Vorstadtdisco.

read more

CARTAS DEL PARQUE

Juan und María verlieben sich ineinander. Ohne es zu wissen, offenbaren sie sich mit Hilfe desselben Schreibers, Pedro, der vom Verfassen von Liebesbriefen lebt. Bald schon beginnen sich Worte und Gefühle der drei selbständig zu machen. Tomás Gutiérrez Alea: „Jetzt, mit einigen Jahren auf dem Rücken, ergriff ich die Gelegenheit, mich in einer solchen Geschichte wiederzuerschaffen: Ich habe aus dem Vollen gelebt und das läßt mich vielleicht dieses Universum aus Blumen, glänzenden Postkarten, verwundeten Herzen und launischen Engeln, deren Pfeile nicht immer das Ziel treffen, besser verstehen. Ein Universum, in dem die Poesie der gemeinsame Nenner ist: von den Erfindungen unserer Jahrhunderts und der größten Entdeckung aller Zeiten, der Liebe.” (Cinematograph – Schriftenreihe Band 5)

read more

CORAZÓN VERDE (GREEN HEART)

In Patagonien zeichnet sich eine ungewöhnliche Gefahr ab. Ein großer, multinationaler Aluminium-Konzern will an diesem von der Welt größtenteils vergessenen Ort eine Fabrik errichten. Das Hauptquartier der Firma liegt auf den dezidiert steuerschonenden Cayman-Inseln. Die geplante Fabrik würde die zweitgrößte der Welt sein – und die Erste, die in einem Naturschutzgebiet errichtet werden würde. Luis Sepúlveda und Diego Meza interviewen die in diesem Gebiet ansässige Bevölkerung, welche den Konflikt zwischen Globalisierung und dem Traum eines würdevollen Lebens hautnah erlebt.

read more

DOLLAR MAMBO

Im Salon Panama, einem schäbigen kleinen Nachtclub, treffen sich zur Zeit der amerikanischen Invasion in Panama jeden Abend Jugendliche, Kleinkriminelle und Hafenarbeiter, um die Vorstellungen der Variétekünstler und Showtänzerinnen zu sehen. Die Stimmung ist ausgelassen, bis eine Gruppe amerikanischer Soldaten das Lokal stürmt und eine Tänzerin vergewaltigt wird. Die Amerikaner bestehen darauf, dass das Programm fortgesetzt wird… DOLLAR MAMBO ist ein Film, der völlig ohne Dialoge auskommt, die Bedeutung wird durch Tanz, Musik und Pantomime transportiert.

read more

EL ENTUSIASMO

Fernando, Guillermo und Isabel treffen sich 1980 und werden Freunde. Alle drei sind Anhänger des utopischen Konzepts von einer unabhängigen Republik und lehnen den wilden Kapitalismus, den die Militärjunta mit Gewalt eingeführt hat, ab. Zehn Jahre später treffen sie sich wieder in einer Stadt an der peruanischen Grenze, wo Fernando ein Reisebüro eröffnet hat. Die Zeit der Militärdiktatur ist vorbei, Fernando hat einen Sohn mit Isabel und Guillermo ist verbittert und desillusioniert, weil er seinen Kampf um Freiheit verraten sieht. Jetzt verkauft er Reportagen an europäische Fernsehanstalten, früher war er engagierter Dokumentarist. Fernandos Unternehmen beginnt zu blühen, in dem er voll Enthusiasmus dubiose Geschäfte mit Spekulanten treibt. Zwischen Fernando und Guillermo steht Isabel. Ricardo Larraín, der bedeutendste chilenische Filmemacher der Zeit nach Pinochet, choreographiert diese Dreiecksgeschichte in der faszinierende Wüstenlandschaft des Nordens seiner Heimat, gibt ihr eine symphonische Note und Chiles Nationaldichter Pablo Neruda dient als Leitmotiv. Der kleine Miguel ist den Entwicklungen ausgeliefert, stellt aber Fragen an seine Eltern und an die Vergangenheit. Pinochet ist noch immer präsent, doch für Geld und Touristen ist Fernando sogar bereit, seine Familie zu opfern. Die Träume, für die man unter der Diktatur gelitten hat, werden im aufblühenden Kapitalismus verscherbelt. „Larraín beschreibt den schwierigen Umgang mit der neu gewonnenen Freiheit, und er schafft dies in einer visuell und musikalisch ebenso gewagten wie spannungsvollen Art.” (Frankfurter Rundschau)

