Netherlands

MIGRATIONSFILME AUSWAHL KURZFILMFEST OBERHAUSEN

Internationale Filmemacher und Medienkünstler thematisieren in dokumentarischen
und fiktiven Arbeiten die Lebensverhältnisse von Migranten heute. Ein Programm mit
überraschenden Einsichten über Identität, Kulturtransfer und was aus Träumen werden
kann. Hier kommen vor allem die Flüchtlinge selbst zu Wort.

BRITANYA

Regie: Marjoleine Boonstra
Frankreich/Niederlande 2003
35min, OF­eUT

BRITANYA_SW

Das kontroverse Flüchtlingszentrum in Sangatte, einer nordfranzösischen Stadt
in der Nähe des Eingangs zum Eurotunnel, wurde im Dezember 2002 geschlossen.
In „Britanya” sprechen die Flüchtlinge über ihre Situation. read more

FATAL REACTION (NEW YORK, SINGAPUR, BOMBAY, MOSKAU)

Eine tragikomische Filmnachtreise in Anwesenheit der holländischen Regisseurin Marijke Jongbloed von Amsterdam nach NEW YORK, SINGAPUR, BOMBAY und MOSKAU. Alles begann mit einem Selbstversuch, einer Kontaktanzeige in einer holländischen Tageszeitung: Frau sucht Mann. Niederschmetternd die männlichen Reaktionen: Unsicher, hilflos von sexuellen und anderen Dienstleistungen träumend. Marijke reagiert höflich: „Danke. Nein. Ich möchte mehr sein, als Mutter, Callgirl oder Therapeutin.“ Und macht sich auf den Weg nach New York, wo Statistiken wahrsagen, daß die Chance, von einem Terroristen erschossen zu werden, gleich hoch sei, wie für eine gebildete Frau einen gleichwertigen Partner zu finden. So findet sie Laura Slutsky. 45 Jahre, erfolgreich, selbständig, schlagfertig, witzig, ohne Partner, ohne Kinder: „Ich fühle mich wie ein grausamer Witz Gottes, meine biologische Uhr tickt in den Eierstöcken immer schwächer, aber die Männer, die ich kennenlerne, sind alle gestört, verwundet.“ Trotzdem gibt sie nicht auf, moderiert Junggesellen-Versteigerungen in exklusiven Hotels, lächelt unter Tränen auf der Straße, weint haltlos bei ihrer Therapeutin, quält sich durch Buchhandlungen, vorbei an unzähligen Ratgebern mit Titeln wie „Ich bin so wunderbar, aber warum noch immer allein?“ oder „Die Männer sind vom Mars, die Frauen von der Venus“, um schließlich den ganzen Zirkus von Vorurteilen und kaum überbrückbaren Mißverständnissen in eine klare Sehnsucht zu übersetzen: „Ich will einen Mann wie eine beste Freundin, nur mit einem Penis!“ Andere Frauen besuchen teure Seminare, wo sie lernen, unterwürfig und gleichzeitig abweisend zu sein, immer fünf Männer in Reserve zu halten, Laura kann darüber nur lachen: „Fünf? Ich hab’ nicht einmal einen.“ Dabei sprüht Laura vor selbstironischer Lebensfreude, genießt den beruflichen Erfolg als Chefin ihrer eigenen Werbeagentur, eine starke Frau, von der Männer eigentlich träumen sollten. Trotzdem bleibt abends in ihrem großen Bett ein weiter, unerfüllter Sehnsuchtsraum, bewacht von zwei kleinen verspielten Hunden, die an Kinderwünsche erinnern. „Männer bevorzugen dumme Frauen. Je gebildeter, erfolgreicher und gut verdienend eine Frau ist, desto geringer ihre Chancen, einen gleichwertigen Partner zu finden“, meint die Journalistin Sheri Mackover. „Frauen suchen nach Partnern, die gleichwertig oder überlegen sind. Männer suchen Frauen, die gleichwertig oder unterlegen sind. Deshalb haben erfolgreiche Frauen weniger Auswahlmöglichkeiten.“ In Singapur steht laut Statistik fünf gebildeten Frauen gerade ein potentieller, gleichwertiger Partner gegenüber. In Bombay gibt es doppelt soviel unverheiratete Frauen wie Männer und auch in Moskau wird bei wachsender ökonomischer Unabhängigkeit die emotionale Lebensperspektive für selbstbewußte, selbständige Frauen von Tag zu Tag schwieriger. In Singapur hat die Statistik, die besagt, daß 40% aller Frauen mit Universitätsabschluß nie heiraten werden, sogar eine Regierungsinitiative provoziert: Eine staatlich finanzierte Partnervermittlungsagentur wurde gegründet, mit dem verlockenden Namen „The Love Ship“. Frauen und Männer sitzen sich fassungslos auf arrangierten Schiffsfahrten gegenüber, gesteuert von einem Zeremonienmeister. Das traditionell-konservative Denken der Männer werden diese hilflosen Versuche kaum ändern. So meint eine junge Frau: „Ich arbeite sieben Tage die Woche, in meinen Job bin ich für Hunderttausende Dollar verantwortlich. Meine Arbeitskollegen schätzen mich, weil ich stark und unabhängig bin, aber unterschwellig versuchen sie immer, mich zu brechen. Sie ertragen es nicht, daß ich ihnen aufgrund meiner Ausbildung und beruflichen Stellung ebenbürtig bin. Sie wollen unterlegene, gefügige Frauen, aber ich würde mich nie mit einem ignoranten oder ungebildeten Mann zufrieden geben.“ Regisseurin Marijke Jongbloeds Mut und Ausdauer ist es zu danken, daß ein Problem von Millionen Frauen enttabuisiert und öffentlich diskutierbar wird. Ihr persönliches Engagement verweigert den vier Filmen die übliche glatte Reportageform oder das denkbare Pamphlet, sie öffnet Fenster in die Abgründe unserer Oberflächenwelt. Herausfordernd, humorvoll und dennoch voll herzzerreißender, sehnsuchtsvoller Traurigkeit. (Otto Reiter) read more

