Dänemark

BYE BYE BLUEBIRD

„Kleine Inseln sind nichts für Menschen, nur für Vögel, die wegfliegen können,“ sagt einmal eine der beiden jungen Frauen. Rannvá und Barba, wie schrill-bunte Paradiesvögel, rebellisch mit ihren verletzten Flügeln schlagend, sind sie nach vielen Jahren im Ausland im haßgeliebten Land ihrer Kindheit gelandet: den Faröer-Inseln. Ein paar Häufchen Erde nordwestlich von Island, wo jeder, der auf längere Zeit weggeht, wie ein Verräter behandelt wird. Zwei seltsame Heldinnen, Rachegöttinnen, die ihre Wut und Unsicherheit, saufend, fluchend oder tangotanzend entladen. Aber hinter der grellen Fassade der Selbstinszenierung verbergen sich zwei zutiefst Verwundete. Barba wurde von ihrer blutjungen Mutter verstoßen, Rannvá war selbst blutjung Mutter geworden und hatte ihre Tochter auf den Inseln zurückgelassen. Katrin Ottarsdóttir, die erste und einzige Filmregisseurin der Faröer-Inseln, weiß nur allzu gut, wovon sie in ihrem komischen, phantasievollen und berührenden Roadmovie erzählt: Von kleinbürgerlichen Denkmustern, beengenden Verhaltensweisen, täglicher Heuchelei. Sie selbst flüchtete mit 19 Jahren in die Kopenhagener Punkszene. Um jetzt, mit 45, mit einem tragikomischen Spiegelbild-Film nicht mit ihrer Vergangenheit abzurechnen, sondern versäumte Chancen, brutale Gefühllosigkeiten sichtbar zu machen. Mutig hat sie Rannvá, die junge Mutter, von ihrer eigenen Tochter spielen lassen.

read more

The Magic Voice of Grassland

Der Dokumentarfilm THE MAGIC VOICE OF GRASSLAND ist zwischen 2009 und 2014  in der Inneren Mongolei (China) entstanden. Er beginnt an der Hohhot Universität, dem wichtigsten Ort für das Studium des Kehlkopfgesangs. Der Film erzählt die Geschichte dieser altertümlichen Gesangstradition, wie sie bis heute überlebt hat, wie sie früher von Generation zu Generation weitergegeben wurde und wie sie immer noch wesentlich zur kulturellen Identität der modernen Mongolen beiträgt.

DK 2015
Regie: Torben Glarbo
60 min, Farbe, DCP, OmeUT

read more

LES SAUTEURS

Vom Berg Gurugu blickt man auf die spanische Enklave Melilla an der nordafrikanischen Mittelmeerküste. Afrika und die Europäische Union werden hier durch eine hochgesicherte Grenzanlage, bestehend aus drei Zäunen, voneinander getrennt. In den Wäldern des Bergausläufers leben Geflüchtete, meist aus der Subsahara­Region, die versuchen, diese direkte Landgrenze zwischen Marokko und Spanien zu überqueren. So auch der Malier Abou Bakar Sidibé, der zugleich Protagonist und Dokumentierender im Film ist. Er zeigt seine Lebensrealität am Rande einer abgeschotteten EU.

read more