read more

EL INMORTAL

Die Geschichte der Familie Rivera ist nur eine von vielen über den Krieg in Nicaragua. Sie zeigt, wie eine Familie auseinander gerissen wurde und wie die Söhne sich gegenseitig bekämpften. Am Ende dieses bewaffneten Konflikts war das Land verarmt, und die getrennten Familien kamen wieder zusammen. Jeder versuchte die Erinnerung an die Wunden aus dem Krieg, an die Toten, die man im Gedächtnis trug, an die Schuld und an den gegenseitigen Hass zu überwinden.

Nicaragua/Mexico/Spanien 2005
Regie: Mercedes Moncada Rodríguez
78 min, 35 mm, Farbe, OF mit dt. UT
Festivals: San Sebastian 05, Berlinale 05, Cine Latino 05

read more

EL ÚLTIMO TREN

Ein großes Hollywood-Studio hat für ein neues Filmprojekt eine historische Lokomotive aus Uruguay gekauft. Drei Veteranen wollen das nicht hinnehmen. Unter dem Schlachtruf „Unser nationales Erbe steht nicht zum Verkauf!“ entführen sie die Lok und reisen entlang der aufgelassenen Bahnlinien Uruguays, verfolgt von der Polizei und dem Käufer aus Hollywood. Der Zug kann nicht gestoppt werden, die „Entführer“ mutieren zu Volkshelden. Ein humorvolles „Railmovie“, ein tragikomischer Western ohne Cowboys und Pistolen, eine melancholische Rebellionskomödie.

read more

ESPERANDO AL MESIAS

Der Film erzählt die halbautobiographische Geschichte von Ariel, einem jüdischen Jungen in seinen frühen Zwanzigern, der zwar stolz auf seine Wurzeln ist, aber eine Identitätskrise durchmacht, als er eine faszinierende – bisexuelle und katholische – Filmemacherin kennenlernt. Und er erzählt die Geschichte von Santamaría, einem Bankangestellten, der mit seinem Job auch sein Eheglück und seine Selbstachtung verliert. Ariel verlässt seine Umgebung, um die Welt kennenzulernen. Santamaría wird von seiner Umwelt ausgeschlossen und zieht los, um sich selbst zu finden. ESPERANDO AL MESIAS schildert die persönlichen Beziehungen zwischen Menschen aus den winzigen Mikrokosmen, von denen moderne Großstädte wie Buenos Aires umgeben sind.

read more

FACCIA A FACCIA – VON ANGESICHT ZU ANGESICHT

Der Geschichtsprofessor Brad Fletcher (Gian Maria Volontè) muss nach Texas um seine Lungenkrankheit zu kurieren. Nach einem Überfall fällt er in die Hände des Banditen „Beauregard“ Bennet (Tomas Milian). Aufgrund ihrer jeweiligen Situation sind die beiden zunächst aneinander gebunden. Im Laufe der Zeit beginnen sich die beiden Protagonisten zu respektieren. Fletcher wird, zunehmend faszinierter von der Ursprünglichkeit und Gewalttätigkeit des Outlaw-Lebens, von Bennet in seine Bande, die „Wilde Horde“ aufgenommen…

read more

FRESA Y CHOCOLATE

Der Soziologiestudent David und der Künstler Diego treffen sich in Havannas berühmter Eisdiele „Coppelia“. Diego ist homosexuell und der jüngere David gefällt ihm. Aus der beabsichtigten Verführung wird Freundschaft, die nicht unkompliziert verläuft, da sich ein militanter Studienkollege Davids einmischt. Und da ist noch Nancy, Diegos Nachbarin, die den afrokubanischen Göttern mehr vertraut als ihren eigenen Fähigkeiten und die ein Auge auf David geworfen hat.

