Schweiz

ADANGGAMAN

Afrika, 17. Jahrhundert: König Adanggaman kooperiert mit Sklavenhändlern, schickt Ama-zonen in feindliche Dörfer, läßt sie in Brand stecken und die Bewohner/innen für den Sklavenverkauf gefangen nehmen. Vor diesem historischen Hintergrund erzählt Roger Goan M´Bala unsentimental die Geschichte von Ossei, einem, der sich noch nie beugen wollte. Und sich plötzlich mit dem Erniedrigensten aller Zwänge konfrontiert sieht: der Sklaverei. Wie Gesellschaften sich selbst im Fluß der Geschichte empfinden, als Spielball von Stromschnellen oder gegen den Strom schwimmend, als rückwärts marschierende Flußkrebse, als Hechte oder als dessen Futter, so spüren sie sich auch in der Gegenwart. ADANGGAMAN ist der erste afrikanische Film über die Kollaboration eines schwarzen Königs mit den europäischen Sklavenhändlern, ein schmerzhaft kritischer Blick auf bislang verdrängte Zusammenhänge und eine aufbrechende, kommunikative Relativierung klischeehafter Schwarz-Weiss-Malerei.

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AHIMSA – DIE STÄRKE VON GEWALTFREIHEIT

Die Organisation Ekta Parishad unterstützt die indische Bevölkerungsgruppe der Adivasi bei ihrem Kampf um Land und Wasser. Durch gewaltfreien Widerstand sollen ihre Ziele erreicht werden. Der erste Schritt dorthin ist die Festigung der dörflichen Gemeinschaften. Der charismatische Gründer von Ekta Parishad, P.V. Rajagopal, und seine MitarbeiterInnen geben ein Seminar für junge DorfbewohnerInnen, das ihnen helfen soll, Solidarität in ihren Gemeinden aufzubauen.

Karl Saurer Geboren 1943 in Einsiedeln. Studien in Zürich, München, Köln und Osnabrück, M.A. der Medien- und Literaturwissenschaft. Filmpublizistische Tätigkeit. 1980–84 Dozent für Dramaturgie und Mitarbeiter der Studienleitung an der DFFB (Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin). Lehraufträge an Universitäten und Filmschulen. Seit 1970 Drehbuchautor und Regisseur von Spiel- und Dokumentarfilmen. Sein Dokumentarfilm RAJAS REISE war der Eröffnungsfilm des IFFI 2007.

Schweiz/Indien 2012
Regie: Karl Saurer
65 min, DCP, OmU

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AU SUD DES NUAGES

Sion – Bern – Moskau – Ulan Bator – Peking: aus der äußeren Reise der Walliser Bergbauern wird eine innere Reise, und der 70-jährige Adrien findet in der chinesischen Provinz ein Stück Heimat.

Schweiz 2003
Regie: Jean-François Amiguet
79 min, 35 mm, Farbe, franz. OF mit dt. UT

BOBBY

Shit happens, a stopptrickfilm.

Österreich/CH/Can/Lux 2005
Regie: Stefan Holaus
2 min, Video, Farbe
Winner Talent Screen Movie Marathon 2005; Kurzfilmfestival Abidjan

BOLLYWOOD IM ALPENRAUSCH

Die schönsten Liebesfilme des indischen Kinos werden in der Schweiz gedreht. Christian Frei hat die Inder bei ihren Dreharbeiten im Berner Oberland und in den Filmstudios von Bombay beobachtet. Im Mittelpunkt seines Films steht Jakob Tritten aus Zweisimmen, der Mitte der Achtzigerjahre als Erster die indischen Filmcrews auf die Alp brachte. Seine Erfolgsstory gleicht selbst einem Bollywood-Film. „Bollywood“, wie sich Bombays Filmmetropole nennt, produziert mehr als 600 abendfüllende Kinofilme pro Jahr: Traum- und Fluchtwelten für ein Milliardenpublikum. Und immer mehr Inderinnen und Inder besuchen die Schweiz, weil sie das Berner Oberland aus diesen Filmen kennen. Begegnung der Kulturen im und durch das Kino.

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BOUTON

Nur wenige Drehtage standen Res Balzli für dieses einfühlsame filmische Portrait der an Krebs erkrankten Schauspielerin und Puppenführerin Johana Bory zur Verfügung. BOUTON – das ist der Name der selbst angefertigten Marionette, mit der Johana bei ihren Aufführungen Kinder zum Lachen bringt. Gleichzeitig ist er ihr Sprachrohr, ihr Vertrauter und ihr Gegenpart, mit dem und durch den sie über ihre Gefühle und Erfahrungen reflektiert. Zwischen Realität und poetischer Fiktion, zwischen Lachen und Weinen, stellt sie sich Fragen im Bewusstsein ihrer Sterblichkeit.

