Chile

AMNESIA

Chile 1994
Regie: Gonzalo Justiniano
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CHILE, LA MEMORIA OBSTINADA

Auf der Suche nach Vergangenheits- und Gegenwartsbewältigung kehrte Guzmán zu Schauplätzen aus LA BATALLA DE CHILE zurück, sprach mit den „anonymen Helden“ aus dem Umfeld Allendes – seinen Leibwächtern und seinem Chauffeur, der an diesem 11. September 1973 heiratete -, mit Hinterbliebenen von „Verschwundenen“ und auch mit einstigen Befürwortern des Putsches. An einer Universität organisierte Guzmán eine Vorführung von LA BATALLA für Studenten. Die plötzliche Gleichzeitigkeit ihrer unbelasteten Kindheitserinnerungen mit der Konfrontation einer brutalen Gesellschaftsspaltung ist wie ein Schock. Ein Student erinnert sich an einen Morgen, die Sonne schien, übermütig hüpfte er im Bett auf und ab. Den Haß, der draußen wütete, lernt er nun, in diesem in Chile unbekannten Film kennen. Nur eine Generation trennt jene, die den Putsch und seine Folgen miterlebten, und eine Jugend, die zum Verdrängen erzogen wurde. „Guzmán nimmt die Bedeutung und die Zerbrechlichkeit der politischen Erinnerung in Augenschein. Orte des Verbrechens werden aufgesucht, wie das Fußballstadion, das Konzentrationslager war. In einer außergewöhnlichen Sequenz filmt Guzmán die Reaktionen von Menschen auf der Strasse, als sie die Hymne der Partei Allendes, ‘Venceremos’ hören: In diesem Moment werden wir nichts weniger als Zeugen, wie eine kollektive Erinnerung entsteht.“ (Michael Sragow, San Francisco Weekly, 1998)

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CORAZÓN VERDE (GREEN HEART)

In Patagonien zeichnet sich eine ungewöhnliche Gefahr ab. Ein großer, multinationaler Aluminium-Konzern will an diesem von der Welt größtenteils vergessenen Ort eine Fabrik errichten. Das Hauptquartier der Firma liegt auf den dezidiert steuerschonenden Cayman-Inseln. Die geplante Fabrik würde die zweitgrößte der Welt sein – und die Erste, die in einem Naturschutzgebiet errichtet werden würde. Luis Sepúlveda und Diego Meza interviewen die in diesem Gebiet ansässige Bevölkerung, welche den Konflikt zwischen Globalisierung und dem Traum eines würdevollen Lebens hautnah erlebt.

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CORONACION

Don Andrés, der letzte Sproß des wohlhabenden Avalos-Clans, fühlt sich mit seinen 58 Jahren unzufrieden. Zuviel Zeit hat er mit Lesen und Sinnieren über sein Leben verbracht. Er stellt die junge Estela an, die im halbverfallenen Ansitz der Familie in der Nähe von Santiago die 97jährige gebrechliche Großmutter von Andrés, Doña Elisa, pflegen soll. Andrés kann aber seine Begierde nach der 17jährigen nicht zügeln. Es folgt der psychische Kollaps von Andrés und der endgültige Abstieg der Familie. „Coronación“(1958) war der erste Roman von José Donoso (1925-1996) und machte den Chilenen zu einem der größten Schriftsteller Lateinamerikas. Ebenfalls verfilmt wurde sein Roman „El lugar sin límites“ (Ort ohne Grenzen) unter dem selben Titel von Arturo Ripstein (Mexiko). „CORONACIÓN ist ein atmosphärischer Film, das gilt vor allem für die psychische Verfassung der Figuren. Caiozzi fügt eine gloriose Vergangenheit aus den Erinnerungen der Personen zusammen und verbindet diese mit dem Seelenleben dieser Figuren in der Gegenwart, das sich in sehr engen Räumen abspielt“, so einer der bekanntesten chilenischen Filmkritiker, Mariano Silva.