Kuba / Mexico / Spanien 1993
Regie: Tomás Gutiérrez Alea
110min, 35mm; Farbe; Dolby-Stereo; span. OF mit dt. UT

read more

GUANTANAMERA

Kuba – ein ungewöhnlicher Leichentransport und ein Lastwagen folgen der gleichen Route von Guantánamo bis Havanna, jedoch aus sehr unterschiedlichen Gründen. Die Trauergäste, der Beerdigungsinstitutsbeamte Adolfo, seine Frau Gina und Cándido, der sein Leben lang in Ginas Tante verliebt war, und die tote Yoyita müssen sich einem neuen wirtschaftlichen Staatsplan für Totenüberführung fügen. Mariano, ein eingefleischter Verführer, und Ramón, sein vertrauter Freund, fahren den Truck auf ihrem gewöhnlichen Weg und treffen die Trauergesellschaft. „Man sollte nicht glauben, daß GUANTANAMERA Geschosse gegen die Misere auffährt: Das pralle karibische Leben, der joviale Ton von Heiterkeit, den die Autoren ihm verleihen und der Optimismus, mit dem die Liebesgeschichte beleuchtet wird, gleichen alles aus und legen einen Tropfen Poesie auf die geliebte Insel.” (La Vanguardia/Madrid) „Im Mittelpunkt steht die offenbar unzerstörbare Vitalität kubanischer Menschen, die sich an ökonomische, gesellschaftliche und politische Schwierigkeiten, die sie nicht beseitigen können, anpassen und ihre Alltagsprobleme mit lebensbejahender Zuversicht und originellen Ideen zu lösen versuchen.” (Multimendia) Tomás Gutiérrez Alea und Juan Carlos Tabío gelang es, von der ersten Szene an bis zum Finale auf dem Colon Friedhof jenen optimistisch-fröhlichen Grundton beizubehalten, der auch das auf Kuba so populäre Lied „Guantanamera” prägt. Der Ohrwurm erzählt zwar die völlig unpolitische Geschichte eines Mädchens vom Lande, doch die Botschaft zwischen den Zeilen, nämlich die Kritik an der amerikanischen Präsenz auf Kuba, wurde stets als solche verstanden. Die gilt auch für die Komödie GUANTANAMERA, ein ebenso kurioses wie auch heiteres Road-movie mit bemerkenswertem Tiefgang.” (Salzburger Nachrichten) „Diese Geschichte beruht auf Fakten. Wir haben die absurden Dinge nicht erfunden. Sie sind Teil unserer alltäglichen Realität.” (Tomás Gutiérrez Alea)

read more

IL BUONO, IL BRUTTO, IL CATTIVO – ZWEI GLORREICHE HALUNKEN

Zur Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs ziehen die zwei Gauner Tuco (Eli Wallach) und „der Blonde“ (Clint Eastwood) mit einem neuen Weg zur Gehaltsaufbesserung durch den Westen: der Blonde liefert Tuco gegen Kopfgeld beim nächstgelegenen Sheriff ab, doch wenn sein Partner gehängt werden soll, rettet ihn der Blonde vom Galgen. Als die Beiden auf die Spur einer gestohlenen Armeekasse stoßen, kommt ihnen der kaltblütige Kopfgeldjäger Sentenza (Lee Van Cleef) in die Quere. Der Ausgang für eine, im wahrsten Sinne des Wortes, explosive Schatzsuche…

