Senegal

BOULEVARDS D’AFRIQUE – BAC OU MARIAGE

Soukey ist gerade dabei, das Abitur an einem Gymnasium in Dakar zu machen, als sie erfährt, dass ihr Vater sie zur dritten Frau des alten Direktors einer Erdnussfabrik, des sehr eleganten Herrn Gueye, bestimmt hat. Soukey weigert sich und läuft davon. Ihre Freunde beschließen, den Plan scheitern zu lassen. Als Soukey einen jungen Juristen aus Paris kennen lernt, ist es Liebe auf den ersten Blick. Als auch noch Herr Gueye verhaftet wird, weil er zu schnell reich geworden ist, da ist Soukey außer sich vor Freude. Nur die Eltern sind verzweifelt. Aber die jungen Leute verzeihen den Alten und zwingen sie, der Farandole zu folgen, die auch Gueye befreit. Boulevards d’Afrique ist nach der gleichnamigen musikalischen Komödie von Tam-Sir Doueb entstanden.

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CEDDO

Senegal 1976
Regie: Ousmane Sembène
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Des Étoiles

Endlich hat es Sophie geschafft nach Turin zu kommen. Sie verließ Dakar, um dort mit ihrem Mann zu leben. Aber als Sophie bei dessen Wohnung ankommt, ist Abdoulaye schon längst mit einem Freund nach New York aufgebrochen. Seine einzige Anlaufstelle dort: der Laden von Sophies Tante. Aber diese will er nicht behelligen aus Angst Ärger zu bekommen, weil er Sophie in Turin zurückgelassen hat. Als Abdoulaye sich endlich durchringt Mamy Falls Laden aufzusuchen, ist diese mit ihrem 19-Jährigen Sohn schon auf den Weg nach Dakar.

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GUELWAAR

Aufgrund einer Verwechslung ist der Körper des Katholiken einer muslimischen Familie übergeben worden, die ihn schon begraben hat. Die vertrackte Situation führt zu religiösen und politischen Konflikten. Nebenbei offenbart sich, dass Guelwaar auf Befehl eines Abgeordneten ermordet worden ist, nachdem er eine Brandrede gegen die korruptionsfördernde Entwicklungshilfe gehalten hat.

Senegal/F/D 1992
Regie: Ousmane Sembène
105 min, 35 mm, Farbe, OF mit dt. UT
IFFI 1998 (Publikumspreis)

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La Pirogue

Eine Piroge ist ein einfacher Schiffstyp, ein Einbaum, der eigentlich zum Fischen genutzt wird. In LA PIROGUE wird er aber kurzerhand zum Schicksalsträger umfunktioniert, denn das Boot soll eine Gruppe Afrikaner über die Kanaren in das vermeintliche Paradies Europa bringen. Doch die Überfahrt entpuppt sich schnell als lebensgefährliche Herausforderung. In dem politisch motivierten Drama wird der Blick auf die Ereignisse im Boot fokussiert und bringt damit das Publikum näher an das unbequeme Geschehen heran, als ihm vielleicht lieb ist.

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LE FRANC

Senegal 1994
Regie: Djibril Diop Mambéty
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L’ABSENCE – DIE ABWESENHEIT

Adama, ein erfolgreicher Wissenschaftler, lebt glücklich in Frankreich und denkt nicht mehr an seine Großmutter und seine taubstumme Schwester in Senegal. Ein alarmierender Brief aus der Heimat zwingt ihn aber, zurückzukehren. Er findet ein Land im Chaos vor. Es trifft ihn hart, dass seine Schwester als Prostituierte lebt. Instinktiv will er erst seine Schwester bestrafen, entscheidet sich aber bald dafür, ihren Zuhälter zu verfolgen, was Konsequenzen mit sich zieht. L’ABSENCE präsentiert Senegal mit all seinen Widersprüchen – wir sehen schreckliche Gewalt genauso wie liebevolle Freundschaft.

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MADAME BROUETTE

Mati hat ihren Mann Naago erschossen, als er betrunken in die heimatliche Hütte taumelte. Rück-blende: Mati, die sich als Madame Brouette mit einem Karren auf dem Markt über Wasser hält, hat ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden. Als ihre Freundin von deren Mann misshandelt wird, nimmt Mati sie bei sich auf. Matis Geschäftssinn schreckt auch vor Schmuggel nicht zurück. Beim Verhör auf der örtlichen Polizeistation weiß sie den korrupten Polizisten Naago zu bezirzen, wird ihn dann aber so schnell nicht wieder los – bis zum finalen Schuss.

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MOOLAADÉ

Collé Ardo, die „Mutter Courage“ dieses Films, nimmt vier Mädchen in ihrem Haus auf, um sie vor der Zeremenonie der „Reinigung“ zu bewahren. Sie spannt ein Seil über ihre Schwelle und verkündet „moolaadé“ – das traditionelle Schutzrecht. Niemand darf die Mädchen anrühren, bis sie das Wort ausspricht, das den Schutz aufhebt. Die Bemühungen, die widerspenstige Collé dazu zu bringen, versetzen schon bald das ganze Dorf in Aufruhr: Bald sieht sich jeder gezwungen, sich für eine der beiden Seiten zu entscheiden.

