Nuri Bilge Ceylan

AYIS SIKINTISI

Ein beschauliches Dorf in Anatolien. Wogende Sonnenblumenfelder. Goldenes Korn. Kühlender Wind weht durch den schattigen Wald. Muzaffer, von Beruf Filmemacher, kehrt mit seiner Videokamera in das Dorf seiner Kindheit zurück, um seinen nächsten Film vorzubereiten. Die Suche nach geeigneten Hauptdarstellern führt ihn zurück zu seiner Familie, die jedoch selbst mit Problemen zu kämpfen hat: Sein Vater Emin muß den kleinen Wald, den er auf seinem Grundstück gepflanzt hat, vor der Konfiszierung durch die Behörden retten. Ali, sein 9jähriger Neffe, wünscht sich eine Spieluhr und ist eifrig damit beschäftigt, dieses Ziel zu erreichen, während Saffet, Muzzaffers Cousin, die Aufnahmeprüfung für die Universität abermals nicht geschafft hat und Istanbul damit ein Traum in der Ferne bleibt. Muzaffer ist so sehr mit der Planung seines Films beschäftigt, daß er die realen und unmittelbaren Schwierigkeiten dieser Menschen, die von ihm für seinen Film als „Protagonisten“ ausgesucht sind, nicht bemerkt. Unsensibel gegenüber seiner Familie verfolgt er sein Projekt. Nuri Bilge Ceylan schuf einen leisen Film im Strom des Windes, bei dem Andreij Tarkovski und Yasujiro Ozu Pate standen. CLOUDS OF MAY besticht durch seine schönen Bilder und die behutsam erzählte Geschichte. (tk) „Alle, die in einer Großstadt leben, vor allem diejenigen aus meiner Generation, haben Angst, etwas sehr Wichtiges zu verlieren. Aber was?“ (Nuri Bilge Ceylan) • Wettbewerb Filmfestival Berlin • Jurypreis Anger 2001 Nuri Bilge Ceylan (1959 Istanbul) hat erst Ingenieur gelernt, dann Film studiert. Nach KASABA (1998), ist Mayis Sikintisi sein zweiter Langspielfilm.

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