read more

IL MERCENARIO – DER GEFÜRCHTETE

Mexiko, 1915. Der Söldner Kowalski (Franco Nero) wird von dem Minenbesitzer Garcia (Eduardo Fajardo) für einen Silber-Transport nach Texas engagiert. Doch Kowalski spielt ein falsches Spiel. Er wird auch von den revoltierenden Arbeitern Garcias engagiert. Kowalski unterstützt die Aufständischen gegen die Armee, die Garcia zur Hilfe ruft, und rettet den Arbeiterführer Paco (Tony Musante) vor seinem Erzfeind, dem dandyhaften Revolverheld Ricciolo (Jack Palance). Ricciolo schwört Rache…

read more

JUAN DE LOS MUERTOS

In Kuba bricht eine Seuche aus, die die Menschen in Fleisch fressende Zombies verwandelt. Laut dem kubanischen Staatsfernsehen handelt es sich dabei um eine von den USA gesteuerte Konterrevolution. Um aus der Katastrophe Profit zu schlagen, bieten sich die Kleinganoven Juan und Lazaro als Zombiekiller an. Doch als die Seuche immer weiter um sich greift, wird auch für die Protagonisten die Situation immer aussichtsloser, so dass sie beginnen, nach Auswegen aus der verfahrenen Situation zu suchen.

read more

KLEINES TROPIKANA – Tropicanita

uriges Kuba. Havanna in den 90er Jahren. In der Dunkelheit einer tropischen Sommernacht wird im Hinterhof eines großen Hauses die Leiche eines deutschen Touristen aus dem Schwarzwald gefunden. Am Rücken hat er Engelsflügel umgeschnallt, in der Hand hält er eine Flasche Schnaps. Für die lokale Polizei ist der Fall schnell klar: Betrunkener Ausländer stürzte bei einer wilden Party vom Dach. Einzig den Polizeileutnant Lorenzo lässt der Fall nicht los, und er beginnt gegen den Willen seines Chefs auf eigene Faust zu recherchieren. Was hatte dieser Ausländer in Kuba gemacht? Welche Rolle spielte sein Vater, der vor 40 Jahren eine Bar mit dem Namen „Tropicanita” betrieb? Die Untersuchung nimmt immer haarsträubendere Wendungen, und als Lorenzo am Ende die Lösung seinem Vorgesetzten präsentiert, wirkt diese nicht unbedingt wahrscheinlich, aber so verrückt und abenteuerlich, dass man glatt einen Film daraus machen könnte. Alle Fiktion ist Lüge, besagt ein geflügeltes Wort aus Kuba. Aber die Lüge, so heißt es da weiter, sei lediglich die außer Kontrolle geratene Vorstellung einer Wahrheit. Der Kubaner Daniel Díaz Torres, 1995 mit der Komödie QUIEREME Y VERAS, macht mit seiner jüngsten Produktion KLEINES TROPIKANA klar, dass die Grenzen zwischen dem Erfundenen und dem Wirklichen, zwischen dem Erlogenen und dem Wahren, zwischen der Phantasie und der Realität fließend sind. Und dass das eine das andere durchfließt, die magische Wirklichkeit sprießt. Seine Hauptfigur Lorenzo ist ein vorbildlicher Polizist aus der Provinz, der dichtet, und so ist es nicht weiter erstaunlich, dass er uns eine Geschichte erzählen möchte, die von ihm handelt und vielleicht sogar wahr ist, sicher aber schön erfunden. Er tut auf alle Fälle so, als sei sie wahr, indem er sie gleich zweimal dokumentiert, faktisch belegt und damit natürlich auch zeigt, wie leicht man im Kino den Leuten etwas als Wahrheit verkaufen kann. Der Deutsche aus dem Schwarzwald (Kuckucksuhr mit Dirndl) soll unter anderem an einem Dokumentarfilm gearbeitet haben über die kubanische Seele. Er wusste zu berichten, wie unglaublich es sei, eine Kubanerin zu lieben, was wiederum den Polizeioffizier im Detail sehr interessiert hätte. Von den Ursachen des mysteriösen Todes des deutschen Touristen gibt es am Ende gleich mehrere Versionen, von denen die irrwitzigste jene ist, dass der Tourist ein Bruder des Polizisten war. Geschrieben hat KLEINES TROPIKANA Kubas erfolgreichster Drehbuchautor Eduardo del Llano, der auch am Buch zu ALICIA EN EL PUEBLO DE MARAVILLAS von Daniel Díaz Torres mitwirkte und für Fernando Pérez das Buch zu LA VIDA ES SILBAR verfasste. Man hätte seine liebe Mühe, aus den Fadensträngen, die er und Díaz Torres ausklügelt, einen einzelnen herauszunehmen, um zur Gewissheit zu gelangen: So war es. Doch just diese Gewissheit wollen uns die beiden Kubaner nicht vorgeben. Im Gegenteil: Sie zeigen uns, dass es eine Gewissheit nicht gibt. (Texte aus: Trigon Film Magazin Nr. 10, erhältlich an der Kinokasse) Die Urfassung des Drehbuches zu KLEINES TROPIKANA hat Eduardo del Llano mit Unterstützung des Otto Preminger-Institut in St. Sigmund im Sellraintal geschrieben. Die österreichische Erstaufführung von KLEINES TROPIKANA fand im Rahmen des Internationalen Film Festival Innsbruck im Jahre 1998 statt, wo der Film vom Publikum zum Lieblingsfilm gewählt wurde.