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EL CORAZÓN DE JESÚS

Der schwarze Humor dieser Komödie gilt dem Sinn von Leben und Tod in einer der ärmsten Gesellschaften. Der Beamte Jesús Martinez hat zwar den Dschungel der Staatsbürokratie überlebt, erleidet jedoch eines Tages im Büro einen Herzanfall. Um die Spitalskosten bezahlen zu können, muss er die Krankenversicherung belügen und findet sich in einem Sterbezimmer wieder …

Bolivien/D/CL 2003
Regie: Marcos Loayaza
88 min, 35 mm, Farbe, OF mit dt. und franz. UT

EL DERECHO DE VIVIR EN PAZ (The right to live in peace)

Carmen Luz Parot rekonstruiert den Lebensweg und den tragischen Tod von Chiles berühmtestem Liedermacher Víctor Jara. Wie kein anderer Künstler seines Landes wurde er mit dem Versuch Allendes identifiziert, eine sozialistische Gesellschaft auf demokratischem Weg zu errichten, weshalb ihn die Schergen Pinochets besonders malträtierten: ihn folterten, die Hände brachen und ermordeten. Carmen Luz Parot zeigt Jaras Lebensgeschichte vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Entwicklung Chiles.

Chile 2000
Regie: Carmen Luz Parot
60 min, Video, Farbe, OF mit engl. UT

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EL ENTUSIASMO

Fernando, Guillermo und Isabel treffen sich 1980 und werden Freunde. Alle drei sind Anhänger des utopischen Konzepts von einer unabhängigen Republik und lehnen den wilden Kapitalismus, den die Militärjunta mit Gewalt eingeführt hat, ab. Zehn Jahre später treffen sie sich wieder in einer Stadt an der peruanischen Grenze, wo Fernando ein Reisebüro eröffnet hat. Die Zeit der Militärdiktatur ist vorbei, Fernando hat einen Sohn mit Isabel und Guillermo ist verbittert und desillusioniert, weil er seinen Kampf um Freiheit verraten sieht. Jetzt verkauft er Reportagen an europäische Fernsehanstalten, früher war er engagierter Dokumentarist. Fernandos Unternehmen beginnt zu blühen, in dem er voll Enthusiasmus dubiose Geschäfte mit Spekulanten treibt. Zwischen Fernando und Guillermo steht Isabel. Ricardo Larraín, der bedeutendste chilenische Filmemacher der Zeit nach Pinochet, choreographiert diese Dreiecksgeschichte in der faszinierende Wüstenlandschaft des Nordens seiner Heimat, gibt ihr eine symphonische Note und Chiles Nationaldichter Pablo Neruda dient als Leitmotiv. Der kleine Miguel ist den Entwicklungen ausgeliefert, stellt aber Fragen an seine Eltern und an die Vergangenheit. Pinochet ist noch immer präsent, doch für Geld und Touristen ist Fernando sogar bereit, seine Familie zu opfern. Die Träume, für die man unter der Diktatur gelitten hat, werden im aufblühenden Kapitalismus verscherbelt. „Larraín beschreibt den schwierigen Umgang mit der neu gewonnenen Freiheit, und er schafft dies in einer visuell und musikalisch ebenso gewagten wie spannungsvollen Art.” (Frankfurter Rundschau)

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ILUSIONES ÓPTICAS

In Valdivia hat die kälteste und regenreichste Zeit des Jahres begonnen. Drei Männer, die nicht verstehen, was sie sehen, sind die Protagonisten von ILUSIONES ÓPTICAS. Einer ist Führungskraft in einem großen Unternehmen und wird von einem Tag auf den anderen in ein Trainingslager für Arbeitslose abgeschoben. Ein blinder Schifahrer findet sein Augenlicht wieder und hat Angst davor, was er sieht. Und ein Securityguard eines Einkaufszentrums verliebt sich in eine Diebin.