Journey to the Sun

Category: IFFI 2014, In Focus: Yeşim Ustaoğlu
Two young men from opposite regions of Turkey meet by chance inIstanbul and become friends. Both hope for a better future and trytheir luck in the big city. Berzan comes from a Kurdish village in thefar east and every morning walks arounf the city with his cart full ofmusic cassettes. Mehmet has only recently arrived from westernTurkey and finds a job at the waterworks. Mehmet has never thatBerzan is Kurdish. What matters to him are the dreams of the two,the joy of being together, the closeness that feels good. Berzan longsfor his home village, where he believes that his fiancée is waiting forhim, while Mehmet has fallen in love in Istanbul with the sensitiveArzu. She had grown up in Germany. Meanwhile, Arzu has returnedto her old home and experiences how quickly one can be suspectedof belonging to the political opposition here. read more

KHADAK

Set in the frozen steppes of Mongolia, a young nomad confronted with his destiny after animals fall victim to a plague which threatens to eradicate nomadism.

Belgium/Germany/NL 2006
Regie: Peter, Jessica Brosens; Woodworth
104 min, 35 mm, Farbe, OF mit engl. UT
Festivals: Venedig 06 (Lion of the Future), Hofer Filmtage 06; In Anwesenheit des Produzenten Heino Decke
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LAGRIMAS NEGRAS

LAGRIMAS NEGRAS ist teils ein Road Movie über La Vieja Trova Santiaguera, die durch Europa touren und dort auf ihre enthusiastischen Fans treffen, und teils ein Home Movie über das Leben in Kuba, wo die fünf Philosophen aus der Arbeiterklasse über das Leben, die Liebe und „Carlos“ Marx sprechen. Sie verkörpern eine lebendige Tradition, sie sind ein wettergegerbtes Denkmal der kubanischen Populärkultur, ebenso wie die zerschrammten 1950er-Chervrolets, die durch die „son“-durchtränkten Straßen von Santigao de Cuba fahren. Die Musik ist aus den „schwarzen Tränen“ destilliert, der Musik der Schwarzen und Mulatten, der Abkömmlinge der früheren Sklaven und Kolonisten. Dolz gelingt es, das Lebensgefühl der Generation der fünf „soneros“ und das Ineinander von Leben und Musik poetisch zu verdichten sowie wichtige Seiten von Kubas sozialistischer Geschichte aufzuzeigen. „Dieser Film macht glücklich. 75 Minuten lang Menschen zu sehen, die in großer Würde gealtert sind, die den Tod auf die leichte Schulter nehmen und ihren Lebensabend genießen, ist einfach eine Freude.“ (Holger True) read more

MADAME L‘EAU

Madame L’Eau is an improvised feature film with a strong documentary style. As in previous films, Rouch follows his three friends (Damouré, Lam and Tallou) with his camera. And despite the pervading ironic overtone, the principal issue is serious: drought. Damouré, Lam and Tallou are no longer able to endure the drought ravaging their fields in Niger, and set off in search of a solution. Damouré suggests they contact their friend in Holland, the country of water and windmills. How do the Dutch manage to transport water (for free) from one point to another?
The three men decide to visit Holland. Very impressed, but still a little disappointed by the height and size of the mills, they continue their search. Finally they find what they’ve been looking for: a wooden windmill which they can even make themselves! Together with a Dutch engineer and some African carpenters they set out to build this windmill on the banks of the Niger river. Their dream becomes true. The film crew, the engineer and an “assembly kit” travel to Niger. In a combined effort they manage to build the mill in one month and there stands, in full splendor: a windmill; initiated, built and maintained by themselves. read more

PARADISE GIRLS

Paradise Girls is about three young women, Miki, Pei Pei and Shirley, who are going through an emotional phase in their lives in different places in the world. Their initially carefree lives have each been disrupted by men: a boyfriend, a father and a young son. Each girl‘s individual reaction on these recent misfortunes illustrates a determination as well as a subconscious love of life that is so characteristic to their age.

Germany/NL 2004
Regie: Fow Pyung Hu
105 min, 35 mm, Farbe, OF mit engl. UT
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THE OTHER FINAL

This is a film about the joy of sport and also about the meeting of two very different cultures. The Montserrat players are clearly more than a little stunned to be asked for their autographs. The Bhutanese captain dreams of playing for Arsenal some day.

Netherlands 2003
Regie: Johan Kramer
87 min, 35 mm, Farbe, OF mit dt. UT
In Kooperation mit STASTO – Wacker Innsbruc
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