Kirgisistan

ALTYN KYRGHOL – Bruder Seidenstrasse

Ausgelassen tollen kirgisische Kinder durch die Steppe, jeder von einem kargen Ast abgeleckte Tautropfen schmeckt wie, nein, … ist Abenteuer. Ganz nah und doch endlos weit lockt sie ihr Wissen an einen uralten Handelsweg zwischen Ost und West, die Große Seidenstraße, heute irgendeine Bahnstrecke in Kirgisien, und doch Pulsader, Traumschienenmanifest, Hoffnungsfluchtrettung, aber auch deprimierender Abschied, nostalgisches Niemandsland. Von all dem und noch viel mehr erzählt Marat Sarulu in narrativ-poetischen Ellipsen. Blitzend bruchstückhaft oszillieren Geschlechts- und Generationskonflikte, klagen Frauen Männer an: „Du hast mein Leben ruiniert, was willst du noch..?“, träumen verachtete Zeichnungsartisten Erlösungsmärchen, wissend um den Großvater, der die Bahn konstruierte und mit ihr zwangsweise zur einsamen Hinrichtung nach Sibirien verschickt wurde… Nonchalant, nebenbei läßt Marat Sarulu Mythen, zeitgenössische Traurigkeiten Revue passieren und tragische Lebensschicksale in verbotenen Räumen offen sichtbar werden: Kein Bruder irgendwo, die Seidenstraße nichts als ein alter nostalgischer Traum …

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BESHKEMPIR

Der Junge Azate lebt im ländlichen Kirgisistan, wo die Zeit – zumindest für westeuropäische Verhältnisse – stehen geblieben zu sein scheint. Gemeinsam mit anderen Jungen entdeckt er die Welt. Als sein bester Freund ihn eines Tages mit jenem Mädchen schäkern sieht, auf das auch er ein Auge geworfen hat, kommt es zu einer Keilerei. Azate sei ein Waisenkind, bekommt er vom gekränkten Freund zu hören, ein Adoptivsohn, ein „Beshkempir“, wie man in der Region sagt: Sohn von fünf Großmüttern. Der Name „Beshkempir“ deutet auf ein Ritual hin, das am Beginn steht: Fünf Frauen nehmen auf einem aus bunten Stoffstücken zusammengeflickten Teppich Platz; sie beten und weihen das gefundene Kind der Erde. Nach kirgisischem Brauch stellt jedes Stoffstück des Teppichs die Erinnerung an einen verstorbenen Verwandten dar. In schlichter Natürlichkeit, schnörkellos, bedächtig und mit wundervoll komponierten Schwarzweißbildern erzählt Abdikalikow vom Erwachsenwerden. Nur punktuell kehrt der Film zur Farbe zurück, immer dann, wenn ein Erinnerungsmoment besonders stark wird: Das kann ein so kleines Detail wie ein Stoffstück im Lehmwasser sein. (nach: trigon-film magazin 9; Film 4/2000) „Das Außerordentlichste an BESHKEMPIR ist für den westlichen Zuschauer jedoch, dass man den Eindruck hat, endlich einmal wieder bloß schauen zu dürfen. Abdikalikow komponiert so sinnlich und sinnstiftend wie die Frauen, die den Teppich betreten und dem Kind einen Namen geben. Und das ist ein Genuss.“ (epd Film 12/99)

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PRINCESS NAHZIK

In einem Fischerdorf am Ufer des Yssykköl-Sees lebt die hübsche Rumia als alleinerziehende Mutter der siebenjährigen Aidai. Das aufgeweckte Mädchen genießt den Sommer in der idyllischen Landschaft, als eines Tages ein Maler bei den Nachbarn an die Tür klopft, der vor langem schon einmal zu Gast im Dorf war. Rumia versucht Aidai von dem ihr unbekannten Mann fernzuhalten, doch die beiden fühlen sich einander verbunden, und beginnen gemeinsame Streifzüge um den See.

Kirgisistan 2012
Regie: Erkin Saliev
74 min, DCP, Farbe, OmeU

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SARATAN

Ernest Abdyjaparov lässt uns in die Atmosphäre eines kleinen kirgisischen Dorfes eintauchen, das die Situation des ganzen Landes zehn Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion versinnbildlicht. Überall fehlt es an Geld, und jeder versucht sich durchzuschlagen, so gut er kann. In tragikomischer Weise erzählt uns die Geschichte, wie die Personen dieses Mikrokosmos zwischen Politik und Religion, Tradition und Moderne mit dem Leben zurechtzukommen suchen.

Kirgisistan/D 2004
Regie: Ernest Abdyjaparov
84 min, 35 mm, Farbe, OF mit engl. UT
Festival: Fribourg 05; In Anwesenheit des Regisseurs; In Kooperation mit dem Filmforum Imst

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THE MOTHER´S LAMENT OF MANKURT

Eine Liebestragödie vor dem historischen Hintergrund des Krieges zentralasiatischer Steppenvölker im 9. Jahrhundert (Chinesen gegen Kirgisen). Es geht um die Brutalität der Macht und den Widerstand der Opfer. Folter, so lange bis alles vergessen ist und damit die Versklavung einfach wird. Als Basis dient Tschingis Aitmatows „Ein Tag ist länger als ein Leben“. Der Film zeigt auch die Schönheit Kirgisiens, etwa mit der alten Frau, die, den Sohn suchend, auf einem Kamel durch die Weiten des Landes galoppiert.

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SUTAK (NOMADEN DES HIMMELS)

Eine Nomadenfamilie lebt zurückgezogen mit ihren Pferden in der berauschenden, von Bergschluchten geprägten Landschaft Kirgistans: ein alter Hirte und seine Frau, ihre Schwiegertochter Shaiyr und ihre kleine Enkelin Umsunai. Shaiyrs Ehemann ist vor vielen Jahren in einem Fluss ertrunken. Umsunai vermisst ihren Papa und glaubt fest daran, dass er – wie es in einer der schönsten Legenden der Nomaden erzählt wird – in einen Steinkauz verwandelt wurde, der seine Kreise über den Gipfeln zieht.

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