China

GRAIN IN EAR (Mang Zhong)

Die junge Koreanerin Cui lebt in der chinesischen Provinz in ärmlichen Verhältnissen und als illegaler Flüchtling ständig von Entdeckung und Auslieferung bedroht. Die auferzwungene Situation hat ihrem Leben einen eigenen, minimalistischen Rhythmus verliehen, eine Art Unauffälligkeit und ein Sich-zum-Verschwinden-Bringen. Mit ihrem Dreirad verkauft sie auf der Straße Selbstgekochtes und findet langsam ein wenig Eingang in die örtliche Gemeinschaft. Man lädt sie zum Kochen ein, und schließlich verliebt sich einer ihrer Kunden in die junge Frau.

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MEILI XIN SHIJE – SCHÖNE NEUE WELT

SCHÖNE NEUE WELT wirft einen ungewohnt lockeren Blick auf das zeitgenössische, sich verändernde China, auf die Gegensätze und Konfrontationen von Materialismus, Kapitalismus, traditionellen Werten und menschlichem Begehren. Shi Run Jiu, ein 29jähriger Regisseur und Drehbuchautor, bringt mit seinem ersten Langspielfilm frischen Wind in den chinesischen Film. Er bringt uns zum Lachen und zwingt uns zugleich nachzudenken. Der Bauer Baogen, der in die große Stadt kommt, um hier seinen Preis abzuholen, den er in der Lotterie gewonnen hat, ist mehr als verblüfft, denn die gewonnene Wohnung ist noch nicht einmal gebaut. Anstatt reich und berühmt zu werden, sieht er sich mit der simplen Realität konfrontiert. Er sucht bei seiner entfernten Verwandten Jinfang Unterschlupf und bringt deren Leben ganz schön durcheinander. (trigon film) Shi Run Jiu drehte Underground-Musikvideos und arbeitete als Regieassistent bei Zhang Yimou und Lu Yue.

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MINJING GUSHI – On the beat

Yang Guoli ist Polizist in Peking. Er kennt sein Revier gut und nimmt seinen Beruf ernst, macht Überstunden und versucht die familiären Spannungen, die dadurch entstehen, in den Griff zu bekommen. Eines Tages, nachdem ein Trunkenbold von einem tollwütigen Hund gebissen wurde, erteilt der Chef den Befehl, sämtliche Hunde in der Stadt zu töten. In diesem dokumentarischen Spielfilm stellen sich die Polizisten selbst dar.

China 1995
Regie: Ning Ying
102 min, 35mm, Farbe, Mandarin OmenglU

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ONCE UPON A TIME PROLETARIAN

Der Film porträtiert in 12 Kapiteln die soziale und politische Landschaft Chinas im Postmarxismus. Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund werden in ihrem Alltag gezeigt: ein alter Bauer, der sein Land verloren hat, ein Millionär, der mit seinem Börsenmakler telefoniert, junge Kinder, die berühmte Stars werden wollen, etc. Die Regisseurin zeigt auf poetische Art und Weise, wie sich ein Volk auf der Suche nach einer neuen Identität oft im Konflikt mit seiner Vergangenheit verliert.

China 2009
Regie: Guo Xiaolu
76 min, digiBeta, Farbe, OF mit engl. UT

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SE JIE – METAMORPHOSIS

Ein soeben geschiedener Taxifahrer zwischen zwei geheimnisvollen, schönen Nachbarinnen und einem gelähmten Mann in einem Wohnblock in Shanghai; vorübergehende Verschlingungen ihrer Lebenswege durch einen Unfall, Affären, ein Mordverdacht. Sie führen beliebige und einsame Leben, Glück scheint mit Anstrengung verbunden, Anstrengung mit Zumutung. Für etwas wie Ereignisse in ihrem Leben sorgen die Orte, die sie einander begegnen lassen, der Wohnblock, das Taxi. Regisseur Zhong Qiang läßt seine Protagonist/innen weniger über Ge-spräche kommunizieren, als über verborgene Blicke einander beobachten: Mittels eines Spiegels, den sich der Taxifahrer auf den Balkon stellt, um seine hübsche Nachbarin ins Visier nehmen zu können, dem Spion an der Tür, Körper werden in Details und Andeutungen zerlegt, Münder, nackte Füße und Beine, Unterwäsche. Die Nicht-Kommunikation ist denn auch die eigentliche Hauptdarstellerin in diesem Wohnblock-Stadtfilm. Nicht zufällig ist die Einzige, die mit allen kommuniziert, die Zeitungsverkäuferin an der Ecke: Sie ist stumm und verständigt sich mit Zeichen, die sie wie Bilder einer anderen, phantastischen Welt in die Luft malt.

