Japan

DEPARTURE

Kazuya, Masaru und Syusuke sind gute Freunde. Im Frühling haben sie ihren Schulabschluss gemacht. Kazuya wird bald die Universität in Tokio besuchen; Syusuke hat vor, nach London zu ziehen. Jeder von ihnen wird ein neues Leben beginnen. Am Abend vor ihrem Abschied wollen sie ein letztes Mal zusammen etwas trinken gehen. Kazuyas Freundin heißt Yukiko. Er hat bislang gezögert, ihr die Wahrheit zu sagen, weil er sowohl mental als auch finanziell von ihr abhängt. Syusuke wiederum sucht an diesem Abend nach einer Frau und trifft in einer Bar auf Mari, die jedoch betrunken ist. Derweilen arbeitet Masaru in einer Karaoke-Bar. Dort lernt er die schöne, aber sehr mysteriöse Ryoko kennen. Sie scheint sehr unglücklich zu sein …

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HASEN NO MALICE

Schnelle Finger an einem elektronischen Schnittplatz bereiten für die angriffslustige News-Sendung „Neun vor zehn“ einer privaten Fernsehstation die Bilder auf, damit die Sache zugespitzt wird, wie das die neue Medienwelt schätzt. Und wie es die Einschaltquotenfetischisten wünschen. Yoko Endo ist eine hochtalentierte Cutterin, die ihr Metier im Schlaf beherrscht und es immer wieder geschafft hat, in allerletzter Sekunde einen Beitrag bereit zu stellen und ihm ein großes Entlarvungspotential zu geben. Auch jetzt überführt sie durch einen simplen Bildschnitt einen Mann und Familienvater nicht irgendeiner Unterstellung, nein: Er soll hinter einem Mord stecken. Ein Anflug von Lächeln in seinem Gesicht genügt. Satoshi Isaka hat sich bereits in seinem ersten Spielfilm FOCUS mit der Medienwelt auseinandergesetzt, und hier gestaltet er in Form eines Thrillers eine fundierte Medienkritik. „ The frame ist ein hervorragender japanischer Suspense-Thriller, der eine moderne Variation eines alten Themas bildet.“ (American Dreamer) / (trigon film) Satoshi Isaka (1960 Tokio) arbeitet nach seinem Literaturstudium als Regieassistent bei Segawa Masaharu und Higashi Youichi, 1992 erster Fernsehfilm. Filmographie (Kino): FOCUS (1997), ONNA KEIJI RIKO (1998)

Japan 1999
Regie: Hisashi Nozawa
98 min, 35mm

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NAHJA NO MURA

In den frühen Morgenstunden des 26. April 1986: Reaktorkatastrophe im Atomkraftwerk Tschernobyl. Damals gehörte das Gebiet der heutigen Ukraine noch zur Sowjetunion. Der Landstrich Gomel bei Tschernobyl gehört heute zu Weißrussland. Kurz nach dem Unglück verteilte ein starker Wind Radioaktivität über das ganze Gebiet und verwandelte die Erde in verseuchtes und totes Land. Fast alle der dort lebenden dreihundert Familien wurden gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. Nur sechs von ihnen blieben zurück. Da sie sich weigerten, in einen anderen Teil des Landes zu ziehen, wurden sie „Samosyol” (Egoisten) genannt. Die achtjährige Nadia im Dorf Dudichi (Landkreis Tschetschersk in Gomel) gehört zu einer dieser sechs Samosyol-Familien. Im Frühling breiten sich grüne Felder vor ihnen aus und im Sommer ernten sie Getreide. Elf Jahre sind vergangen und noch immer ist das radioaktiv stark belastete Land offizielles Sperrgebiet. Die Menschen, die trotzdem geblieben sind, leben ihr eigenes, isoliertes Leben in der weiten Ebene. „Die Schönheit von Belarus ist überwältigend. Man kann die Dorfbewohner verstehen, die fragen: ’Wie könnt ihr von uns verlangen, unsere Heimat zu verlassen, weil sie verstrahlt wurde? Warum lasst ihr uns nicht in Ruhe?’ Die provokative Kamera macht klar, wie lebenssprühend diese Dörfer einst gewesen sein müssen.” (Sato Tadao in: Asahi Shinbun)

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NARAYAMA BUSHIKO – Die Ballade von Narayama

Nordjapan, in einem verarmten, abgelegenen Bergdorf: Die Tradition aus Überlebenssnot bestimmt, die Alten, wenn sie 70 werden, auf dem Berg Nara dem Willen der Götter zu überlassen – dieses Opfer garantiert einem jüngeren Essen. Orin ist 69, lebt mit ihrem Sohn und drei Enkelkindern und bereitet sich auf ihren Abschied ein ganzes Jahr lang vor. Neben anderen, moralisch nicht immer akzeptierten Aktivitäten, organisiert sie ihrem Sohn eine Frau, lehrt diese, die Familie zu ernähren. Am Berg Nara empfangen die mit ihrem Schicksal versöhnte Orin und ihren trauernden Sohn, der sie auf seinem Rücken hinauftrug, hunderte Skelette und hungrige schwarze Raben. Shohei Imamura hat seinem eindringlich intensiven Epos Szenen ritueller Sexualität bei-gefügt, die als schockierend empfunden wurden. (nach www.allmovie.com)

