Ricardo Larrain

EL ENTUSIASMO

Fernando, Guillermo und Isabel treffen sich 1980 und werden Freunde. Alle drei sind Anhänger des utopischen Konzepts von einer unabhängigen Republik und lehnen den wilden Kapitalismus, den die Militärjunta mit Gewalt eingeführt hat, ab. Zehn Jahre später treffen sie sich wieder in einer Stadt an der peruanischen Grenze, wo Fernando ein Reisebüro eröffnet hat. Die Zeit der Militärdiktatur ist vorbei, Fernando hat einen Sohn mit Isabel und Guillermo ist verbittert und desillusioniert, weil er seinen Kampf um Freiheit verraten sieht. Jetzt verkauft er Reportagen an europäische Fernsehanstalten, früher war er engagierter Dokumentarist. Fernandos Unternehmen beginnt zu blühen, in dem er voll Enthusiasmus dubiose Geschäfte mit Spekulanten treibt. Zwischen Fernando und Guillermo steht Isabel. Ricardo Larraín, der bedeutendste chilenische Filmemacher der Zeit nach Pinochet, choreographiert diese Dreiecksgeschichte in der faszinierende Wüstenlandschaft des Nordens seiner Heimat, gibt ihr eine symphonische Note und Chiles Nationaldichter Pablo Neruda dient als Leitmotiv. Der kleine Miguel ist den Entwicklungen ausgeliefert, stellt aber Fragen an seine Eltern und an die Vergangenheit. Pinochet ist noch immer präsent, doch für Geld und Touristen ist Fernando sogar bereit, seine Familie zu opfern. Die Träume, für die man unter der Diktatur gelitten hat, werden im aufblühenden Kapitalismus verscherbelt. „Larraín beschreibt den schwierigen Umgang mit der neu gewonnenen Freiheit, und er schafft dies in einer visuell und musikalisch ebenso gewagten wie spannungsvollen Art.” (Frankfurter Rundschau)

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