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BRASILEIRINHO

Ein Dokumentarfilm über den Choro, die erste urbane original brasilianische Musik, die sich im Laufe der vergangenen 130 Jahre zu einer faszinierenden Form moderner tropischer Klänge entwickelt hat. Im späten 19. Jahrhundert begannen brasilianische Musiker in Rio de Janeiro, europäische Melodien mit afro-brasilianischen Rhythmen und der melancholischen Interpretation der Musik der brasilianischen Indios zu vermischen und schufen so den Choro. Dieser wurde, meist instrumental, in Bierhallen ebenso wie in Tanz- und Konzertsälen aufgeführt und gilt als erstes musikalisches Zeugnis der damals entstehenden urbanen Mittelklasse in Rio de Janeiro, dem Schmelztiegel Brasiliens.

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BREAD AND ROSES

Die Mexikanerin Maya arbeitet, genau wie Hunderte andere illegale Einwanderer aus aller Welt, nachts als Putzhilfe in den Büros der Wolkenkratzer von Los Angeles. Sie kann sich mit den menschenunwürdigen Arbeitsverhältnissen und dem praktisch nicht vorhandenen Lohn nicht abfinden. Dass sie den Job nur bekommen hat, weil ihre Schwester Rosa ihrem Chef dafür mit sexuellen Gefälligkeiten danken musste, weiß sie gar nicht. Als der Gewerkschafter Sam Shapiro auftaucht, beginnt Maya mit seiner Hilfe Widerstand zu organisieren.

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Capitaine Thomas Sankara

Ein Archivportrait von Thomas Sankara, dem Mann, der im Alter von 33 Jahren Präsident von Burkina Faso wurde und die Mentalität in seinem Land verändern wollte. Er prägte die Geschichte Afrikas, versuchte die Weltordnung in Frage zu stellen. 25 Jahre nach seinem tragischen, bis heute nicht vollständig aufgeklärten Tod am 15. Oktober 1987 dokumentiert der Film in Bild und Ton die Aussagen dieses außergewöhnlichen Staatschefs, der zweifellos zu den wichtigsten politischen Führern Afrikas des 20. Jahrhunderts zählt.

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César’s Grill

Um das marode Grillrestaurant seines Vaters zu retten, reist der Filmemacher und Vegetarier Darío Aguirre zurück nach Ecuador. Was als skurrile Debatte über Öffnungszeiten, Pommes und Exceltabellen beginnt, entwickelt sich zu einem berührenden Familiendrama.

Schweiz/Deutschland 2013
Regie: Darío Aguirre
90 min, Farbe, DCP, OmdU

CITY WALLS – MY OWN PRIVATE TEHERAN

Die Exiliranerin Afsar Sonia Shafie kehrt 25 Jahre nach der iranischen Revolution in ihr Heimatland zurück und präsentiert mit CITY WALLS einen Film über starke Frauen, die die Lebensbedingungen ihrer Töchter verbessern wollen. Der Dokumentarfilm umreißt ein halbes Jahrhundert von Shafies Familiengeschichte mit Frauen aus drei Generationen im Mittelpunkt: der Großmutter der Regisseurin, ihrer Mutter sowie ihrer Schwester Sona.

Iran/Schweiz 2006
Regie: Afsar Sonia Shafie
92 min, 35mm, Farbe, OF mit engl. UT
Weltfilmtage Thusis 2007

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DELWENDE (Lève-toi et marche)

Das Dörfchen Saaba in Burkina Faso wird vom Unheil heimgesucht. Täglich sterben Kinder auf unerklärliche Weise. Der Ältestenrat glaubt, es handle sich um einen Fluch, und beschließt, mit Hilfe des Siongho-Ritus den Verantwortlichen zu finden. Im gleichen Augenblick gesteht die junge und hübsche Pugbila ihrer Mutter Napoko, sie sei vergewaltigt worden, weigert sich jedoch, den Schuldigen zu nennen. Während eines magischen Ritus bezeichnen die Geister Napoko, die aus dem Dorf gejagt wird.

