Julio García Espinosa

EL MEGANO – DAS KÖHLERDORF

In einem kubanischen Dorf in der Schweinebucht verdingen sich Arbeiter ihr Leben mit der Vorbereitung zur Kohleherstellung. Tag auf Tag stehen sie für wenig und manchmal kein Geld bis zur Brust im Morast. In neorealistischer Optik und fast ohne Dialog, basierend auf Geschichten, die die Arbeiter den Filmemachern erzählen, liegt dem Film ein emotionales Potential zugrunde, das sich wenige Jahre später in der Revolution entlud. Der Film endet in dem Moment als die Arbeiterrevolte noch nicht sichtbar aber intensiv spürbar ist und sich im Betrachter weiterentwickeln muß. Nach der ersten Aufführung wurde der Film von der Batista Polizei beschlagnahmt und Julio García Espinosa festgenommen.

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ENREDANDO SOMBRAS

Die zwölf Regisseure des Films haben ihre persönliche Sichtweise auf die Geschichte des lateinamerikanischen Kinos und dessen Marksteine zu kleinen Episoden verarbeitet. Themen sind die Stummfilmzeit und der Beginn des Tonfilms, die Darstellung des menschlichen Körpers im mexikanischen Film, Zeugnisse vom „cinema novo” Brasiliens durch die Stimme ihres berühmten Vertreters Glauber Rocha, der längst gestorben ist; das venezolanische Kino der siebziger Jahre, das klassische kubanische Kino der sechziger Jahre, die indigene Problematik, die Sorgen des argentinischen und columbianischen Kinos bis zum Dokumentarfilm der sechziger und siebziger Jahre, welcher jene Epoche geprägt hatte. Aus der Welt des Kinos nehmen Stellung Pilar Miró, Michael Chanan, Costa Gavras und Robert Redford. „Die Ausdrucksweisen des Films sind so vielfältig wie die Ausdrucksweisen des lateinamerikanischen Kinos.” (Julio García Espinosa)

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LAS AVENTURAS DE JUAN QUIN QUIN

Juan Quinquin, ein armer, aber gewitzter Bauer, schlägt sich im vorrevolutionären Kuba auf allerlei Arten durchs Leben: Als Kirchendiener und Zirkuskünstler, Stierkämpfer und Kaffeepflanzer, der von den Plantagenbesitzern um seinen Lohn geprellt wird. Sogar als Christusdarsteller in einem Wandertheater macht er auf sich aufmerksam. Als die Revolution beginnt, gerät er gemeinsam mit seinem Freund Jachero unter die Anhänger Fidel Castros und wird von Batista-Soldaten eingekesselt.

Kuba 1967
Regie: Julio García Espinosa
113 min, 35mm, schwarzweiß, OF mit dt. UT

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REINA Y REY

Havanna in den 90er Jahren: Reina verbringt mit ihrem Hund Rey ihre Rentnerjahre in dem Haus, in dem sie bis vor 20 Jahren als Bedienstete arbeitete. Damals war die Familie, bei der Reina arbeitete, nach Miami gegangen. Wie ein Wesen außerhalb der Zeit bewegt sich Reina durch Havanna, den Malecón entlang, setzt sich in einen alten Zug am Abstellgleis. Reina versucht trotz der schweren Wirtschaftskrise ihren Hund durchzufüttern. Rey setzt sich aber trotzdem auf der Straße ab. Traurig gestaltet Reina ihr Leben um. Unvermutet tauchen die „Herrschaften” von damals auf und wollen sie mit nach Miami nehmen. Filmische Gedanken über die „periodo especial”(Zeit der Wirtschaftskrise Anfang der 90er Jahre) und die Zeit nach Fidel mit wieder neuen Herrschaften.

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