Belgien

DARATT (Dry Season/Trockenzeit)

Mit 15 Jahren macht sich Atim auf die Suche nach dem Mann, der seinen Vater getötet hat. Er kommt nach N’Djamena, der Hauptstadt des Tschad, wo er sich nach dem Mörder umhört. Dieser, Nassara, führt inzwischen eine kleine Bäckerei. Atim gelingt es, sich dort als Lehrling anstellen zu lassen. Eine eigenartige Beziehung entwickelt sich zwischen den beiden Männern, in die Nassaras Frau die Zärtlichkeit einbringt, nach der sich beide sehnen.

Tschad/Frankreich/Belgien/Österreich 2006
Regie: Mahamat-Saleh Haroun
93 min, 35 mm, Farbe, OF mit dt. UT
Festival: Mostra del Cinema Venedig 06 (Jurypreis); In Kooperation mit Südwind Tirol

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Hop

Um sein großes Idol, den Fußballstar Emile M’Penza zu sehen, zapft der 13-jährige Justin das Fernsehkabel der Nachbarn an. Diese rufen die Polizei, und Justins Vater, der ohne Papiere in Belgien lebt, wird festgenommen und abgeschoben – Justin ist plötzlich (fast) auf sich allein gestellt.

Belgien 2002
Regie: Dominique Standaert
104 min, 35 mm, s/w und Farbe, franz.-holländ. OF mit engl. UT
Österreich-Premiere

IL POSTINO

Salina in den 1950er Jahren. Mit letzter Kraft schleppt sich ein Briefträger den Berg hoch. Er hat Post für Pablo Neruda, der auf der Mittelmeerinsel auf das Ende des Exils und den Nobelpreis wartet. In Neruda findet der Briefträger einen Freund, der ihm die Augen öffnet für die Natur, die Liebe und die Poesie. Auch für die Politik, den Kampf für die gute Sache, sensibilisiert der Dichter seinen neuen Freund. IL POSTINO lässt sich mit den Oden Nerudas vergleichen: Auf den ersten Blick eine Liebeserklärung an das Leben in all seinen Facetten, auf den zweiten eine leise Frage nach den Dingen, die wirklich von Bedeutung sind. Michael Radford Geboren 1946 in Neu Delhi, Indien. Seine Jugend verbrachte Radford in Indien, dann zog er nach England. Studium der Philosophie, Politik und Wirtschaftswissenschaften in Oxford. 1971 gehörte er zum Gründungsjahrgang der neu entstandenen National Film and Television School. IL POSTINO wurde als erste ausländische Produktion seit Ingmar Bergmans CRIES AND WHISPERS 22 Jahre zuvor in der Kategorie „bester Film“ für den Oscar nominiert.

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INT. SHORTS SELECTED BY LOS GURKOS

MY LAST DAY IN NIGERIA (Micah Magee, DE 2007) 8 min Ayoade hat keine Hoffnung für sein Land. Oder sollte er?

ES WAR EINMAL EINE MÖHRE (Jie Lu, DE 2009) 4 min Ein Bauer isst und wird immer wieder von einem Hasen gestört, jedes Mal wenn er sich mit seinem Essen beschäftigt.

LÉGENDE DE JEAN L’INVERSÉ (Philippe Lamensch, BE 2008) 18 min John hat einen Geburtsfehler: Seine Füße schauen nach hinten.

WESTEN (Stefan Holaus, AT 2009) 2 min Eine flache Geschichte aus dem Westen.

NOT SCARED (Kateryna Naumenko, UA 2009) 14 min Ein Geschwisterpaar verkauft in seinem Dorf Äpfel, um sich ein Motorrad leisten zu können.

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KHADAK

Der Film erzählt die Geschichte von Bagi, einem 17-jährigen Hirtenjungen, der mit seiner Familie in der mongolischen Steppe lebt. Er sieht sich mit seinem Schicksal, Schamane zu werden, konfrontiert – ein Schicksal, das er nicht akzeptieren will. Als eine Viehseuche das Land überfällt, werden zwangsweise alle Herden in Quarantäne gebracht. Die Nomaden werden gewaltsam in Bergarbeiterstädte umgesiedelt. Bagi entdeckt, dass die Seuche nichts als eine Lüge war, um das Nomadentum auszurotten. Mit Hilfe der schönen jungen Kohlediebin Zolzaya gelingt es ihm, eine Revolution heraufzubeschwören.

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LE CERCLE DES NOYÉS (Drowned in Oblivion/Der Kreis der Ertrunkenen)

Rubrik: IFFI 2007, Visions of Reality
LE CERCLE DES NOYÉS – der Kreis der Ertrunkenen: So nennt man in Mauretanien die politischen Gefangenen schwarzafrikanischer Herkunft, die ab dem Jahr 1987 in dem alten Kolonialfort von Oualata inhaftiert waren. Der Film zeigt die schwierige Erinnerungsarbeit eines ehemaligen Gefangenen, der über seine Haftzeit und die seiner Leidensgenossen berichtet. Wie ein Echo sieht der Betrachter nacheinander die Orte ihrer Gefangenschaft auftauchen.