Chile/PT/FR 2009
Regie: Cristian Jimenez
105 min, 35mm, Farbe, OF mit engl. UT

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LA BATALLA DE CHILE – Der Kampf Chiles

Chile Anfang 1973: Ein Kampf zwischen politischen und privaten Prinzipien, Macht, Ohnmacht, ein Hexenkessel an Emotionen regiert in Santiago. Am 11. September 1973 tauchten frühmorgens am silbrigen Himmel Helikopter über dem Regierungssitzung Palacio Moneda auf und setzten dem „Krieg eines Volkes ohne Waffen“ ein gewaltsames Ende. In der großen Tragödie der Militärdiktatur ist die Ermordung des Kameramanns Henrickson am 11. September kein zu vernachlässigendes Detail: Er richtet die Kamera auf seinen Henker und zoomt ihn heran, „als würde er sich von der Kamera beschützt fühlen“ (Patricio Guzmán). Der Schuß fällt, der Kameramann stürzt tödlich getroffen zu Boden. Die weiteren Ereignisse verliefen für Jahrzehnte im Dunklen. Mit dieser Sequenz endet der erste Teil und beginnt der zweite von LA BATALLA. „Dieser Film ist das erste Kunstwerk einer neuen Art, Politik zu analysieren. Auch wenn bekannte Namen im Drehbuch stehen, so verdankt sich das Werk einem einzigen Mann. Und auch das nicht aus Gründen der Herkunft, sondern weil der kreative Part, die Realisierung, die Montage, einem Bresson oder Fellini ebenbürtig sind.“ (Louis Marcorelles, Le Monde, 1975)

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LA SAGRADA FAMILIA

Ein Haus am Meer, in dem sich eine Familie trifft, um nach und nach die Heuchelei und die Verlogenheit der bürgerlichen Gesellschaft zu enthüllen. Ein chilenischer Dogmafilm.

Chile 2005
Regie: Sebastián Campos
99 min, 35 mm, Farbe, OF mit engl. UT
Festivals: San Sebastian 05, Rotterdam 06; In Anwesenheit des Regisseurs

MATAR A TODOS – KILL THEM ALL

Als sich 1993 die Demokratie in Lateinamerika durchzusetzen beginnt, flieht ein Mann durch einen uruguayischen Wald und bittet in einem Kommissariat um Hilfe. Er behauptet, er sei Chilene und eingesperrt gewesen. Dann verschwindet er. Die Untersuchungsrichterin Julia erkennt rasch, dass die Polizei versucht, die Spuren zu verwischen, und dass es sich beim Verschwundenen um den ehemaligen Chemiker von Pinochets Geheimpolizei handelt. Sie muss auch dem eigenen Vater und Bruder entgegentreten, die sie vom Weg, der zur Wahrheit führt, abzubringen suchen.

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NOSTALGIA DE LA LUZ

Es sind Suchende, deren Geschichten Patricio Guzmán in NOSTALGIA DE LA LUZ, seiner Hommage an Chile, dokumentiert. Die Astronomen, die in der chilenischen Wüste ihre modernen Gerätschaften auf der Suche nach der Zukunft der Menschheit bemühen. Die Familien, die in den Massengräbern der Pinochet-Diktatur die Gebeine ihrer Angehörigen und damit einen Teil ihrer Geschichte zu finden hoffen. Die Bewohner der Hauptstadt, die Getriebene sind in ihrem Streben nach finanziellem Wohlstand. Vergangenheit und Zukunft Chiles verdichten sich in ihren Schicksalen.

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SALVADOR ALLENDE

Der 11. September 1973 ist ein denkwürdiges Datum: An diesem Tag wurde in Chile durch den US amerikanischen CIA der demokratisch gewählte Präsident Salvador Allende gestürzt, die Demokratie durch eine der brutalsten Militärdiktaturen des 20. Jahrhunderts ersetzt. Der Chilene Patricio Guzmán hat diese Zeit als junger Filmemacher erlebt und in mehreren Filmen thematisiert. Jetzt nähert er sich in einem sehr persönlichen und einfühlsamen Porträt der Figur Salvador Allendes, der zu den raren integren Persönlichkeiten auf dem politischen Parkett gehörte. Guzmán zeichnet mit eindrücklichem Bildmaterial den politischen Aufstieg Allendes bis hin zum Selbstmord vor dreißig Jahren nach.

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