Paul Leduc

BARROCO

Lose orientiert an Alejo Carpentiers Roman Barockkonzert , lässt Leduc einen Mexikaner und einen kreolischen Kubaner Eckpunkte der Geschichte der vermeintlich neuen Welt vermessen. Sie landen in Europa, erleben die Aufführung von Vivaldis Oper Montezuma und erahnen wie in Europa von der Eroberung Amerikas erzählt wird. BARROCO ist die spielerische Gegengeschichte der glorifizierten Conquista. Ohne Dialog, nur mit den Mitteln der Musik, entwirft Leduc vor dem Hintergrund blutgetränkter Geschichte eine Utopie: Den wahrhaftigen melting pot. BARROCO vermittelt seine Inhalte ausschließlich durch Bilder und Musik. Leduc montiert die Abfolge der verschiedenen historischen Epochen wie einen Abriß der Musikgeschichte des lateinamerikanischen Kontinents: Im Andante drei traditionelle mexikanische Rhythmen (Tanz der Concheros, Tanz der ‘Moros y Cristianos’ und der Tanz der Paragüeros); ungeschicktes Getänzel der Conquistadoren trifft auf die tänzerische Leichtigkeit der indianischen Urbevölkerung; im Contradanza magisch-mythische Tänze der Schwarzen bei der Ausübung des Yoruba-Kultes; im Rondo maurische Tänze und Rumba; im Finale Vivaldi, Salsa im Tropicana und Pop in einer mexikanischen Vorstadtdisco.

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DOLLAR MAMBO

Im Salon Panama, einem schäbigen kleinen Nachtclub, treffen sich zur Zeit der amerikanischen Invasion in Panama jeden Abend Jugendliche, Kleinkriminelle und Hafenarbeiter, um die Vorstellungen der Variétekünstler und Showtänzerinnen zu sehen. Die Stimmung ist ausgelassen, bis eine Gruppe amerikanischer Soldaten das Lokal stürmt und eine Tänzerin vergewaltigt wird. Die Amerikaner bestehen darauf, dass das Programm fortgesetzt wird… DOLLAR MAMBO ist ein Film, der völlig ohne Dialoge auskommt, die Bedeutung wird durch Tanz, Musik und Pantomime transportiert.

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Frida, Naturaléza Viva

FRIDA, NATURALÉZA VIVA entstand im Jahr 1984. Ofelia Medina interpretiert in ihm in authentischer Weise Leben und Leiden von Frida Kahlo. Die Erzählung weist chronologisch einen nichtlinearen Stil auf; Erinnerungen, Fragmente werden aneinander gereiht, viele der Szenen sind akustisch untermalt mit Musik und Radioprogrammen jener Zeit, die Geschehnisse spielen sich oft wortlos ab. Kahlos Welt von Schmerz, Isolation, Einsamkeit und Leid wird erlebbar.

Mexiko 1986
Regie: Paul Leduc
108 min, 35mm, ohne Dialog

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Reed, México Insurgente

Als sich die mexikanische Revolution 1913 auf dem Höhepunkt befindet, geht der US-amerikanische Journalist John Reed über die Grenze, um zu General Urbina, einem Genossen Pancho Villas zu stoßen. Da er Ausländer und zudem ein Intellektueller ist, sind seine neuen Kameraden zunächst misstrauisch. Doch es gelingt ihm, ihr Vertrauen zu gewinnen, sich Pancho Villa anzunähern und einen Platz an der Seite der Revolutionäre zu finden.

Mexiko 1973
Regie: Paul Leduc
124 min, 35mm, OmU

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