Sandra Werneck

PEQUENO DICIONÁRIO AMOROSO

Ausgerechnet auf einem Friedhof in Rio de Janeiro lernen sich Luiza und Gabriel kennen. Beide sind Mitte 30 und haben in Herzensangelegenheiten schon so Manches erlebt: Sie verließ gerade ihren Liebhaber und er ist frisch geschieden. Trotzdem scheint diesmal alles anders. Der Liebe auf den ersten Blick folgt zunächst das große Glück. Sandra Werneck erzählt die Liebesgeschichte zwischen der Architektin Luiza und dem Biologen Gabriel in Episodenform: „Auf eingeblendete Stichworte wie ‚Angst’, ‚Brunst’, ‚Idyll’, ‚Qual’, ‚Streit’, ‚Versprechen’ folgen entsprechende Szenen, knapp und temporeich inszeniert. Das diskursive Verfahren verleiht dieser leichtfüßigen Komödie eine abgeklärte Note. Verstärkt wird der ironische Charakter durch wiederkehrende Statements direkt in die Kamera. Sie stammen etwa von einer Freundin Luizas, die mit scheinwissenschaftlicher Akkuratesse die Liebe in lauter Prozentzahlen zerlegt und auf diese Weise ihre Unmöglichkeit zu beweisen versucht. Auch Gabriels Freund Barata, Inbegriff des unromantischen Schwadroneurs, versucht die Liebe mit bemerkenswertem rhetorischem Aufwand auf ihre biologischen Komponenten zu reduzieren.” (Georg Sütterlin, NZZ) Szene um Szene entsteht ein kleines (Wörter-) Buch der Liebe, in dem sich die meisten, die schon einmal verliebt waren (oder es immer wieder mal sind), wieder erkennen werden. Die alt bekannte Geschichte einer großen Liebe, die langsam kleiner wird, inszeniert Sandra Werneck erfrischend beschwingt und amüsant. „Wernecks Erstling, der nach seinem überraschenden Erfolg in Brasilien nun auch den Weg in unsere Kinos findet, meistert das ständige Springen zwischen Szene und Kommentar mit viel Einfallsreichtum und ohne altklugen Übereifer. Schade nur, dass ihrem Film hierzulande eher das Schicksal eines Geheimtipps für ein Arthouse-Publikum bevorsteht.“(www.kino.de) Sandra Werneck wurde 1953 in Holland geboren. Seit 1976 lebt und arbeitet sie in Brasilien, wo sie sich vor allem mit ihren zahlreichen Kurzfilmen und gesellschaftskritischen Dokumentarfilmen einen Namen gemacht hat. Nach ihrem ersten abendfüllenden Spielfilm PEQUENO DICIONÁRIO AMOROSO folgten weitere Langfilme – etwa die Doku MENINAS über minderjährige Mütter und der Spielfilm AMORES POSSIVEIS.

read more