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SHI QI SIU DE DAN CHE – BEIJING BICYCLE

Ein Junge, ein Fahrrad und der Traum von einem anständigen Leben als Alptraum. Gerade vom Land gekommen, wirft sich der 16-jährige Guo in seine erste Anstellung als Fahrradkurier: leidenschaftlich, voll freudiger Selbstsicherheit tritt er die Pedale durch das Großstadtgewühl und scheint zu schweben. Zu früh geträumt, sein Fahrrad wird gestohlen, ungläubig geht er auf und ab, wo noch vor kurzem sein Arbeitsgerät und Lebensmittel stand. Und träumt aus Wut und Verzweiflung: Ich finde mein Fahrrad, ein paar aus Vorahnung eingeritzte Kerben erinnernd. Sogar sein Chef zeigt sich beeindruckt, weil Wunder in der modernen Geschäftswelt Chinas ohnehin unmöglich sind. Regisseur Xiaoshuai aus Shanghai läßt diese Wunder in Beijing geschehen, nicht aus spekulativem Mitleid, sondern weil er als sensibler Beobachter viele Geschichten nebenbei reflektiert, Beijing als Hauptdarsteller gesellschaftlicher Transformationen porträtiert und demaskiert, haßt, liebt und letztendlich verdammen muß. So inszeniert er Fahrrad-Verfolgungsjagden von denen Hollywood-Regisseure träumen sollten, sich Bilder im Gedächtnis eingraben wie Guos infernalisches Brüllen, an die Speichen seines Rads geklammert. Und letztlich von Tränen und Regen gedämpft die Worte des Feindes, der nie einer war: „Nimm mein Fahrrad, ich brauch es nicht mehr.“ Das letzte Bild: Wie ein Gekreuzigter schleppt Guo sein demoliertes Rad auf der Schulter in irgendeinen Nachmittag einer zu großen Stadt mit sich, von sich…

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Silk Road of Pop

Am nord-westlichen Ende von China, entlang der seidenen Straße gilt die Musik als eines der heißesten Güter. Die lebensversprühende und ansteckende Musik dringt in jede Ecke der Provinz, dennoch birgt sie auch eine beunruhigende Realität: die alttürkische Bevölkerung der Region wird durch die wachsenden Siedlungen der Han-Chinesen allmählich verschlungen.

China 2012
Regie: Sameer Farooq, Ursula Engel
53 min, Farbe, DCP, OmeU
Audience Award—CinemAsia Netherlands 2013

UFO IN HER EYES

Kwok Yun ist Landarbeiterin in einem Dorf in China, unverheiratet und nicht besonders glücklich mit ihrem Leben. Eines Tages erleidet sie einen Kreislaufkollaps, der in die Dorfchronik als Ufo-Sichtung eingeht. Die kommunistische Dorfvorsteherin erweist sich als den modernen Zeiten gewachsen, ein Ufo-Sichtungs-Monument wird entworfen und Hotels gebaut und der Einzug des Tourismus/Kapitalismus in die südchinesische Provinz eingeleitet. Eine absurde sozialkritische Satire über das heutige China, und Udo Kier hat einen Auftritt als amerikanischer Gönner. Xiaolu Guo Seit die 36-Jährige Chinesin Xiaolu Guo vor sechs Jahren von Peking nach London übersiedelte, sind fünf Romane (u.a. der Bestseller „A Concise Chinese-English Dictionary for Lovers“) von ihr entstanden und nicht weniger als sieben Spiel- und Dokumentarfilme. In Cannes bekam sie für das Drehbuch, das sie nach ihrem jüngsten Roman „Ein UFO, dachte sie“ (UFO IN HER EYES ) verfasste, den ersten Preis.

