Serge Issa Coelo

DARESALAM

Tschad in den siebziger Jahren. Ein Land, das im 20. Jahrhundert ausschließlich Kolonisation, zu selbstherrlicher Despotie entartete Freiheit, vage Träume demokratischer Rebellen und für den Großteil der Bevölkerung elendigliche Hilflosigkeit erlebte. Dörfliche Idylle, Erntezeit, Zeit der Zuversicht, zwei Bauernsöhne glauben noch, den Übergang vom Kind- zum Mannsein mit natürlicher unschuldiger Höflichkeit und vorsichtigen Träumen von zukünftigen Frauen spielend leicht erleben zu dürfen, aber jäh werden sie – von Soldaten brutal unterstützten und inszenierten Staatshäuptlingen – zum militanten Widerstand gezwungen. Lernen Speere gegen Gewehre tauschen, von demokratisch-sozialistischen Idealen träumen, die „eigentlich ur-afrikanisch sind, teilt doch jeder im Dorf mit dem Ärmsten“. Nicht mehr. Regisseur Issa Serge Coelo: „Bauern und Handwerker griffen zu den Waffen, um sich gegen ein blutrünstiges autokratisches Regime zu wehren. Der Krieg wurde zum mächtigsten Wirtschaftsfaktor des Landes und Gewalt zur einzig möglichen Form der Kommunikation.“ Und dennoch setzt er seinen Film dagegen, läßt Momente unverschütteter, zärtlicher Anständigkeit sichtbar, detailreich und hoffnungsvoll sprechen.

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DP75 TARTINA CITY

Adoum möchte eine Reportage über die Lage seines Landes, des Tschad, im Ausland verbreiten. Bei einer Durchsuchung im Flughafen wird er jedoch verhaftet und in den Folterkeller des von Oberst Koulbou geleiteten Gefängnisses gebracht. Seine Situation scheint ausweglos. Hava, die zweite Ehefrau des Obersten, die täglich die Kränkungen und Demütigungen ihres Mannes und dessen erster Frau zu erdulden hat, will diesem unerträglichen Leben entfliehen…

Tschad/F 2007
Regie: Serge Issa Coelo
88 min, 35mm, Farbe, OF mit engl. UT
Fribourg Filmfestival 2008

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