Daoud Aoulad Syad

AOUD RIH – Das Windpferd

Rasend schmettert ein Zug über die Leinwand, langsam bringt ein Boot einen alten Mann an irgendein Ufer. Schon die ersten Bilder illustrieren, was kommen wird: Unterwegssein, flüchtige Bewegungen, Sehnsucht, Ankünfte, Abschiede. Zwei marrokanische Männer treffen sich zufällig. Taher, der Ältere, war einstmals geachteter Hufschmied, jetzt fühlt er sich nur mehr als Last seines Sohnes, bricht auf in die Ver-gangenheit, sucht verzweifelt einen Heimatort, sinnvolle Überlebenswahrzeichen in einem fernen Dorf, Azemmour, am Grab seiner zu früh verstorbenen, unsterblich geliebten Frau. Unterwegs trifft er auf den 30-jährigen Driss, dem Krankenhaus wie einem Gefängnis entronnen, auf der Suche nach seiner totgesagten Mutter. Schicksalshaft ketten sich ihre einsamen Sehnsüchte aneinander, und sie reisen, teilen Enttäuschungen, natürliche Mißverständnisse, seltene Einverständnisse, vorübergehende Hoffnungen. Bis ans Ende aller Enttäuschungen, am provozierenden Rande des Selbstmords, als der von allem enttäuschte alte Mann ein Leben retten darf…

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