Flora Gomes

NHA FALA

Bevor Vita zum Studium fährt, verspricht sie ihrer Mutter, nie zu singen. Eine Familienlegende will nämlich, dass eine Frau, die singt, sterben muss. In Paris begegnet Vita dem Musiker Pierre, verliebt sich und beginnt zu singen. Pierre überredet sie, eine Platte aufzunehmen. Vita befürchtet, ihre Mutter würde von ihrem Wortbruch erfahren, und beschließt, nach Hause zurückzukehren. Mit Pierres Hilfe inszeniert sie den eigenen Tod und ihre Auferstehung. So zeigt sie, dass alles möglich ist, wenn man nur bereit ist, es zu wagen und sich selbst zu hinterfragen … „Was tun, wenn jemand dich am Vorwärtskommen hindert? Versuch’s trotzdem!“ Die Worte des Schlussliedes sind kennzeichnend für das Denken von Flora Gomes, dessen Filmschaffen in engem Bezug zur Geschichte seines Landes steht. „Nha fala bedeutet meine Stimme, mein Schicksal, mein Leben und mein Weg zugleich. Diese vier hoffnungsvollen Begriffe verwandeln sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts für die Jugend eines riesigen Kontinents, Afrika, in dramatische Ungewissheiten. Ich wollte sie miteinander verknüpfen, indem ich mich auf das scheinbar unwichtigste und entbehrlichste der vier Wörter konzentrierte: die Stimme, das Lied, die mit Musik untermalte Aussage… „ (Flora Gomes)

read more

PO DI SANGU

Rot und Blau. Die Farbe des Lebens, die Farbe des Todes. Dazwischen, ockerfarben, die Erde. Das Grün der Natur. Darin eingebettet: die Menschen. Ihre Seele, durch Bäume verkörpert, kann verdorren oder sich entfalten. Wer einen Baum pflanzt, glaubt an die Zukunft. Im Dorf, in dem PO DI SANGUI spielt, wird bei jeder Geburt ein Baum gepflanzt. Dieser Baum wird mit dem Kind größer, wächst über es hinaus, überlebt es und wird zu dessen Seele. Dou kehrt als Nomade in sein Dorf zurück, um an die Stelle seines verstorbenen Zwillingsbruders Hami zu treten. Doch während der Baum von Hami stark und aufrecht steht, ist sein eigener verdorrt. Nicht nur verwirrt durch die Frage, wer nun gestorben sei, sieht Dou sich mit der jungen Saly konfrontiert, die sich in die Sonne verliebt. Als dann auch noch Holzfäller aus der Stadt kommen, beginnt eine lange Reise durch die Wüste. PO DI SANGUI ist nach MORTU NEGA (1987) und DIE BLAUEN AUGEN VON YONTA (1992) der dritte Kinofilm des in Guinea-Bissau geborenen Regisseurs Flora Gomes. Als er einem Agronomen beim Pflanzen eines Baumes zuschaute, beschloß er, die Umwelt zum Thema seines dritten Films zu machen. (nach: trigon-film) Flora Gomes: „Der Mensch wohnt in der Natur und wird gleichzeitig von ihr bewohnt. Ich wollte mit dieser Geschichte einen Blick auf unseren Planeten werfen, einen sehr kritischen und gleichzeitig einen hoffnungsvollen Blick. Es geht mir darum, dem Publikum die äußerst zerbrechliche Wechselbeziehung zwischen dem Menschen und der Natur fühlbar zu machen.“ „PO DI SANGUI besticht mit seinen sprühenden Farben und den großartigen Bildern. (…) Eine magische Legende, ein traumhaft poetischer Film, der im langsamen Lebensrhythmus eines afrikanischen Dorfes pulsiert.“ (Agence France Press)

read more