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NEMURU OTOKO

Beim Betrachten von Kohei Oguris Film hat man das Gefühl, am Anfang müsse das Bild gewesen sein, zu dem die Menschheit erst auf dem Umweg über das Wort wieder zurückgefunden hat. Das Bild als direkte sinnliche Erfahrung, als Wahrnehmung auf der Netzhaut, das Bild als eigenständige Existenz. Kohei Oguri setzt der Bilderflut und Bilderhetzeder Gegenwart eine Bilderruhe entgegen mit einem archaischen Film, der vom urtümlich Menschlichen handelt und dieses aus der Gegenwart heraus neu erahnen läßt. Takuji hat bei einem Sturz in den Bergen das Bewußtsein verloren. Seitdem schläft er. Seine Eltern pflegen ihn und hoffen auf das Unmögliche. Die Gegenwart des schlafenden Mannes lastet schwer auf dem Dorfleben. Tia erfährt von ihm. Sie hat ihren Sohn während einer Überschwemmung, die auf die Entforstung folgte, verloren. Sie nimmt auf einer ‚Matsukaze‘-Feier teil, auf der die Toten nach den Lebenden rufen. Die Existenz Takujis ist eine Provokation, denn für die anderen geht das Leben weiter. Es wird aber auch vom schlafenden Mann in Frage gestellt. Was ist das Leben? Wonach streben wir? Was ist, wenn es endet? „Eine kontemplative Meditation über das Verhältnis von Leben und Tod in der japanischen Gesellschaft.“ (zoom) Die ‚Tessenkai‘ und ihr ‚Nô‘ sind nicht nur das Medium zu einer anderen Welt; sie symbolisieren auch das Verschmelzen verschiedener Kulturen. Oguri formuliert in Anlehnung an Yeats seine Vorstellung von einem Leben das größer ist als alles, was den Menschen umgibt, und auch größer ist als die Summe aller Erfahrungen. Es ist die Unendlichkeit aller Möglichkeiten, somit das Gedächtnis. Nach dem Theaterstudium hat sich Regisseur Kohei Oguri dem Kino zugewandt, wo er gewisse Momente des Theaters adäquat umzusetzen versteht. Nicht nur den Einbau einer Nô-Bühnenszene im Freien, auch die Tatsache, dass der Hintergrund eines Dekors bei ihm wie in einem Bühnendekor wechseln kann und dabei die Stimmung allein über die visuelle Wahrnehmung verändert. So arbeitet der Filmemacher ganz bewußt mit den fliessenden Übergängen, die die japanische Architektur mit ihren seitlich offenen Häusern bietet. Gelegenheit, über das Innen und das Aussen nachzudenken, die Übergänge zwischen den Räumen sinnbildlich zu nutzen, bis hin zum Wechsel von der einen in die andere Existenz. Durch die offene Architektur ist das menschliche Leben auch viel ausgeprägter zur übrigen Natur hin geöffnet, die ihrerseits für den Schlafenden Lebensspenderin war und Todesgrund. Oguri vertraut darauf, dass es eine Schönheit per se gibt, und er weiss sehr wohl, dass sich diese Schönheit nicht einfach bebildern lässt, dass sie vielmehr erahnt werden muß. Zu eng gefaßt, verlöre sie ihren Reiz. Das führt dazu, daß er Momente aus dem Alltag zeigen kann, die zusammengenommen diese eigenartige Schwingung des Seienden auslösen können. Sein Erzählfaden ist kein verbaler, sein Erzählfaden ist ein visueller. Die Handlung folgt einem Bilderfaden, die Dialoge finden zwischen den Bildern uns uns statt. Leben und Tod sind in NEMURU OTOKO eine Einheit. Genauso wie innen und außen, Winter und Frühling, Tag und Nacht, Wärme und Kälte. Es gibt das andere nur, weil es das eine gibt. Oguris Film betrachtet das Leben aus dem Echoraum der Trennung im Tod heraus. «Bevor wir Linsen hatten, bevor wir Kameras hatten, um Geschichten zu erzählen, hatten wir alle, ob westliche oder östliche, eine viel grössere Sicht, einen viel grösseren Winkel, aus dem heraus wir eine Szenerie betrachten konnten.» (Oguri) „Oguris Kino ist eine sanfte Form der Rückeroberung, eine Befreiung von der Enge der Linsen. Nach aussen weitet er diesen nicht, verzichtet er weitgehend auf Kamerabewegungen. Nach innen öffnet er ihn sehr wohl, durch Bewegung und Stillstand im Bild, durch phänomenale Lichtakzente, durch eine Arbeit in die Tiefe, die Ihresgleichen sucht. Da schwebt, wie in einem Haiku, der Sinn im Unausgesprochenen, da berührt, wie im Nô-Theaterstück, die Welt der Toten die Welt der Lebenden. Und wird eins.“ Walter Ruggle (Texte aus trigon-film Magazin Nr. 2 und www.trigon-film.org)

