Nando Olival

MESTICAS, O FILME

„Empregadas domesticas“ nennt man in Brasilien die fast leibeigenen, minimal bezahlten Hausangestellten, ein Putz-, Lächel- und Unterwerfungsberuf, der „natürlich“ nur von Frauen ausgeübt wird. Darüber eine Komödie zu drehen, zeugt von kritischem Mut, aber auch stabilisierender Versöhnlichkeit. Sie heißen Cida, Roxana, Raimunda, die sich lieber Rai nennt, aber noch schöner wäre Railda, tragen tausende Namen, zehntausende Verletzungen und Millionen Hoffnungen mit sich; flüchten in Horoskope, Prinzenträume, winzige Bosheiten als Zeichen des Widerstands, kämpfen nebenbei um ihr eigenes Glück, gegen Einsamkeiten und sagen so schöne einfache Sätze wie: „Die meisten meiner Freundinnen sind allein, dabei gibt es so viele Männer, aber die meisten sind Lügner, hilflos und selbstverliebt.“ DOMESTICAS ist kein beschaulicher, analytischer Film, sondern ein zwischen Zeitraffer, verknappenden Parallelmontagen, Farbe und Schwarzweiß rasendes, humorvoll euphemistisches Panorama anachronistischer Lebens-unwürdigkeiten.

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