Schweiz

FROM SOMEWHERE TO NOWHERE

Villi Hermann unternimmt 2006, 2007 und 2008 drei Reisen nach China, mit Andreas Seibert, einem Schweizer Fotoreporter, der in Tokio lebt. Andreas Seibert fängt den Alltag in einem China ein, das sich rasant verändert. Seit mehreren Jahren interessiert er sich für das Problem der internen Migration („mingong“). 150 Millionen Bauern verlassen die ländlichen Regionen, um in den riesigen Städten zu arbeiten. In seinem Film durchqueren der Cineast und der Fotograf China von Norden nach Süden und von Osten nach Westen. Die Bilder von Andreas Seibert werden im BFI Tirol ausgestellt. read more

GENET IN CHATILA

„Ich mußte nach Chatila gehen, um die Obszönität der Liebe und die Obszönität des Todes wahrzunehmen.“ 1982 drang der Foltertod von palästinensischen Flüchtlingen im Lager Chatila bei Beirut durch Jean Genets Netzhaut und holte ihn ein: Nach 30 Jahren hat er noch einmal Literatur geschrieben. Sein Gesicht war wie verbrannt, schildert seine Begleiterin Leila Chahid Barrada, als er aus Chatila zurückkam. Er sperrte sich ein und schrieb, jedem Reflex, den die Niedergemetzelten auf seiner Netzhaut auslösten, jedem Gedanken folgte er in düstere Gänge. Auch solchen: „Das Recht ist auf ihrer Seite, weil ich sie liebe. Doch würde ich sie lieben, wenn das Unrecht sie nicht zu einem Wandervolk gemacht hätte?“ „Memory-composer“ hat man den Schweizer Filmemacher Richard Dindo genannt. In GENET IN CHATILA führt er Mounia ein, eine junge Französin aus algerischem Elternhaus, die Genets Reise zu ihrer Odyssee macht. Ihre uninszenierte Schönheit, ihre unaufdringlich hartnäckige Präsenz, ihre Jugend, die gegen das Vergessen setzt, schlagen eine Brücke zwischen der Solidaritätsbewegung und der „Wickie, Slime and Paiper“-Generation. (vt) • Erwähnung der FIPRESCI-Jury Locarno 1999 Richard Dindo (1944 Zürich) ist Chronist grenzgängerischer Figuren. Filmographie (Auswahl): ARTHUR RIMBAUD (1990), ERNESTO „CHE“ GUEVARA – DAS BOLIVIANISCHE TAGEBUCH (1994), GRÜNINGERS FALL (1997) read more

GLORIOUS EXIT – RUHMVOLLER ABGANG

Garreth Merz, ein Schauspieler mit schweizer-nigerianischen Wurzeln, der in Los Angeles lebt, ist gerade dabei, sich mit seiner Herkunft auseinanderzusetzen, als er erfährt, dass sein Vater verstorben ist. Nach nigerianischer Tradition ist es der Erstgeborene, der sich um das Begräbnis des Vaters kümmern soll. Aber wer ist dieser Vater? Wieso fühlt sich Jarreth gegenüber der Familie, die er kaum kennt, und die sich nie besonders für ihn interessiert hat, moralisch verpflichtet? Für Jarreth beginnt eine Entdeckungsreise zurück zu seiner Herkunft. read more

GREEN OAKS

Im hintersten Winkel Rumäniens kümmert sich George um seine kleine Schwester. Sie sind allein auf der Welt. Doch plötzlich fordert das Schicksal die beiden. Die kleine Schwester Gabi wurde verkauft.

Schweiz 2003
Regie: Ruxandra Zenide
34 min, 35 mm, Farbe, franz.-rumänische OF mit engl. UT
Eröffnungsfilm

GUERRE SANS IMAGES (ALGÉRIE, JE SAIS QUE TU SAIS)