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OKHOTNIK (The Hunter)

Ein als „Wolfskind“ verrufener Junge und seine verführerische Mutter sowie ein Jäger und Schamane stehen im Mittelpunkt dieser elegischen, zum Teil burlesken Erkundungen menschlicher Begierden, Fähigkeiten und Einsamkeiten. Nachdem der Junge einen Überfall begangen hat, bricht er mit dem Jäger und Liebhaber seiner Mutter zu einer Initationsreise auf.

Kasachstan/F/CH/JAP 2004
Regie: Serik Aprimov
90 min, 35 mm, Farbe, OF mit dt. und franz. UT

9-11 POWER AND TERROR: NOAM CHOMSKY IN OUR TIMES

Der Film präsentiert die Überlegungen von Noam Chomsky in Interviews und Reden über Macht und Terror, aufgenommen im Frühjahr 2002.

Japan 2002
Regie: John Junkerman
74 min, 35 mm, Farbe, engl. OF

SHICHININ NO SAMURAI (Die sieben Samurai)

Japan im 16. Jahrhundert. Ein armes Bauerndorf wird jährlich von Banditen überfallen und um die Frucht seiner Arbeit gebracht. Die Bewohner heuern sieben Samurai an, die den Kampf gegen die Räuber aufnehmen. Der Film bildete die Vorlage zu John Sturges’ Westernklassiker „The Magnificent Seven“ und gilt bis heute als einer der einflussreichsten Filme aller Zeiten.

Japan 1954
Regie: Akira Kurosawa
203 min, 35 mm, s/w, OF mit dt. UT

TENGOKU TO JIGOKU (High and Low)

Der reiche Schuhfabrikant Kingo Gondo erfährt, dass sein Sohn entführt wurde und er ein exorbitantes Lösegeld für dessen Freilassung bezahlen soll. Nachdem sich aber herausstellt, dass die Entführer irrtümlich den Sohn seines Chauffeurs verschleppt haben, stellt sich für ihn die Frage, ob er seine Ersparnisse, mit denen er die Übernahme einer Fabrik und somit weiteren sozialen Aufstieg plante, für die Freigabe dieses Kindes opfern soll. Akira Kurosawa zeichnet in diesem Film ein dunkles Bild der japanischen Gesellschaft, in dem die Differenz zwischen Arm und Reich immer größer, ja unüberwindbar zu werden droht.

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The First Rains of Spring

In den Bergen von Tien Shan, weit weg von jeder Zivilisation, lebt in einem kleinen Haus eine Hirtenfamilie, bestehend aus Kuanysh, dem Vater und Oberhaupt, seiner Ehefrau Danagul, dem ältesten Sohn Ashkat sowie seinen Geschwistern Aigul und Alisher. Mit ihnen zusammen lebt seit über zehn Jahren die alte Schamanin Dergeley. Einige Tage vor Frühlingsbeginn sammelt sie die Familie um sich, um eine letzte Botschaft zu verkünden … Eine Geschichte über Zusammengehörigkeit und Wiedergeburt, ergreifend in seiner Einfachheit inmitten der unendlichen Weiten der kasachischen Steppe.

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UMI WA MITEITA (THE SEA WATCHES)

Die junge und etwas gutgläubige O-Shin arbeitet in einem Bordell im wunderlichen, kleinen Küstenort Okabasho. Als ein Samurai das Freudenhaus besucht, verliebt sie sich in ihn. Ihre ältere Schwester Kikuno warnt sie jedoch davor, sich zu verlieben, obwohl sie eigentlich möchte, dass O-Shin den Samurai heiratet. Die Zeit vergeht, und O-Shin lernt Ryosuke kennen, einen traurigen und des Lebens überdrüssigen Kunden, dem sie die Bedeutung und die Freuden des Lebens lehrt – die Beziehung der beiden ist immer mehr von gegenseitiger Abhängigkeit, Vertrauen und Respekt geprägt, aber Kikuno rät ihrer Schwester wiederum, ihrem Verlangen nicht nachzugeben. Als die Situation für die junge O-Shin bereits aussichtslos scheint, wird Okabasho von einem gewaltigen Sturm heimgesucht, vor dem alle Dorfbewohner fliehen – nur Kikuno und O-Shin bleiben zurück. Das Meer, das seinen Ärger bislang nicht ausdrückte, überschwemmt nun die Straßen und Bordelle der Stadt. Die Flut nimmt alle Sorgen der zwei Schwestern mit, während diese eine lang herbeigesehnte Ruhe wiederentdecken.

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