Kuba

ALICIA EN EL PUEBLO DE MARAVILLAS

In Memoriam Daniel Díaz Torres
Ein Kulturauftrag führt die Theaterwissenschaftlerin Alicia in den Ort Maravillas (Wunder), von dem sich herausstellt, dass er in seiner Absurdität Lewis Carrols Wunderland ebenbürtig ist. Die Ansässigen der düsteren Gemeinde verhalten sich überaus seltsam und Alicia erlebt eine bizarre Situation nach der anderen, bis sich in ihr der Verdacht formt, dass die Irrenanstalt Satan für die grotesken Zustände verantwortlich ist. Daniel Diaz-Forres – selbst Revolutionsbefürworter – übt mit dieser Realsatire humoristisch Kritik an den Verirrungen und Fehlentwicklungen der Revolution in Kuba.

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BAJO HABANA (Die Elendsviertel von Havanna)

Zwei Jugendliche beschließen, Marihuana zu kaufen, und suchen Nene auf, ohne zu ahnen, dass sie sich damit ungewollt in eine nicht ganz alltägliche Situation begeben.

Kuba 2003
Regie: Terence Piard Samohano
13 min, 35 mm, Farbe, span. OF

BARROCO

Lose orientiert an Alejo Carpentiers Roman Barockkonzert , lässt Leduc einen Mexikaner und einen kreolischen Kubaner Eckpunkte der Geschichte der vermeintlich neuen Welt vermessen. Sie landen in Europa, erleben die Aufführung von Vivaldis Oper Montezuma und erahnen wie in Europa von der Eroberung Amerikas erzählt wird. BARROCO ist die spielerische Gegengeschichte der glorifizierten Conquista. Ohne Dialog, nur mit den Mitteln der Musik, entwirft Leduc vor dem Hintergrund blutgetränkter Geschichte eine Utopie: Den wahrhaftigen melting pot. BARROCO vermittelt seine Inhalte ausschließlich durch Bilder und Musik. Leduc montiert die Abfolge der verschiedenen historischen Epochen wie einen Abriß der Musikgeschichte des lateinamerikanischen Kontinents: Im Andante drei traditionelle mexikanische Rhythmen (Tanz der Concheros, Tanz der ‘Moros y Cristianos’ und der Tanz der Paragüeros); ungeschicktes Getänzel der Conquistadoren trifft auf die tänzerische Leichtigkeit der indianischen Urbevölkerung; im Contradanza magisch-mythische Tänze der Schwarzen bei der Ausübung des Yoruba-Kultes; im Rondo maurische Tänze und Rumba; im Finale Vivaldi, Salsa im Tropicana und Pop in einer mexikanischen Vorstadtdisco.

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BRAINSTORM

erzählt von dem Debakel, welches der vier Ereignisse – ein Weltrekord, eine Heldentat, ein tragischer Unfall, ein wissenschaftlicher Durchbruch – auf die Frontseite der Zeitung La Avant Garde kommen soll.

Cuba 2009
Regie: Eduardo del Llano
26 min,

CARTAS DEL PARQUE

Juan und María verlieben sich ineinander. Ohne es zu wissen, offenbaren sie sich mit Hilfe desselben Schreibers, Pedro, der vom Verfassen von Liebesbriefen lebt. Bald schon beginnen sich Worte und Gefühle der drei selbständig zu machen. Tomás Gutiérrez Alea: „Jetzt, mit einigen Jahren auf dem Rücken, ergriff ich die Gelegenheit, mich in einer solchen Geschichte wiederzuerschaffen: Ich habe aus dem Vollen gelebt und das läßt mich vielleicht dieses Universum aus Blumen, glänzenden Postkarten, verwundeten Herzen und launischen Engeln, deren Pfeile nicht immer das Ziel treffen, besser verstehen. Ein Universum, in dem die Poesie der gemeinsame Nenner ist: von den Erfindungen unserer Jahrhunderts und der größten Entdeckung aller Zeiten, der Liebe.” (Cinematograph – Schriftenreihe Band 5)

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CASTING

Mehrere Schauspieler nehmen an einem Casting zu einer fiktiven deutsch-kubanischen Koproduktion teil. Im Verlauf der Interviews und Interaktionen entstehen Momente, die voller Komik sind und doch gleichzeitig das Elend, die Sehnsüchte und Frustrationen der Teilnehmer in einem harten dreitägigen Auswahlverfahren offen legen. Es kann nur einen Gewinner geben…

Kuba 2013
Regie: Eduardo del Llano
91 min, DCP, OmU

Conducta

Chala ist ein gerissener Junge, der seiner Lehrerin Carmela das Leben mitunter schwer macht. Diese unterrichtet schon seit den ersten Tagen der kubanischen Revolution mit Herzblut. Als Chala wegen seines Verhaltens (conducta) ins Erziehungsheim gesteckt wird, zieht Carmela alle Register, wohlwissend, dass nicht das Kind, sondern das System das Problem ist. Ernesto Daranas dringt mit CONDUCTA ins Herzstück der Errungenschaften der Revolution vor und verbindet Sozialkritik mit stilistisch ambitioniertem Erzählkino.