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NDEYSAAN – LE PRIX DU PARDON

Schwerer Nebel und ein schweres Jahr liegen über einem kleinen Fischerdorf. Der Nebel weicht nicht, die Fischer fahren nicht mehr hinaus, das Leben… Stetig wächst die Verzweiflung, ein Wunderheiler soll die Einwohner von ihren Endzeitphantasien erlösen, aber es liegt in den Händen des jungen Mbanik, der allen mystischen Hokuspokus als Scharlatanerie verachtet, die Zukunft der Dorfbewohner zu retten, indem er sich selbst in einen mythischen Helden, wundersamen Märtyrer verwandelt. Mansour Sora Wade adaptierte den gleichnamigen Roman von Mbissane Ngom, der wie er dem Lebu-Fischerstamm an der atlantischen Küste angehört, transformierte die traditionell orale Legendenüberlieferung in faszinierend düstere, farbenfroh pittoreske Kinobilder, zu einem Passionsschauspiel, in dem vor allem die zum Randdasein gezwungenen Frauen verwirrend-widersprüchlich-spannende Reaktionen spüren lassen. Wie in antiken Dramen heiratet Maxoye den Mörder ihres Mannes, um ihn zu rächen, und die Mutter des Toten stellt die Dorfvorsteher samt dem Imam als lächerliche Herrschaftsfiguren bloß, beschämt sie noch mehr, in dem sie dem Mörder verzeiht, und konsequent das Meer zum letztendlich gerechten Richter erhebt.

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TGV

„Held” des Films ist ein sogenannter Car Rapide, ein in vielen afrikanischen Städten populärer Kleinbus, häufig in abenteuerlichem Zustand, mit dem sich nicht nur Menschen über unwegsame Straßen transportieren lassen, sondern in und auf dem auch Haustiere Platz finden. Ein „Train à Grande Vitesse” (TGV) ist der klapprige Bus, der zwischen Dakar im Senegal und Conakry in Guinea verkehrt, wahrlich nicht. Dafür heißt sein Chauffeur Rambo und ist ausgestattet mit unerschütterlicher Zuversicht und grenzenlosem Selbstvertrauen. Die Warnung des Militärs vor aufständischen Stämmen entlang seiner Route schlägt er in den Wind. Es findet sich auch eine kleine bunte Reisegesellschaft, die das Wagnis mitmacht: ein soeben aus dem Amt gejagter Finanzminister und seine Ehefrau, ein Drogendealer, eine Frau auf der Flucht vor der Polygamie, zwei miteinander konkurrierende Schamanen, eine selbstbewußte junge Städterin. Als ein französisches Forscherpaar, das mit einer Karte aus dem 18.Jhdt. reist, an Bord kommt, ist der Mikrokosmos perfekt. „Reisegesellschaft” wird in TGV zu einer Metapher für den Auf- und Umbruch der afrikanischen Gesellschaft. Das Road-Movie führt auf eine Reise durch ein Land, dessen soziales Gefüge seine Dynamik oft aus den scheinbar unüberbrückbaren Gegensätzen von Tradition und Moderne, von archaischen Lebensformen und Hightech bezieht. Jede der mitreisenden Personen repräsentiert einen besonderen Aspekt dieser Gesellschaft. Und dabei hat man es mit einer raffinierten Geschichte zu tun, die charmant mit Versatzstücken aus Komödie, Tragödie und Melodrama jongliert, untermalt von der schnörkellosen und beeindruckenden Musik Wasis Diops – „einer der unterhaltsamsten und klügsten Filme aus Afrika”, sagt Michael Lang. Moussa Touré: „Ich bin ein Afrikaner und ich mache afrikanisches Kino. Aber nicht jenes Kino, das die Europäer meinen, das der Folklore, der Exotik, der Langsamkeit. Dem verweigere ich mich kategorisch. Mein Film ist eine Kamerafahrt, die im Senegal beginnt und ganz Afrika umspannt. Krieg, Leiden und Lebensfreude erleben alle Afrikaner ähnlich. (…) Wenn man in Afrika in ein Sammeltaxi einsteigt, weiß man nie, wer einem gegenüber sitzt. Ein Polygamist, eine geschiedene Frau, ein Drogenhändler, eine seltsame Person, die vielleicht ein Rebellenchef ist.” (nach: epd Film 5/99; votiv 339; movimento 4/01)

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TOUKI BOUKI

„Paris, Paris, Paris! You’re a kind of Paradise on Earth!“ – Eine Aufnahme der Chansonniere Josephine Baker läuft im Hintergrund, die Sehnsucht des jungen Paars Mory und Anta vertonend. Im Dakar der 1970er Jahre ziehen die beiden einen Coup nach dem anderen durch, um sich zwei One-Way-Tickets in ein besseres Leben in der Stadt der Lichter leisten zu können. Doch können sie ihre Heimat tatsächlich hinter sich lassen? Mambetys Spielfilm bestach die Kritiker seiner Zeit besonders durch formale Originalität, seine Thematisierung von Entfremdung und Selbstfindung ist jedoch zeitlos und universal.

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XALA

Senegal 1974
Regie: Ousmane Sembène

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