Rafi Pitts

SANAM

Issa verachtet die Schafe, die er hütet. Er liebt Pferde, besonders eine junge Stute hat es ihm angetan, er redet mit ihr, kennt ihre Scheu. Sein Vater wurde erschossen, ein Pferdedieb soll er gewesen sein. Issas Mutter Sanam will die Unschuld ihres Mannes beweisen, und sieht zugleich, wie Issas ungezügelte Sehnsucht nach den Pferden sie selbst bei ihren Bemühungen in Bedrängnis bringt. Mutter und Sohn, mißverstehen den Schmerz des anderen. Issa ist ungestüm, ungeduldig, in seinen Disputen mit dem alten Schäfer entladen sich Suche nach Verständnis und Verstehen, Erleichterung der inneren Unruhen, Unsicherheiten, Verachtung gegenüber den Gehorsamen. Und die große Sehnsucht: Pferde sind seine Freiheit und die verlockt, gehört allen… Die natürliche Auflehnung Issas findet eine ungewollte Entsprechung in Sanam, deren verzehrende Kraft und fast überirdische Schönheit sie genauso wie ihren Sohn beinahe wie Fremde in ihrer Welt erscheinen lassen. (vt) • Spezialerwähnung Filmfest Mannheim 2000 • Bester Film, bester Hauptdarsteller (Ismaïl Amani) Paris Film Festival 2001 Rafi Pitts (1966 Mashad) studierte Film und Photographie am „Polytechnischen Institut“ in London. Filmographie: IN EXILE (1991 Kurzfilm), SALANDAR (1994 Kurzfilm), DIE FÜNFTE SAISON (1997)

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