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DESPUEGE A LAS 18

Dokumentarfilm über die wirtschaftlichen Probleme in Kuba in den 60er Jahren und wie die Kubaner mit der Situation des „no hay“ (gibt es nicht) umgegangen sind.

Kuba 1969
Regie: Santiago Alvarez
41 min, 35mm, s-w, OmeU

DOLLY BACK

Ein Film über das Filmemachen. Die Spielfilmhandlung wird scheinbar unterbrochen und das Publikum glaubt plötzlich den Dreharbeiten beizuwohnen – ein making-off zum Film. Der Film ist aber kein making-off, sondern das making-off ist das eigentliche Thema des Films. Ein Spiel mit dem Thema Film im Film. DOLLY BACK erinnert in dieser Hinsicht an LA RICOTTA von Pier Paolo Pasolini.

Kuba 1986
Regie: Juan Carlos Tabío
12 min, 35mm, Farbe, OmeU

Eduardo del Llano: Nicanor Shorts

Eduardo del Llano ist Schriftsteller und Drehbuchautor aus Havanna, Kuba. Der Protagonist Nicanor, sein ‚Markenzeichen‘, taucht sowohl in seinen Romanen als auch in seinen Kurzgeschichten immer wieder auf. Sein Roman ‚Drei‘ ist 2007 auf Deutsch im Scarabaeus Verlag erschienen. Del Llano ist Italo-Calvino Preisträger. Seit 2004 ist Eduardo del Llano auch Regisseur: PAS DE QUATRE, ACHÉ, PRAVDA und EXIT sind Teil 7 bis 10 der Nicanor-Kurzfilme.
PAS DE QUATRE Kuba 2009, 20 min Der einzige Taxifahrer der Welt, der an Bewegungsfreiheit glaubt. ACHÉ Kuba 2010, 29 min Ist das Leben ohne eine Fahne wirklich ein Leben? PRAVDA Kuba 2010, 15 min Underground Graffitis, die die Regierung unterstützen? EXIT Kuba 2011, 37 min Manchmal ist der Preis des Ruhmes eine Ohrfeige zu bekommen.

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EL MEGANO – DAS KÖHLERDORF

In einem kubanischen Dorf in der Schweinebucht verdingen sich Arbeiter ihr Leben mit der Vorbereitung zur Kohleherstellung. Tag auf Tag stehen sie für wenig und manchmal kein Geld bis zur Brust im Morast. In neorealistischer Optik und fast ohne Dialog, basierend auf Geschichten, die die Arbeiter den Filmemachern erzählen, liegt dem Film ein emotionales Potential zugrunde, das sich wenige Jahre später in der Revolution entlud. Der Film endet in dem Moment als die Arbeiterrevolte noch nicht sichtbar aber intensiv spürbar ist und sich im Betrachter weiterentwickeln muß. Nach der ersten Aufführung wurde der Film von der Batista Polizei beschlagnahmt und Julio García Espinosa festgenommen.

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EL PELEADOR (THE FIGHTER)

Rubrik: IFFI 2003
Ein junger kubanischer Boxer muss sich zwischen seinem Trainer (und Vater), seiner Freundin und seinem eigenen Weg entscheiden. Nach einem siegreichen Kampf trifft er endlich eine Entscheidung.

Deutschland/CU 2001
Regie: Daniel Müller
11 min, Beta SP, Farbe, spanische OmU

ELPIDIO VALDÉS – DER REBELL MIT DER MACHETE

General Elpidio Valdés, Held des kubanischen Unabhängigkeitskrieges von Spanien, ist ursprünglich eine Comics-Figur. Juan Padrón verhalf ihr durch seine Verfilmungen zur Berühmtheit eines kubanischen „Asterix“. In dieser Episode steht Elpidios Geschichte von seinen ersten Schlacht bis zum erfahrenen Soldaten, Freundschaft und Liebe im Mittelpunkt.