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DER HUNGER, DER KOCH UND DAS PARADIES

Ein Film in 13 Gängen. Menü: 1. Hors-d’oeuvre froid, 2. Potage, 3. Hors-d’oeuvre chaud, 4. Poisson, 5. Grosse pièce, 6. Entrée chaude, 7. Entrée froide, 8. Sorbet, 9. Rôti, salade, 10. Légumes, 11. Entremets, 12. Savoury, 13. Dessert. „Jedenfalls stimmen wir ein darüber, dass Genusssucht eine der größten Tugenden ist. Wo sie es schwer hat oder gar verlästert wird, ist etwas faul.“ (B. Brecht, Flüchtlingsgespräche)

Schweiz 1981
Regie: Karl Saurer, Erwin Keusch
88 min, 16 mm, Farbe, schweizerdt.-dt. OF

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Der Imker

Der Film erzählt das berührende Schicksal eines Bienenzüchters. Die Wirren des türkisch-kurdischen Krieges haben ihm alles genommen: seine Frau und Kinder, seine Heimat und mit seinen über 500 Bienenvölkern auch die Lebensgrundlage. Geblieben ist ihm nur seine Liebe zu den Bienen und das unerschütterliche Vertrauen in den einzelnen Menschen, egal welcher Herkunft. Nach einer langen und entbehrungsreichen Odyssee hat der Imker dank seiner Leidenschaftfür die Bienenzucht in der Schweiz zurück zum Leben gefunden.

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EIGENTLICH WOLLTEN WIR ZURÜCKKEHREN

Drei in die Schweiz emigrierte Ehepaare stehen vor der Frage, die sie ihr Leben lang begleitete: zurückkehren oder nicht? Jetzt im Alter wird die Antwort dringlich, und auch die Familien der Kinder müssen sich der Entscheidung stellen. Wer betreut die alten Eltern hier oder dort? Die Vorstellung, bald zurückzukehren hielt die aus der Türkei und Jugoslawien Eingewanderten davon ab, die deutsche Sprache zu lernen und sich kulturell zu öffnen. Heute bedauern sie, dass sie sich nicht mehr auf ihr Gastland eingelassen haben. Gleichzeitig re- alisieren sie, dass ihnen ihre Herkunftsländer nicht mehr so vertraut sind.

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EIN LIED FÜR ARGYRIS

Argyris Sfountouris überlebte 1944 vierjährig ein brutales Massaker der deutschen Besatzungsmacht, verlor seine Eltern und 30 Verwandte. Ein Leben lang, charmant und von melancholischer Heiterkeit, hat er sich mit diesem Wahnsinn ausei-nander gesetzt, der ihm als Kind widerfahren ist. Ein Film über die schier unlösbaren Schwierigkeiten einer echten Aussöhnung, die Suche nach Frieden – eine Reise mit offenem Ausgang.

Schweiz 2006
Regie: Stefan Haupt
105 min, Stefan Haupt, 35 mm, Farbe, OF mit dt. UT

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EL MEKTOUB – TAXIPHONE

Wegen einer Autopanne ist ein junges Schweizer Liebespaar gezwungen seine Wüstendurchquerung zu unterbrechen. Sozialer Treffpunkt ist ein kleines Büro mit dem einzigen Münzfernsprecher der Umgebung. Durch die unerwartete Situation lernen die beiden die Menschen und deren Kultur auf ganz unterschiedliche Weise kennen. Während er bemüht ist, den Schaden an ihrem Wagen so schnell wie möglich zu reparieren um die Reise fortsetzen zu können, findet sie schnell Gefallen an der geheimnisvollen Fremde.

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ESCAPE TO PARADISE

Nächtliches Türklopfen löst bei Sehmuz, Delal und ihren Kindern vor allem eines aus: Jagende Angstzustände, körperhafte Erinnerungen an die Razzia türkischer Soldaten, Schläge, Feuer, Schändung. Jetzt sind sie mit Kubanern, Afrikanern, weiteren Kurden in einem Schweizer Asylantenheim, warten auf ihre Vorladung, um dann auf den schicksalsentscheidenden Brief aus Bern weiterzuwarten. Das Ausschlaggebende sei nicht, was Sehmuz widerfahren sei, sondern, daß seine Geschichte glaubwürdig klinge, so die Warnung eines kurdischen Freundes. Narben auf dem Körper seien gut, aber zuwenig. Immerhin werden 90% der Anträge von Kurden abgelehnt. Unter dem Druck von ablaufender Zeit, Alpträumen, in denen sich Gestern und Heute bedrohlich zu vermengen beginnen, kauft sich Sehmuz eine teure, erfundene Geschichte… Regisseur Jacusso hat Drehbuch und Film mit Asylanten aus acht Kulturen erarbeitet. Hauptdarsteller Düzgün Ayhan, der seine Geschichte unter Erinnerungsschmerzen nachspielte, wurde in San Sebastian ausgezeichnet; auf der Heimreise hielt man ihn am Flughafen wegen „seiner Physiognomie“ mehrere Stunden fest… – Am Ende von ESCAPE TO PARADISE formuliert der kleine Sohn von Sehmuz das Dilemma jener, die ins „Paradies“ kommen dürfen: „Müssen wir jetzt für immer hier bleiben?“