read more

LA VIDA ÚTIL – A USEFUL LIFE

Seit über 50 Jahren gibt es die Cinemateca Uruguaya. Nun kann sie sich die Miete und Reparaturen nicht mehr leisten und muss schließen. In dieser fiktiven Erzählung, deren schwarzweißes Bild so staubig wirkt wie das alte Kinogemäuer mit seinen schrulligen Betreibern, begleiten wir Jorge bei seinen letzten Arbeitstagen nach 25 Jahren Dienst, einen geknickten Mann. Verständlich, Jorge ist ohne die Kinemathek ein einziges filmisches Zitat. Glücklicherweise geht das Leben – nicht zuletzt durch den Einsatz der Filmmusik spannend – weiter.

read more

LISTA DE ESPERA

Auf der Warteliste – der „Lista de espera” – stehen sie alle, die Passagiere, die sich in diesem kubanischen Bus-Terminal treffen. Und weil all diese klapprigen Busse zusammengebrochen oder überfüllt sind, geht bald das Gerangel um die letzten Plätze los. Der zerfallende Busterminal mit den vergeblich wartenden Fahrgästen ist eine hübsche Metapher für den Zustand der kubanischen Gesellschaft, und der einstige Co-Regisseur von FRESA Y CHOCOLATE (1993) und GUANTANAMERA (1994) gewinnt der Story von Arturo Arango noch eine zusätzliche raffinierte Erzählperspektive ab. Solidarität und Verliebtheit, Futterneid, Schlitzohrigkeit und schließlich ein fast schon utopisches Gemeinschaftserlebnis machen den Film zum verschmitzten Vergnügen. (nach: epd Film 8/2000; Film 9/2000; Presseheft) „LISTA DE ESPERA ist kubanisches Kino, wie man es sich (auch) hier zu Lande wünscht, mit heißen Tanzszenen, feurigen Fressgelagen, Liebesgeschichten und Ehrenhändeln. Aber zugleich ironisiert der Film genau diese Versatzstücke, indem er sie perspektivisch fast unmerklich verschiebt.” (Michael Sennhauser) „Eine Parabel um eine Utopie, um einen gemeinsamen Traum, der realisierbar ist, wenn alle anpacken – darin schwingt noch eine Aufbruchstimmung mit, die hier zu Lande schon längst nicht mehr zu finden ist, weder in der Politik und schon gar nicht im Film.” (Rudolf Worschech)