Belgien/Frankreich 2007
Regie: Pierre-Yves Vandeweerd
75 min, Beta SP, s/w, OF mit engl. UT
Festival: Berlinale 07

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MASANGELES (POLVO NUESTRO QUE ESTÁS EN LOS CIELOS)

Eines Tages bringt der Politiker Aurelio Saavedra seine 7-jährige uneheliche Tochter Masangeles wegen des unerwarteten Selbstmordes ihrer Mutter mit zu ihm nach Hause. Sie findet sich plötzlich in einer neuen Situation, lernt aber schnell, sich dieser selbstbezogenen Familie anzupassen. Die Jahre vergehen. Durch die Revolution steht das Land in Flammen. Masangeles verliebt sich in ihren Halbbruder Santiago, der die Rebellen unterstützt und wird von ihm schwanger. Flucht scheint der einzige Ausweg.

Uruguay/BE 2008
Regie: Béatriz Flores Silva
122 min, 35mm, Farbe, OF mit engl. U
T

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Pandora’s Box

Als drei Geschwister in ihren 40ern eines Abends je einen Anruf bekommen, dass ihre alternde Mutter aus ihrem Haus an der türkischen westlichen Schwarzmeerküste verschwunden ist, machen sich die drei aus Istanbul auf den Weg, um sie zu finden, und vergessen zumindest für kurze Zeit die Probleme, die sie in ihrem eigenen Leben und untereinander haben. Aber je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto größer wird die Spannung zwischen ihnen, so als würde die Büchse der Pandora aufspringen. Es wird ihnen klar, dass sie sehr wenig voneinander wissen und ihre liebenswerten Schwächen erkennen müssen. Es ist der Enkel, der sich schließlich der anrührenden Großmutter annimmt und sie so nimmt, wie sie ist.

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SALVADOR ALLENDE

Der 11. September 1973 ist ein denkwürdiges Datum: An diesem Tag wurde in Chile durch den US amerikanischen CIA der demokratisch gewählte Präsident Salvador Allende gestürzt, die Demokratie durch eine der brutalsten Militärdiktaturen des 20. Jahrhunderts ersetzt. Der Chilene Patricio Guzmán hat diese Zeit als junger Filmemacher erlebt und in mehreren Filmen thematisiert. Jetzt nähert er sich in einem sehr persönlichen und einfühlsamen Porträt der Figur Salvador Allendes, der zu den raren integren Persönlichkeiten auf dem politischen Parkett gehörte. Guzmán zeichnet mit eindrücklichem Bildmaterial den politischen Aufstieg Allendes bis hin zum Selbstmord vor dreißig Jahren nach.

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SEUL AVEC LA GUERRE

Porträts von Ex-Milizionären des Bürgerkriegs in Beirut wollte die 30jährige Libanesin Danielle Arbid machen. Dann kamen Zweifel: „Ich fragte mich, ob ich auch fähig gewesen wäre zu töten wie sie. Ich habe mich dann entschieden, einen Film über meine Erinnerung und über die kollektive Erinnerung des Libanon zu machen. Ich wollte ‚das Böse’ suchen, das uns dazu brachte, 16 Jahre lang einander abzuschlachten. Die Leute werden ja nicht böse geboren. Welche Rolle spiele ich dabei?“ (Viennale 2000)

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UN HOMME QUI CRIE

Früher war Adam ein bekannter Wettkampfschwimmer, nun ist er schon dreißig Jahre lang glücklich als Bademeister in einem Luxushotel in N’Djamena, der Hauptstadt des Tschad. Als chinesische Investoren das Hotel übernehmen, wird Adam aber zum Parkplatzwächter degradiert. Außerdem bedroht der Bürgerkrieg sein bisher friedliches Leben: Die Rebellen rücken aus dem Norden zur Hauptstadt vor, und der District Chief stellt ihn vor die Wahl – entweder spendet er Geld für den Kampf gegen die Aufständischen, oder sein Sohn Abdel wird gewaltsam eingezogen. Adam hat nicht genug Geld.

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PROBLEMSKI HOTEL

Das Leben von grenzüberschreitenden Einwanderern besteht zu einem Großteil aus Anstehen in Warteschlangen in Ämtern oder bei Behörden. Das muss auch Bipul (Tarek Halaby) auf langweilige Weise erfahren. Doch sein Leben bekommt neuen Schwung, als Lidia (Evgenia Brendes) aus Russland in seiner Unterkunft ankommt. Plötzlich spürt er, dass eine kleine Veränderung viel ausmachen kann…

Filmpate: GPA-DJP

Regie: Manu Riche
Belgien 2015
110min, OF­eUT