Nach dreißig Jahren Abwesenheit kehrt der algerisch-schweizerische Regisseur Mohammed Soudani in seine Heimat zurück; begleitet vom Fotografen Michael von Graffenried, der seit 1991 regelmäßig nach Algerien reist und die Menschen in ihrem vom Krieg geprägten Alltag fotografiert. Mit einem Fotoalbum in der Hand konfrontieren Soudani und von Graffenried die abgebildeten Personen mit ihrer Vergangenheit. Viele von ihnen wussten damals gar nicht, dass sie fotografiert wurden, und für manche ist es das erste Mal, dass sie über ihre grauenvollen Erinnerungen sprechen.
Mohammed Soudani Geboren 1949 in El-Asnam, Algerien. Kam 1972 als Profi-Fußballer in die Schweiz. Filmstudium am IDHEC (Institut des Hautes Études Cinématographiques) in Paris. Kameramann und Regisseur in Afrika und der Schweiz. 1998 Schweizer Filmpreis für sein Spielfilmdebüt WAA LO FEN DO. Beim IFFI 2010 präsentierte er seinen Spielfilm TAXIPHONE , der in der algerischen Wüste spielt. read more

Hunger-genug ist nicht genug

Es ist eines der schwerwiegendsten und komplexesten Probleme unserer Zeit: der Hunger. Schätzungsweise zwölf Milliarden Menschen könnten heutzutage ernährt werden. Trotzdem leidet eine Milliarde Menschen an Hunger. Wie ist das möglich? David Syz ist als ehemaliger Schweizer Staatssekretär für Wirtschaft, ein Insider der internationalen Entwicklungspolitik. Auf einer weltweiten Spurensuche forscht er nach Zusammenhängen und Lösungen. Und diese liegen gar nicht so weit entfernt.

CH 2011
Regie: Christian Neu, David Syz
76 min, Farbe, DCP, OmdU
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HUNGERN GEGEN WÄNDE

Der zum Tode verurteilte Student Cemal Miran wehrt sich gegen die Schikanen im Gefängnis mit eine Hungerstreik. Er fällt ins Koma. Nachdem das Todesurteil aufgehoben wird, flieht er in die Schweiz.

Schweiz 2003
Regie: Yusuf Yesilöz
52 min, Video (16:9), Farbe, türk.-dt.-kurd. OF mit dt. UT

ISA HESSE-RABINOVITCH – DAS GROSSE SPIEL FILM

Anka Schmid zeigt in diesem Film durch das Verwenden von Archivmaterial, Werkausschnitten und Interviews das eigenwillig, verspielte Werk der außergewöhnlichen Künstlerin Isa Hesse-Rabinovitch. Dieses Portrait zeigt wie sie unter anderem für ihre poetischen Arbeiten in der männerdominierten Schweizer Filmszene der 70er Jahre , trotz internationaler Erfolge, kämpfen musste. Nachdem sie als Illustratorin, Reporterin und Fotografin tätig war, wagte sie nach experimentellen Kurzfilmen mit 67 Jahren den Schritt in das neue Medium Video und hinterließ ein vielfältiges, zeitloses Film und Videowerk. read more

JAGUAR

Der Hirte Lam, der Fischer Illo und der Dorfschreiber Damouré beschließen, nach Accra zu gehen, um ihr Glück zu suchen, denn in Niger will es die Sitte, dass die jungen Leute ins Ausland gehen, bis sie die Aussteuer für ihre Hochzeit beieinander haben. Die drei Freunde gehen zu Fuß weg, und nachdem sie die Grenze illegal überquert haben, trennen sich ihre Wege. Illo wird Fischer bei den Ewé, und Lam wird Parfümhändler. Damouré erreicht Accra, wo er zuerst als Handlanger arbeitet, bald aber zum modischen Mann, zum „Jaguar“, aufsteigt. Nach verschiedenen Wechselfällen kehren sie in ihr Dorf zurück, wo sie in einem Tag verteilen, was sie während mehreren Monaten verdient haben. read more

KEBAB & ROSOLI – EIN FILM MIT HEIMISCHEN UND GEFLÜCHTETEN

ie Idee für diesen Film haben wir entwickelt, nachdem in den 1990er Jahren in der Innerschweiz eine Reihe von gewalttätigen An- und Übergriffen auf Asylsuchende verübt wurde. Mit unserer Collage dokumentarischer Miniaturen wollten wir dieser Ablehnung etwas entgegensetzen: die Asylsuchenden als einzelne Menschen zeigen, denen zu begegnen bereichernd sein kann. Wir haben bewusst davon abgesehen, direkte Äußerungen und Handlungen von Fremdenfeindlichkeit zu zeigen, von denen man sich leicht distanzieren kann. Alltägliche und unscheinbare Begegnungen stehen im Mittelpunkt des Films. (Karl Saurer) read more