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WO AI NI (I LOVE YOU)

Yi und Ju lernen sich kennen, als Letztere im Begriff ist, Yis besten Freund zu heiraten. Nach dem sinnlosen Tod des Verlobten treffen sie wieder zusammen. Sie verlieben sich und heiraten rasch. Dem Alltagstrott eines Ehelebens zwischen Besitzansprüchen und Freiheitsdrang ausgesetzt, wird ihre Beziehung unerträglich, sodass nur noch die Scheidung bleibt. Zhang Yuan wird häufig als Führer der „sechsten Generation“ bezeichnet, da er dem „unabhängigen“ chinesischen Film den Weg bahnte, seine Filme außerhalb der offiziellen Studios produzierte und sich über Verbote und Zensur hinwegsetzte. Sein Werk befasst sich mit einer im Wandel befindlichen chinesischen Gesellschaft. Mit scharfem, teilweise zynischem Blick filmt er, ohne Kompromisse einzugehen, das Verhalten einer orientierungslosen Jugend. In Wo Ai Ni findet man den Stil von Erzi wieder; erneut handelt es sich um eine Personenstudie in einem geschlossenen Raum, dessen Schlichtheit der Geschichte eine universelle Dimension gibt: Die Tragödie von Ju und Yi, die sich leidenschaftlich lieben und zugleich gegenseitig erdrücken, könnte die eines jeden Paars auf dieser Welt sein.

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XIARI NUANYANGYANG – I LOVE BEIJING

Noch vor zehn Jahren nannte man Beijing „Peking“, Hauptstadt und doch ein Dorf, dessen Gehsteige bei Einbruch der Dunkelheit hochgeklappt wurden. Heute verändert sich die Riesenstadt mit jedem Tag, Prestigebauten schießen in den Himmel, alle jagen nach dem Glück vermeintlicher ökonomischer Freiheiten, das Glück jagt hinterher. Ganz bewußt eröffnet Regisseurin Ning Ying ihr Haß-Liebe-Porträt mit Szenen einer gescheiterten Ehe vor der Scheidungsrichterin, ein angedeuteter Gesellschaftsbefund, Reflexionen eines symbolischen Spiegelbilds… Verkehrsgewühl, mühsam stauen sich Menschen, Maschinen, Gefühle. Mittendrin Dezi, Taxifahrer, überfordert von den Scheidungsappellen seiner Frau, ihren Selbstmordversuchen, identifiziert er sich über seine Arbeit, jagt sein Auto durch Tag und Nacht, beeindruckt kurzzeitig intelligente, finanziell unterprivilegierte Frauen, doch ein Kollege prognostiziert nüchtern das baldige Ende seiner Jagdfluchterfolge: „Taxifahren ist nichts besonderes mehr, für ein Mädchen brauchst du heute einen Mercedes.“ Aber Yu Lei als Dezi hat nicht die Rebellennatur, die De Niro in Scorseses New Yorker Taxifahrerfilm revolutionär-verzweifelten Schwung verlieh, er läßt sich einfach treiben, steuert hilflos überwältigt in ein Niemandsland getäuschter Illusionen. Regisseurin Ning Ying entwirft seismographische Bilderspuren gewaltiger Veränderungen und durchbricht zugleich mehrere Tabus: Öffentlich spricht man in China nicht über die vor allem von Frauen zur Explosion gebrachte Scheidungsrate, auch nicht über die wachsende Anzahl jener (Frauen), die sich stillschweigend durch Selbstmord vom euphorisch gefeierten Wirtschaftsboom verabschieden.

