Sérgio Bianchi

CRONICAMENTE INVIAVEL

In kleinen bissigen Szenen zeigt Sérgio Bianchi, was im heutigen Brasilien untragbar ist, vom Nord-Süd-Gefälle über den gewöhnlichen Rassismus und die Polizeigewalt bis zur Verdrängung des Elends. Als Störfaktor der Festlichkeiten zum 500. Jahrestag der Entdeckung Brasiliens hinterläßt der Film einen nachhaltigen Eindruck. Sérgio Bianchi: „Ich wolle einen Film über die brasilianische Identität drehen. Ich wollte vermeiden, was bereits alle anderen machen, nämlich europäische oder amerikanische Produktionen kopieren, in der stets vergeblichen Hoffnung, einen raschen Erfolg zu verbuchen. Die Situationen im Film entsprechen Erfahrungen, die mein Co-Autor oder ich gemacht haben. In erster Linie lag mir jedoch daran, den totalen Mangel an Solidarität zu beschreiben, diesen eigentlichen Riß, der sich, wie ich täglich feststelle, durch die menschlichen Beziehungen zieht.“ (Viennale 2000) Sérgio Bianchi (1945 Ponta Grossa) arbeitete als Darsteller, Kameramann und Regieassistent, bevor er 1972 seinen ersten Kurzfilm drehte. Filmographie (Auswahl): MATO ELES? (1982 Dok), ROMANCE (1988), A CAUSA SECRETA (1994)

Brasilien 2000
Regie: Sérgio Bianchi
101 min, 35mm, Farbe, OmeU

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