Kuba 1979
Regie: Juan Padrón
70 min, 35mm, Farbe, DF

ENREDANDO SOMBRAS

Die zwölf Regisseure des Films haben ihre persönliche Sichtweise auf die Geschichte des lateinamerikanischen Kinos und dessen Marksteine zu kleinen Episoden verarbeitet. Themen sind die Stummfilmzeit und der Beginn des Tonfilms, die Darstellung des menschlichen Körpers im mexikanischen Film, Zeugnisse vom „cinema novo” Brasiliens durch die Stimme ihres berühmten Vertreters Glauber Rocha, der längst gestorben ist; das venezolanische Kino der siebziger Jahre, das klassische kubanische Kino der sechziger Jahre, die indigene Problematik, die Sorgen des argentinischen und columbianischen Kinos bis zum Dokumentarfilm der sechziger und siebziger Jahre, welcher jene Epoche geprägt hatte. Aus der Welt des Kinos nehmen Stellung Pilar Miró, Michael Chanan, Costa Gavras und Robert Redford. „Die Ausdrucksweisen des Films sind so vielfältig wie die Ausdrucksweisen des lateinamerikanischen Kinos.” (Julio García Espinosa)

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FRESA Y CHOCOLATE

Der Soziologiestudent David und der Künstler Diego treffen sich in Havannas berühmter Eisdiele „Coppelia“. Diego ist homosexuell und der jüngere David gefällt ihm. Aus der beabsichtigten Verführung wird Freundschaft, die nicht unkompliziert verläuft, da sich ein militanter Studienkollege Davids einmischt. Und da ist noch Nancy, Diegos Nachbarin, die den afrokubanischen Göttern mehr vertraut als ihren eigenen Fähigkeiten und die ein Auge auf David geworfen hat.

Kuba / Mexico / Spanien 1993
Regie: Tomás Gutiérrez Alea
110min, 35mm; Farbe; Dolby-Stereo; span. OF mit dt. UT

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GUANTANAMERA

Kuba – ein ungewöhnlicher Leichentransport und ein Lastwagen folgen der gleichen Route von Guantánamo bis Havanna, jedoch aus sehr unterschiedlichen Gründen. Die Trauergäste, der Beerdigungsinstitutsbeamte Adolfo, seine Frau Gina und Cándido, der sein Leben lang in Ginas Tante verliebt war, und die tote Yoyita müssen sich einem neuen wirtschaftlichen Staatsplan für Totenüberführung fügen. Mariano, ein eingefleischter Verführer, und Ramón, sein vertrauter Freund, fahren den Truck auf ihrem gewöhnlichen Weg und treffen die Trauergesellschaft. „Man sollte nicht glauben, daß GUANTANAMERA Geschosse gegen die Misere auffährt: Das pralle karibische Leben, der joviale Ton von Heiterkeit, den die Autoren ihm verleihen und der Optimismus, mit dem die Liebesgeschichte beleuchtet wird, gleichen alles aus und legen einen Tropfen Poesie auf die geliebte Insel.” (La Vanguardia/Madrid) „Im Mittelpunkt steht die offenbar unzerstörbare Vitalität kubanischer Menschen, die sich an ökonomische, gesellschaftliche und politische Schwierigkeiten, die sie nicht beseitigen können, anpassen und ihre Alltagsprobleme mit lebensbejahender Zuversicht und originellen Ideen zu lösen versuchen.” (Multimendia) Tomás Gutiérrez Alea und Juan Carlos Tabío gelang es, von der ersten Szene an bis zum Finale auf dem Colon Friedhof jenen optimistisch-fröhlichen Grundton beizubehalten, der auch das auf Kuba so populäre Lied „Guantanamera” prägt. Der Ohrwurm erzählt zwar die völlig unpolitische Geschichte eines Mädchens vom Lande, doch die Botschaft zwischen den Zeilen, nämlich die Kritik an der amerikanischen Präsenz auf Kuba, wurde stets als solche verstanden. Die gilt auch für die Komödie GUANTANAMERA, ein ebenso kurioses wie auch heiteres Road-movie mit bemerkenswertem Tiefgang.” (Salzburger Nachrichten) „Diese Geschichte beruht auf Fakten. Wir haben die absurden Dinge nicht erfunden. Sie sind Teil unserer alltäglichen Realität.” (Tomás Gutiérrez Alea)