LA GUERRE EST FINIE – THE WAR IS OVER

Die Rahmanis und ihre drei Kinder flüchteten 1999 während des Kosovokrieges in die Schweiz. Nach Jahren in ihrem neuen Heimatland sehen sie sich plötzlich mit der Zwangsausweisung konfrontiert. Im verzweifelten Wunsch bleiben zu können, versucht der Familienvater, der ehemalige Musiklehrer Rasim, einen albanische Tanzclub auf die Beine zu stellen, um unterstützende Unterschriften zu sammeln… Der Film wechselt immer wieder die Zeitebenen und zeigt so, wie sich der liebevolle Lehrer und Vater in einen verängstigten, verzweifelten und entwurzelten Flüchtling in der Schweiz verwandelt. Mitko Panov Geboren 1963 in Skopje, Mazedonien. Regiestudium an der Filmschule Lodz, Polen. Lebte von 1988 bis 2004 in den USA . Regieprofessor an der New York University Graduate Film School, UT Austin und an der HFF – Hochschule für Film und Fernsehen München. Gründungsmitglied der New York Film Academy. read more

LIONEL

„Vor vielen Jahren waren Mensch und Löwe Verbündete: Sie beschützten sich gegenseitig. Mit der Zeit aber vergaß der Mensch diesen Pakt und schließlich tat dies auch der Löwe.“ Lionel lebt in der Schweiz, in Locarno, zusammen mit seiner Mutter und seinem Adoptivvater. Er ist gut integriert und hat viele Freunde. Nie aber hat er die Worte vergessen, die sein Großvater ihm in Afrika, kurz vor seinem Tod, anvertraut hatte. Während eines Zoobesuchs fühlt sich Lionel zu einem Löwen im Käfig hingezogen. Der Löwe bittet Lionel, ihn zurück nach Afrika zu bringen.

Schweiz/Côte d’Ivoire 2010
Regie: Mohammed Soudani
86 min, DCP, deutsche Fassung
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LUNA PAPA

Mamlakat ist 17 und träumt davon Schauspielerin zu werden. Leider ist das in dem Dorf in Usbekistan, in dem sie lebt, schwierig. Als eine Theatergruppe auf Tournee in die Stadt kommt, sieht sie ihre Chance gekommen. Die Aufführung selbst verpasst sie, einen der Schauspieler später in der Nacht jedoch nicht. Kurz darauf erfährt sie von ihrer Schwangerschaft. Um herauszufinden, wer der Vater ist, begibt sie sich gemeinsam mit Vater und Bruder in einem alten Auto auf eine Reise quer durch Zentralasien. Dabei treffen sie zwielichtige Gestalten, unter anderem einen Heiratsschwindler. read more

MEINE SCHWESTER MARIA

Maria Schell – ein glanzvoller Name, eine Traumkarriere, ein tragisches Schicksal. Ein spannendes Kapitel internationaler Filmgeschichte voll erzählenswerter Episoden mit dem bitteren Ausgang eines Künstlerlebens.

Österreich/D/CH 2002
Regie: Maximilian Schell
90 min, 35 mm, Farbe, dt. OF

MEMORIA DEL SAQUEO

Als Carlos Menem Ende der 1980er Jahre in Argentinien an die Macht kam, schien seine Wirtschaftspolitik und der folgende Aufschwung des Landes dem IWF der Beweis dafür zu sein, dass der Neoliberalismus und damit die Globalisierung die Wirtschaftsform der Zukunft sein würde. 1998 jedoch war der Traum endgültig vorbei und das Land versank neuerlich in einer schweren Wirtschaftskrise, die 2001 zu Aufständen in der Bevölkerung führte. Solanas thematisiert Korruption, Verschwendung öffentlicher Gelder und kurzsichtige Gewinnmaximierung, die zu der Krise geführt haben, und plädiert für eine gerechtere Welt. read more

MIEL ET CENDRES – HONIG UND ASCHE

Drei Frauen und ihr sehr persönlicher Kampf gegen eine verklemmte tunesische Männergesellschaft stehen im Zentrum dieses Films. Drei Frauen versuchen ihr Leben und ihre Beziehungen mit Männern zu meistern. Obwohl sie aus verschiedenen sozialen Schichten stammen und verschiedenen Alters sind, kreuzen sich ihre Wege und zeigen subtile Formen des Patriachats auf.