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XIN XIANG – HERZKLOPFEN

Der zehnjährige Jingjing wird nach der Scheidung seiner Eltern aufs Land geschickt, zu seinem Großvater, einem ehemaligen Star der Peking Oper. Die Begegnung zwischen den beiden, die sich kaum kennen, verläuft ohne Begeisterung. Hatte der Großvater nicht recht, als er sich einst gegen diese nunmehr gescheiterte Ehe der Eltern von Jingjing stellte? Und verliert Jingjing nicht alles, was er lieb hatte: Eltern, die Stadt, seine Freunde und seinen Unterricht im traditionellen Theater? Der Großvater, der früh seine Frau verloren hat, lebt in einer engen Beziehung zu Tante Lotus. Diese gibt Jingjing neue Impulse und setzt mit buddhistischer Güte und Geduld alles daran, die beiden zu versöhnen. Nach und nach finden Enkel und Großvater zusammen. Als Lotus stirbt und ihr Gefährte in Trauer versinkt, hilft ihm sein Enkel, aus dieser Einsamkeit. Sun Zhou: „Seit den 70er Jahren greift die spirituelle Krise mehr und mehr um sich. Zuerst wurden die Intellektuellen davon erfasst. Heute aber hat sie auch die einfachen Leute erreicht. Auch ich kritisierte die Traditionen, als ich jünger war. Heute bin ich überzeugt, dass man sie wohl kritisieren kann, nicht aber zerstören soll.“ „XIN XIANG, der dritte Film von Sun Zhou, spiegelt das heutige China zwischen Tradition und Moderne. Er tut das exemplarisch anhand der Peking Oper – doch steht damit zugleich die alte Kultur als Ganze zur Disposition.“ (zoom)

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XUN QIANG (THE MISSING GUN)

Ma Shan ist Polizist in einer kleinen Stadt. Als er eines Morgens aufwacht, entdeckt er, dass seine Pistole nicht mehr da ist. Einem Polizeibeamten, der seine Waffe verliert, drohen in China bis zu drei Jahre Haft. Weil Ma Shan glaubt, seine Pistole auf einem Hochzeitsfest am Vorabend verloren zu haben, versucht er seine Tischnachbarn ausfindig zu machen. Aber er befürchtet, dass das Fehlen der Pistole kein Zufall ist – und dass wer auch immer sie jetzt hat, sie auch verwenden wird. Seine erste Station ist Zhou Xiaogang, der aufgrund zwielichtiger Geschäfte reichste Mann der Stadt. Auf dem Weg zu Zhous Haus wird Ma Shang langsam klar, dass in seiner Stadt nicht alles so ist, wie es scheint …

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ZHAN TAI – PLATFORM

Winter, 1979. Fenyang, eine Kleinstadt in der Shanxi-Provinz. Minliang und seine Freunde führen wie seit Jahren ein Jubelmusical zu Ehren Maos auf, doch der ist seit drei Jahren toter als tot, und bereits im Frühling 1980 wird Fenyang wie ganz China ein anderes, kommerzielles „kulturrevolutionäres“ Erdbeben von ungeahnten Ausmaßen erschüttern. Endlich nicht mehr Langeweile und heuchlerisches Pathos, heimlich Popmusik aus Taiwan und Hongkong im „Feindsender“ hören, sondern… Für Minliang und seine Freundin Ruijian könnte eine aufregend romantische Zeit beginnen, aber … Regisseur Jia Zhang-ke: „Die Zeit, in der mein Film spielt, das war auch mein Erwachsenwerden, der Verlust der revolutionären Ideale, der Einbruch des Konsumzeitalters, von 1979 bis 1990. Über Nacht erschienen Übersetzungen von Nietzsche und Freud, vorher gab es nur ,Das Kapital’ und alles von Mao. Wir wuchsen mit dem Ideal auf, kleine Rädchen in einer gigantischen Maschinerie zu sein. Popmusik, Liebeslieder erinnerten uns, daß wir ein Recht hatten zu lieben. Aber danach kamen Fernsehen, amerikanische, japanische Zerstreuungs-Serien, Kung-Fu. ,Platform’ war in den achtziger Jahren der bedeutendste Rocksong für das China unserer Generation: ,Wir warten, wir warten, in alle Ewigkeit…’ Weil wir immer noch warten, nannte ich den Film nach diesem Lied.“

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