Congo

ARTICLE 15 BIS

In einer afrikanischen Stadt unter sengender Hitze. Ein Mann schifft gegen eine Mauer, auf der steht: „Urinieren verboten, 5000 CFA Strafe“. Ein paar Meter weiter halten drei frustierte Soldaten Wache vor dem Haus eines Generals. Wieviel wird der arme Mann zahlen müssen? (hg)

RD Kongo 2000
Regie: Balufu Bakupa-Kanyinda
15 min, 35mm, Farbe, frzOmenglU

BAYIRI – LA PATRIE

BAYIRI – LA PATRIE shows the life of people who once had to leave Burkina Faso and tried to start a new life in Côte d’Ivoire. When civil war starts in Côte d’Ivoire in 2002, the Burkinese have to flee again. They are brought to the refugee camp Operation Bayiri in Burkina Faso, where particularly the women have to endure hunger, violence and arbitrariness by rebels and policemen. Biba, a strong young woman also has to stay in Bayiri. Despite her unwanted pregnancy due to rape commited by a rebel boss she tries her best to provide for her friends and herself. Zodo, a tug, helps her as good as he can. read more

CONGO SHORTS

The Democratic Republic of Congo, also known as Congo-Kinshasa, is spacewise the second largest and with approximately 70 million people the fourth largest African country in population. Although the country is marked by war and exploitation, like everywhere else there are many artistic talents that are just waiting to be discovered or are on the verge of being discovered. The director Balufu Bakupa-Kanyinda, President of the African film guild and winner of the IFFI-Fiction Film Award of 2007 (JUJU FACTORY) lives in Europe and teaches film at many places in the world, but his heart is in his homeland, the Congo. This is, he says, where the major film talents of the future are, and for these young people he has recently founded a film studio based in Kinshasa – „La Manufacture de l‘Imaginaire“, and provides his protégés with the possibility to put their ideas into film. „I want to support them in their creativity and give them some of my experience so that they can become better filmmakers than myself,“ he explains. We also want to support them. No, we want to see what they do and therefore we show a series of short films by these emerging talents of the Congo. read more

JUJU FACTORY

Kongo Congo, a writer who lives in Brussels, is commissionated to write a book on the Congolese community. Joseph D the editor, wants a kind of turistic guide, with ethnic indigredients that would please the large population of the global village without challenging it or much less make political references to Africa of yesterday and today.

Congo 2006
Regie: Balufu Bakupa-Kanyinda
97 min, 35 mm, Farbe, OF mit engl. UT
Festival: Fespaco 07; Von Balafu Bakupa-Kayinda wurden bisher beim IFFI präsentiert: LE DAMIER-PAPA NATIONAL OYÉ und ARTICLE 15 BIS; In Anwesenheit von Balafu Bakupa-Kayinda
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LUMUMBA