Tunesien/CH 1996
Regie: Nadia Farès
80 min, 35mm, Farbe, OmU

Millions Can Walk

Hunderttausende Inder und Inderinnen – landlose Bauern und Ureinwohner – begeben sich auf einen 400 Kilometer langen Protestmarsch von Gwalior nach Delhi, um ihr Recht auf eine würdige Existenz einzufordern. Wie kann man für seine Rechte kämpfen, ohne Gewalt anzuwenden? Mit dieser wichtigen aktuellen Fragestellung strahlt der Film weit über die Grenzen Indiens hinaus. Er zeigt die vielfältigen Facetten des imposanten Protestmarsches und fokussiert dabei auch immer wieder auf die tägliche Realität dieser stolzen Menschen. read more

Mulhapar

Pakistan ist ein Land, welches oft durch seine negativen Schlagzeilen auffällt und in einem Atemzug mit Gewalt und Intoleranz genannt wird. Doch das Dorf Mulhapar in den Ebenen des Punjabs ist geprägt von Vielfalt: Arme und Reiche, Muslime und Christen, Junge und Alte, Frauen und Männer leben hier gemeinsam. In poetischen Bildern porträtiert dieser Film die Bewohner eines pakistanischen Dorfes im Zwiespalt von Traditionen gegenüber dem Einfluss der Globalisierung und zeigt damit eine ganz andere Facette von Pakistan. read more

MUSIKLIEBE

Zwei Musikerinnen und ein Musiker, deren Lebensgeschichten unterschiedlicher nicht sein könnten: Alle drei brachen in ihrer Heimat erfolgreiche Karrieren ab und müssen sich in der Schweiz neu zurechtfinden. Die Pianistin Tamriko Kordzaia aus Georgien unterrichtet neben ihren Konzerten an einer Musikschule, der Komponist und Sänger Samir Essahbi aus Marokko tritt mit seiner Band regelmäßig auf und die Sängerin Ülkü Fazilet Bozkurt aus der Türkei beginnt nun wieder öffentlich aufzutreten. Eine einfühlsame Annäherung an leidenschaftliche MusikerInnen und ihren Neuanfang in der Migration. read more

NAMIBIA CROSSINGS

Die „Hambana Sound Company“ – eine spontan und bunt zusammengewürfelte Gruppe von Musikern aus aller Welt, die sich neu erfinden muss – genauso wie das Land, in dem sie unterwegs ist: Namibia. 12 unterschiedliche Menschen, 12 verschiedene Rhythmen, 12 Träume. Eine nachdenklich-humorvolle Reise von Windhoek nach Epukiro, Marienthal und Tsumkwe bis nach Lüderitz. Und ein Film, der schlussendlich ganz anders wurde, als er geplant war …

Schweiz 2004
Regie: Peter Liechti
92 min, 35 mm, Farbe, OF mit dt. UT
Förderverein Special
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NO MORE SMOKE SIGNALS

Eine Radiostation, einsam auf einem kleinen Hügel in South Dakota, gegründet in den 1970er Jahren von AktivistInnen der indianischen Widerstandsbewegung: KILI RADIO, „Voice of the Lakota Nation“. Ein vergessener Ort zwischen Kampf und Hoffnung, zwischen indianischem Mythos und dem Alltag im ärmsten Reservat der USA. Bei KILI RADIO läuft alles zusammen. Statt Rauchzeichen sendet KILI seine Signale durch die Weite der grandiosen Landschaft, mit einer wunderbaren Mischung aus Humor und Melancholie. read more

OKHOTNIK (The Hunter)

Ein als „Wolfskind“ verrufener Junge und seine verführerische Mutter sowie ein Jäger und Schamane stehen im Mittelpunkt dieser elegischen, zum Teil burlesken Erkundungen menschlicher Begierden, Fähigkeiten und Einsamkeiten. Nachdem der Junge einen Überfall begangen hat, bricht er mit dem Jäger und Liebhaber seiner Mutter zu einer Initationsreise auf.

Kasachstan/F/CH/JAP 2004
Regie: Serik Aprimov
90 min, 35 mm, Farbe, OF mit dt. und franz. UT