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HACERSE EL SUECO

„Den Schweden spielen“ bedeutet in Lateinamerika „die Rolle des Dummen spielen, ohne es zu sein“ … In einer Wirklichkeit, die sich ändert und die alte Denkweise auf den Kopf stellt, sieht sich ein pensionierter Polizist mit unerwarteten Konflikten konfrontiert. Seine Autorität wird in Frage gestellt. Wird er ebenfalls den Schweden spielen müssen? Daniel Díaz Torres: „Wir wollten eine Art kubanisches Märchen erfinden, welches das nicht-touristische Havanna in realistischen Bildern zeigt. Die Figuren handeln auf komödiantische Art, manchmal ohne das Pathetische zu umgehen. Es ist ein Film über den Schein, über die Freundschaft und das Bedürfnis, in einen Dialog zu treten sowie über das Vertrauen. Diese stellen sich den Schemen und alten Dogmen entgegen, die in der komplexen kubanischen Wirklichkeit keinen Platz mehr haben.“ „Der Wert dieses Films liegt in seiner Art und Weise zu kritisieren. Er bringt uns zum Nachdenken, nicht nur über den Mangel. Díaz Torres geht weiter, bringt uns auch zum Nachdenken über die Bedingungen, die Natur des Menschen, der ethische Werte hat, diese Mängel bekämpft und für seine persönlichen Werte eintritt.“ (Emilio Barreto, Palabra Nuevo, Havanna) / (hg) • Publikumspreis Fribourg 2001 Daniel Díaz Torres (1948 Havanna) begann 1975 als Dokumentarist. 1991 erregte er mit seinem Spielfilm ALICIA EN EL PUEBLO DE MARAVILLAS (s. S 16) nationale Ärgernisse und internationales Aufsehen. HACERSE EL SUECO ist der dritte Film, den er gemeinsam mit Drehbuchautor Eduardo del Llano machte. Filmographie (Auswahl): JIBARO (1985), QUIEREME Y VERAS (1995), KLEINES TROPIKANA (1998) (Publikumspreis Innsbruck 1998)

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HASTA CIERTO PUNTO

Der Drehbuchautor Oscar arbeitet an einem Buch über den machismo der Hafenarbeiter in Havanna. Als er die Hafenarbeiterin Lina kennen- und lieben lernt, gerät er in Konflikt mit seiner Frau, aber auch mit dem Regisseur, dessen Auffassung von machismo mit der von Oscar wenig gemein hat. Alea wurde zu diesem Film durch ein baskisches Lied inspiriert: „Wenn ich wollte, könnte ich dem Vogel die Flügel stutzen, dann wäre er mein, aber was ich liebe, ist der Vogel.“

Kuba 1983
Regie: Tomás Gutiérrez Alea
68min, 35mm; Farbe; DEUTSCH SYNCHRONISIERTE FASSUNG

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HELLO HEMINGWAY

Larita, die kurz vor dem Schulabschluß steht, träumt davon, studieren zu können. Ein Stipendium für die USA soll aus dem Wunsch Wirklichkeit machen. Dazu aber braucht sie die Bürgschaft eines US-Amerikaners. Ob ihr berühmter Nachbar, Ernest Hemingway, dazu verhelfen könnte? Larita beginnt „Der alte Mann und das Meer“ zu lesen und findet sich im Kampf des alten Fischers mit dem großen Fisch und gegen die Haie selbst wieder. Als ihre Träume Schiffbruch erleiden und die brodelnden Unruhen gegen Batista immer mehr in ihr Bewußtsein rücken, macht Larita eine innere Wandlung durch. Das autobiografische Drehbuch von Mayda Royero und die Authentizität der Schauplätze lassen die Stimmung am Vorabend der Revolution aufleben. Der Roman Hemingways “The Old Man and The Sea” tritt nur als Begleiter der Protagonistin Larita in Erscheinung. Er ist auch Begleiter des Films. Mit seinem Aufbau (Traum-Kampf-Niederlage-Betrachtung), den Parallelen zwischen den Hauptfiguren und der Ähnlichkeit zwischen dem Hintergrund bei Hemingway (Meer) und bei Fernando Pérez (historische Ereignisse), handelt es sich um eine Verfilmung des hemingwayschen Romans, der sich von der Hollywood-Version von “The Old Man and The Sea” im Wesentlichen dadurch unterscheidet, daß Pérez nicht die Geschichte bebildert sondern die Idee des Romans für seinen Film verwendet.

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Internationale Kurzfilmtage Oberhausen: Lateinamerika-Programm

LA FóRMULA SECRETA/ THE SECRET FORMULA MEX 1966
 43 min 35mm Rúben Gámez Schwarz/weiß / Spanisch mit engl. UT

Ein kleines Porträt von Mexiko – 1966. Die Probleme und Träume der mexikanischen Bevölkerung.

OPERAçãO BRASIL/ OPERATION BRAZIL BRA 1985
 11 min, 35mm, Luiz Alberto Pereira Schwarz/weiß / Spanisch mit engl. UT Als im April 1985 der erste demokratisch gewählte Präsident Tancredo Neves kurz nach der Wahl schwer erkrankt, bangen Bevölkerung und Medien wochenlang um den ersten Repräsentanten ihrer nationalen Identität.

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