Idrissou Mora-Kpai

ARLIT, DEUXIÈME PARIS

Christian Berger Dokumentarfilmpreis, Prix de l´Institut Français
Inmitten der nigerianischen Wüste gelegen, war Arlit in den 1970er Jahren ein Eldorado, dessen Wohlstand auf dem imperialistischen Impetus der französischen Uranbergwerke beruhte. Seine Bewohner nannten es stolz das „zweite Paris“. Doch der Kurssturz des Uraniums und der Aufstand der Tuareg ließen es zu einer Geisterstadt werden, in der die Alten ihren enttäuschten Hoffnungen und die Jungen ihren unrealistischen Zukunftsträumen in Algerien oder Europa nachhängen.

Benin/F 2005
Regie: Idrissou Mora-Kpai
78 min, 35 mm, Farbe, OF mit dt. UT

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SI-GUERIKI, LA REINE-MÈRE (SI-GUERIKI, THE QUEEN MOTHER)

Der Regisseur wurde vor 33 Jahren in Nord-Benin geboren. Nach zehn Jahren, die er in Europa verbrachte, kehrt er in sein Dorf zurück. Sein Vater ist gestorben. Er entdeckt die Lebensbedingungen seiner Schwestern und Nichten, vor allem aber den Platz, den seine Mutter nun einnimmt. Während seiner Kindheit war sie lediglich eine der Ehefrauen seines Vaters, ein Schatten im Haus, jetzt trägt sie den „Si-Gueriki“, sie ist die Königinmutter. Mit diesem intimen, persönlichen Film gelingt es Idrissou Mora-Kpai, von innen wie von außen einen Blick auf seine Herkunft und Kultur zu werfen. Die Männer aus dem Stamm der Wassangari, einst edle und mächtige Krieger, bewahrten innerhalb ihres Clans ein Patriarchat, das aus einer anderen Zeit stammt. Der Anfang des Films ist steif und konventionell, wie ein allzu fest gestärkter Hemdkragen. Der Regisseur stellt seine Kamera auf, hört zu, beginnt sich zu verändern. Seine Fragen sind ebenso einfach und direkt wie die Antworten, die er erhält. Er entdeckt seine Mutter, eine eindrucksvolle Persönlichkeit, und ihre neue Rolle als „Königin“. Er sieht sich auch mit einer weiteren Ehefrau seines Vaters sowie mit seinen Schwestern und Nichten konfrontiert.

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