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FARISHTAY KIFTI ROST (ANGEL ON THE RIGHT)

Ein alter Glaube besagt, dass jeder Mensch von 2 unsichtbaren Engeln begleitet wird. Der Engel zur Rechten zeichnet die guten Taten auf, der Engel zur Linken die bösen Taten. Am Lebens-ende wird entschieden, ob er in den Himmel oder in die Hölle kommt. Halimas Sohn Khamro wollte vor 10 Jahren sein Glück in Russland versuchen. Halima fürchtet, dass nach ihrem Tod ihr Sarg nicht durch die enge Eingangstür passt und über die Gartenmauer gehoben werden müsste. Um diese Schmach nicht erleben zu müssen, ersinnt Halima eine List: Sie gibt vor, im Sterben zu liegen, damit ihr Sohn zurückkehrt und die versprochene breite, reich verzierte Eingangstür einbaut. Khamro kommt zwar, muss die Reise aber mit von Schwindlern geborgtem Geld finanzieren. Er hofft, mit dem Erlös aus dem Verkauf seines Hauses seine Schulden begleichen zu können, aber alles sieht plötzlich anders aus, als seine Mutter nicht stirbt und er seinen Sohn trifft, von dem er nichts ahnte. Mit diesem Film blieb Usmonov seinen Wurzeln treu. Der Film wurde in seinem Heimatdorf Asht gedreht, wo Realität und Fiktion sich vermischen. Seine Mutter und sein Bruder spielen Halima und Khamro und weitere Familienmitglieder – durchwegs Laienschauspieler – spielen auch in dem Film mit.

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FEDERICA DE CESCO

Mit 16 veröffentlichte sie ihren ersten Bestseller, mit weiteren 80 Büchern schrieb sie sich in die Herzen eines Millionen-Publikums: Federica de Cesco, eine Ikone der Jugendliteratur. Regisseur Jacusso begleitet sie auf ihren Inspirationsreisen nach Japan und Malta, blickt ihr beim Schreiben über die Schulter und verschafft persönlichen Einblick in den Arbeitsprozess und Werdegang der passionierten Schriftstellerin. Darüber hinaus beschreiben die weiblichen Leser, dass de Cescos mutige Protagonistinnen wichtige Vorbilder für sie sind und dem Publikum in Europas schönsten Bibliotheken viel Freude bereiten.

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Forbidden Voices

Der Film erzählt von drei Bloggerinnen in Kuba, Iran und China, die unter Lebensgefahr arbeiten. Yoani Sánchez, Farnaz Seifi und Zeng Jinyan lassen sich von ihren diktatorischen Regimen nicht einschüchtern. Die jungen Frauen repräsentieren eine vernetzte Generation moderner Widerstandskämpferinnen, die mit ihren Blogs, mit Facebook, Youtube und Twitter, die staatlichen Informationsmonopole ihrer Länder ins Wanken bringen. Die Schweizer Dokumentaristin Barbara Miller begleitet die modernen Rebellinnen und zeigt, wie sie die Missstände in ihren Ländern anprangern, dabei politischen Druck aufbauen und weltweit Resonanz auslösen.

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FORGET BAGHDAD

Zu Beginn der 50er Jahre mussten 54.000 kommunistische Iraker jüdischer Herkunft ihre Heimat verlassen und nach Israel auswandern. Dort lebten sie in Not und Bedrängnis, Opfer eines „inneren“ Chauvinismus und Rassismus, der in der internationalen Öffentlichkeit weitgehend ignoriert wurde. Die Kraft des Films beruht auf der kunstvollen Erzählweise, die den Faden von Samirs eigenem Schicksal, das Zeugnis von vier nach Israel geflohenen irakischen Kommunisten und Intellektuellen jüdischer Herkunft sowie Gedanken über das Kino als Wiege der kollektiven Fantasie eng ineinander verwebt. Valentino, Stummfilmstar im Beduinengewand, oder Paul Newman als jüdischer Befreiungskämpfer sind Ikonen, die von der im Film geschilderten Realität in Frage gestellt werden. Gestützt auf seine Erkundungen, entwirft der Autor ein ungeschminktes Porträt Israels, das jeden Juden arabischer Herkunft zu Gunsten jener, die auf Grund ihrer europäischen Abstammung den ruhmreichen Staatsgründern gleichen, systematisch diskriminiert.

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