read more

LOS PERDEDORES – DIE VERGESSENEN

Sie waren Francos Kanonenfutter: 90 000 Marokkaner kämpften im Spanischen Bürgerkrieg auf Seiten des Generals. Unter Zwang und mit falschen Versprechen waren sie in die Armee gepresst worden. Obwohl viele noch Teenager waren, erwiesen sie sich als entscheidend für den Sieg Francos. Doch der spanische Staat hat ihr Opfer nie anerkannt, die Überlebenden, mittlerweile spanische Staatsbürger, erhalten nicht einmal eine Rente.

Marokko/D/E 2006
Regie: Driss Deiback
80 min, Beta SP, Farbe, OF mit dt. UT
Berlinale 2007

read more

MARADONA BY KUSTURICA

Den Regisseur und sein Filmobjekt vereint nicht nur ihre Liebe zum Fußball (im Stadion von Belgrad zeigt Kusturica sein Geschick und zaubert gemeinsam mit Maradona), es vereint sie auch die antiamerikanische und antiimperialistische Einstellung. Maradona, der nicht von seinem Jahrhunderttor gegen England von 1986 sprechen kann, ohne den Falklandkrieg der Engländer gegen Argentinien zu erwähnen, trifft auf einen Serben, der die Bombardierung Belgrads durch die Nato wohl nie vergessen wird.

read more

MIEL PARA OSHUN

Der Literaturprofessor Roberto, ein gebürtiger Kubaner aus Miami, kehrt 32 Jahre nach seiner Ausreise nach Kuba zurück, um seine Mutter zu suchen.

Kuba/Sp 2001
Regie: Humberto Solás
126 min, 35 mm, Farbe, span. OF mit engl. UT

NADA + (Nichts mehr)

In Havanna kämpft Carla gegen Langeweile und ihre Chefin. Sie betätigt sich als Fee und schreibt liebevolle Briefe an Menschen, denen sie nie begegnet ist. Und natürlich gibt es einen jungen Postboten, der ein Auge auf sie geworfen hat. Als sich die beiden näher kommen, erhält sie plötzlich die Möglichkeit, mit einer von ihren Eltern in Miami gewonnenen Green Card das Land zu verlassen…

Kuba/I/F/Sp 2002
Regie: Juan Carlos Cremata
88 min, 35 mm, Farbe und s/w, span. OF mit engl. UT

read more

NOWHERE (NINGUNA PARTE)

1980: Der Geheimdienst eines lateinamerikanischen Landes kreist eine Gruppe von Regimegegnern ein, die aus folgenden Personen besteht: einem Studenten, der dem Boxsport verfallen ist (Leonardo Sbaraglia), einem homosexuellen Koch (Daniel Fanego), einem ernüchterten Universitäts-Lektor (Andrea Prodan), einem Fabrikarbeiter, der den Bolero liebt (Jorge Perugorria), und einem Friseur, der den Tango bevorzugt (Luigi Maria Burruano). Die Gefangenen werden zu einem in der Wüste liegenden, verlassenen Bahnhof mit dem Namen „Nowhere“ gebracht, wo sie von Soldaten bewacht werden. Trotz der Umstände, in denen sie sich befinden, lassen sich die menschliche Wärme und der spielerische Umgang miteinander nicht zerstören. Mit Hilfe eines Abenteurers (Harvey Keitel), eines Wüstenbewohners (Fernando Guillen Cuervo) und eines schönen Mädchens (Laura Mañá) planen die Gefangenen die Flucht, die für ihre Verfolger und für jene, welche den wahren und beunruhigenden Geist der Freiheit erlebt haben, unvergesslich bleiben wird. „Nowhere ist eine Reise ins Herz der erstaunlichsten Utopien.“

read more