Wenn jemand etwas als „wahre Geschichte” ankündigt, fürchtet er, dass ihm keiner glaubt. „Das ist eine wahre Geschichte”, steht im Vorspann von Raoul Pecks Film LUMUMBA, und eine Erzählstimme nimmt den mild pädagogischen Duktus auf. „Sag den Kindern nicht alles”, sagt diese Stimme, „sie würden es nicht verstehen”. Raoul Peck geht keine Umwege, um zu zeigen, was „den Kindern” über Jahrzehnte hinweg verschwiegen wurde. Zwei Männer in Uniform zersägen den Leichnam eines in Tuch gewickelten Mannes. Man sieht sein blutverkrustetes Gesicht; er ist schwarz, die ihn beseitigen, sind weiß. Sie lösen den Körper in Säure auf, verbrennen die Kleider. Nichts sollte bleiben von Patrice Lumumba, nicht einmal ein Grab: „Sogar tot mache ich ihnen Angst.” Wenn eine Figur die eigene Ermordung kommentiert, werden wahre Geschichten im Kino erträglicher. (Christina Bylow in: Die Zeit, 12. Juli 2001) Bei der Berliner Konferenz 1885 teilte Europa den afrikanischen Kontinent unter sich auf, der Kongo wurde zum persönlichen Eigentum des Königs Leopold II. von Belgien. Am 30. Juni 1960 wurde der junge Patrice Lumumba der erste Regierungschef in einem neuen, scheinbar unabhängig gewordenen Staat. Zwei Monate sollte er in seinem Amt bleiben, bis er mit tatkräftiger Unterstützung aus den USA und aus Europa ermordet wurde. Ihm folgte Kolonel Joseph Mobutu nach. Patrice Lumumba wurde zur Symbolfigur demokratischer Träume. „Immer mehr stellte sich heraus, dass Lumumba nicht nur Versprechen machte, wie andere Politiker dies zu tun pflegen, sondern er begann die Leute, aus Verbundenheit mit dem Volk, zu politisieren. Das machte ihn beliebt und begründete seinen Mythos. Lumumba ist dem Kalten Krieg zum Opfer gefallen. Deshalb wurde er auch als Kommunist bezeichnet, denn alles, was nicht für die Belgier war, war für den Kommunismus. Der Kongo sollte nicht dem sowjetischen Bären in die Hände fallen.” (Reginald Kessler, Dominikaner, Zeitzeuge und Weggefährte Lumumbas) Als ob die Verbindung hätte sichtbar gemacht werden müssen, wurde Diktator Kabila fast auf den Tag genau vierzig Jahre nach Lumumba umgebracht. Kabila war Gefolgsmann Lumumbas. Kabila schlug seine Wurzeln als Revolutionär in den Wochen nach der Unabhängigkeit, als es zu Wirren in der Provinz Katanga kam, und fortan sprach auch er oft und gern vom neuen Afrika, ehe er von der Macht besessen wurde. (Neue Zürcher Zeitung, 16. Februar 2001) Raoul Peck: „Was meint Unabhängigkeit in einer Welt, in der ökonomische und militärische Blöcke einander konfrontieren? Was bedeuten Demokratie, Einheit, Nation, Recht und Gesetz, wenn Konflikte zwischen Menschen und ethnischen Gruppen die öffentlichen Debatten ersetzt haben? Wie kam es, dass sich an Lumumba solche Brutalität, solcher Zorn entzündet haben? Warum wurde ausgerechnet er von all den Führerfigu-ren, die rundum ihren Machtbereich markiert hatten, von der Geschichte wegrasiert? Lumumba stört, er wirft Fragen auf, über vergangene und gegenwärtige Fehler. (…) 18 Monate lang diente ich als Kulturminister meines Landes Haïti. So erlebte ich harsche, erbarmungslose, politische Streitereien, in einem Land, das noch immer zwischen hegemonischem Populismus und Demokratie schwankt, geprägt von einer Entwicklung, in der das Wort ‚Demokratie’ nie über eine abstrakte Idee hinauskam. Nach dieser Erfahrung, die ebenso bereichernd wie spannungsvoll war, bin ich zu meinem Lumumba-Projekt zurückgekehrt. Es war eine Möglichkeit, über meinen Schmerz, meine Trauer, meinen Zorn hinauszukommen. LUMUMBA beschäftigt sich nicht mit lokalen Ereignissen, es ist die Geschichte einer Tragödie, die nie endet, die widerhallt in allen bekannten Tragödien in Afrika wie in Europa, von Ruanda bis Jugoslawien.” Raoul Peck wurde 1953 in Port-au-Prince auf Haïti geboren. Da sein Vater eine Stelle im früheren Belgisch-Kongo annahm, lebte die Familie einige Jahre in Kinshasa. Raoul Peck studierte an der Filmakademie in Berlin. (Zusammenstellung der Texte: Helmut Groschup) read more

Noire Ici, Blanche LÀ-BAS

From her family home in Brunstatt, Alsace, hometown of her father, Claude Haffner embarks on a journey in search of her African identity. Questioning her mixed race identity, she follows her African roots. She learns a lot about her ethnos, her ancestors and their traditions. Her home region Kasai, homeland of her mother, had been destroyed by the plundering for its diamond riches. She interviews her mother and other relatives about country, family and history. A film about the development and the future of Africa. read more