Jean Khalil Chamoun

TAIF AL MADINA

Auf der Flucht vor den ausbrechenden Kämpfen im Südlibanon kommt Rami als Halbwüchsiger nach Beirut. Eine neue Existenz aufzubauen ist für seine Familie nicht einfach und Rami muß sich an der Geldbeschaffung beteiligen. Er beginnt, in einem Cafe zu arbeiten, dessen Welt ihn bald in Bann zieht. Der Sänger mit seinen Balladen, die geschäftstüchtige Barbetreiberin, die wie eine Königin der Unterwelt schmutzige Geschäfte sauber abwickelt. Doch der Krieg läßt nicht auf sich warten, Beirut explodiert im Bürgerkrieg, der 17 Jahre dauern und Ramis Leben bestimmt wird. Er verliert seine Kinderliebe Yasmine aus den Augen, sein Vater wird entführt, schließlich entschließt er, der Pazifist, sich, auch Soldaten zu werden. In seinem Spielfilmdebut entwirft der Dokumentarist Jean Chamoun mit Rami einen Filmheld, der seinen Idealen von Mitmenschlichkeit treu bleibt. In der Begegnung mit einer jungen Frau, beginnt er zu zweifeln. Sie ist in einer Bewegung von Müttern, Ehefrauen und Schwestern, die Aufklärung um die Verschwundenen einfordern. Die Verschwundenen, die bis heute Schatten auf die Stadt werfen. (vt) Jean Khalil Chamoun (1945 Sarine, Libanon), studierte Theater in Beirut, dann Film in Paris. Produziert und dreht Dokumentarfilme, arbeitet mit der Dokumentaristin Mai Masri, unterrichtet während des Bürgerkrieges an der Filmhochschule in Beirut. TAIF AL MADINA ist sein erster Spielfilm. Filmographie (Auswahl): BEYROUTH – GENERATION DE LA GUERRE (1988), REVES SUSPENDU (1992)

read more