Jia Zhnag-ke

ZHAN TAI – PLATFORM

Winter, 1979. Fenyang, eine Kleinstadt in der Shanxi-Provinz. Minliang und seine Freunde führen wie seit Jahren ein Jubelmusical zu Ehren Maos auf, doch der ist seit drei Jahren toter als tot, und bereits im Frühling 1980 wird Fenyang wie ganz China ein anderes, kommerzielles „kulturrevolutionäres“ Erdbeben von ungeahnten Ausmaßen erschüttern. Endlich nicht mehr Langeweile und heuchlerisches Pathos, heimlich Popmusik aus Taiwan und Hongkong im „Feindsender“ hören, sondern… Für Minliang und seine Freundin Ruijian könnte eine aufregend romantische Zeit beginnen, aber … Regisseur Jia Zhang-ke: „Die Zeit, in der mein Film spielt, das war auch mein Erwachsenwerden, der Verlust der revolutionären Ideale, der Einbruch des Konsumzeitalters, von 1979 bis 1990. Über Nacht erschienen Übersetzungen von Nietzsche und Freud, vorher gab es nur ,Das Kapital’ und alles von Mao. Wir wuchsen mit dem Ideal auf, kleine Rädchen in einer gigantischen Maschinerie zu sein. Popmusik, Liebeslieder erinnerten uns, daß wir ein Recht hatten zu lieben. Aber danach kamen Fernsehen, amerikanische, japanische Zerstreuungs-Serien, Kung-Fu. ,Platform’ war in den achtziger Jahren der bedeutendste Rocksong für das China unserer Generation: ,Wir warten, wir warten, in alle Ewigkeit…’ Weil wir immer noch warten, nannte ich den Film nach diesem Lied.“

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