Clara Law

THE GODDESS OF 1967

Der designverliebte junge Japaner JM findet via Internet ein besonders schönes Exemplar seines Objekts der Begierde: einen pinkfarbenen Citroën DS, Baujahr 1967, einstiges Kultfahrzeugs aus Frankreich, auch „die Göttin“ genannt. Mit 35.000 Dollar in bar reist er von Tokio nach Australien um sein Traumauto zu kaufen. Doch in „Down Under“ trifft JM statt auf den Verkäufer auf die 17-jährige Diedre, eine blinde junge Frau mit feuerroten Haaren, kraftvoller Energie und so manchen Geheimnissen. Gemeinsam begeben sie sich in der „Göttin“ auf eine Reise quer durch den australischen Kontinent. Im Laufe der Zeit kommen sich diese zwei jungen Menschen näher und verlieben sich, dabei werden schmerzliche Erinnerungen wach. Die fünftägige Fahrt von Sydney nach Lightning Ridge entwickelt sich somit auch zu einer Reise in die Vergangenheit – geprägt von einer tragischen Familiengeschichte dreier Frauengenerationen, von patriachalen Strukturen und massiven Grenzüberschreitungen, von einengender Religiosität und Einsamkeit. Die aus Hongkong stammende und in Australien lebende Regisseurin Clara Law verwendet für ihr etwas anderes Road Movie eine geschickte Montage und kontrastiert faszinierende Bilder des australischen Outlaws mit Rückblenden in Familiengeschichten. „Mit einer ausgefeilten Bildsprache, die für jede Zeitebene eine eigene Farbgebung findet, erzählt THE GODDESS OF 1967 die Geschichte von Menschen, die versuchen, ihre Vergangenheit zu verarbeiten, um sich in der Gegenwart heimisch fühlen zu können“ (www.gaga-filmfest.de). Laws poetische und zugleich schrille filmästhetische Herangehensweise (eindrucksvolle Bildkomposition mit surrealen, kraftvollen Farb- und Lichteffekten, sowie ein vielschichtiger Soundtrack) verleiht dem Film eine eigenwillige und starke visuelle Ausdruckskraft, welche die Gefühlswelt der Charaktere sichtbar und spürbar werden lässt.

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