LA TERRA TREMA

Mit der Präzision eines Ethnologen und dem ausgeprägten Stilwillen des künftigen Opernregisseurs inszeniert Regielegende Luchino Visconti das schicksalhafte Leben einer sizilianischen Fischerfamlie. Viscontis Film ist vieles: Die unbarmherzige Schilderung menschlicher Tragödien vor imposanter Kulisse, ein kunstvoller Versuch marxistische Gesellschaftstheorien filmisch zu verarbeiten und ein erster Schritt in Richtung Überwindung des orthodoxen Neorealismus. Kurz: eines der ambitioniertesten Projekte der italienischen Kinogeschichte und – unbestritten – ein Klassiker. Luchino Visconti Geboren 1906 in Mailand (gestorben 1976) als Sohn einer adeligen Familie. Ab 1936 Assistent von Jean Renoir in Paris. Sein erster Film als Regisseur, OSSESSIONE (1943), begründete den Neorealismus mit. 1946–1960 arbeitete Visconti als Theaterregisseur, später dann auch als Opernregisseur, unter anderem von La Traviata an der Mailänder Scala oder Falstaff an der Wiener Staatsoper.

Italien 1948
Regie: Luchino Visconti
160 min, 35mm, OmU

2012, Archiv

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