IFFI Gewinner 2018

IFFI Ehrenpreis: S. Pierre Yameogo
Internationaler Spielfilm Wettbewerb um den Filmpreis des Landes Tirol (5.500,- EURO): COCOTE (Nelson Carlo De Los Santos Arias)
Internationaler Dokumentarfilmwettbewerb um den Preis der Stadt Innsbruck (3.000,- EURO): A STORY OF SAHEL SOUNDS (Markus Milcke, Tobias Adam & Florian Kläger)
Wiener Städtische Publikumspreis (1.000,- EURO): A STORY OF SAHEL SOUNDS (Markus Milcke, Tobias Adam & Florian Kläger)
Südwind-Jugendfilmpreis (1.000,- EURO): WALLAY (Berni Goldblat)
Kurzfilmpreis der Universität Innsbruck (400,- EURO): 8 MINUTES (Giorgi Gogichaishvili und Dato Abramishvili)

Der Filmpreis des Landes Tirol für den besten Internationalen Spielfilm wurde von der Jury bestehend aus Tereza Kotyk, Philipp von Lucke und Lisa Hörtnagl vergeben. Der mit 5500 € dotierte Preis geht an “COCOTE” von Nelson Carlo De Los Santos Arias.
JURY BEGRÜNDUNG:
Wir haben uns für einen Film entschieden, dessen Regisseur, wie ein Jazzmusiker arbeitet, einer der nichts zweimal spielt. Sein erster Spielfilm ist eine schillernde Collage aus Stilen und Ansätzen, in der sich jede Szene – praktisch jede Einstellung – von der vorherigen unterscheidet. Die Bilder unterliegen einer unruhigen Unberechenbarkeit, etwa eines späten Jean-Luc Godard; sie verändern sich fast ständig – von Film zu Video, von Schwarz-Weiß zu Farbe, von Breitbild zu Vollbild; alles von Slow-Cinema-Stille zu ethnographischem cinema-vérité zu glänzendem Film Noir. Das Ergebnis ist eine belebende, wenn auch etwas anstrengende Parade, bei der die stilistische Dynamik des Filmemachers die einzige Konstante ist.

Der Dokumentarfilmpreis der Stadt Innsbruck wurde von der Dokumentarfilm-Jury Johanna Meyer, Markus Aicher und Maja Krajnc vergeben. Der mit 3000€ dotierte Preis geht an
„A STORY OF SAHEL SOUNDS“ von Markus Milcke, Tobias Adam & Florian Kläger.
JURY BEGRÜNDUNG:
Der Film lässt uns die grosse Verbundenheit zwischen den Musikern und der Film Crew spüren. Gleichzeitig ist es ein unkonventioneller, erfrischender Blick auf die derzeitige politischen Agenden in den verschiedenen Kontinenten. Die Musik bestimmt den Rhythmus des Films, der unverstellt zeigt wie Kreativität Menschen zueinander führt. And the story still continues…

Der Südwind-Filmpreis, ausgewählt von einer Jugend-Jury, geht an “WALLAY” von Berni Goldblat
JURY BEGRÜNDUNG:
Der Südwind-Preis der Jugend-Jury 2018 geht an einen Film, der die Entwicklung eines Jugendlichen zeigt, der konfrontiert mit seinen familiären Wurzeln lernt, Verantwortung zu übernehmen. Der Protagonist kommt aus Europa in einer ihm fremden Lebenswelt an und erlebt trotz seiner rebellischen Art kleine Gesten der Solidarität. Im Laufe weniger Monate kommt es zu Begegnungen und es entwickeln sich Beziehungen, die ihm die Augen öffnen dafür, dass das Wesentliche nicht im Materiellen, sondern im Zwischenmenschlichen liegt. So wie der Film verweigert sich auch die Kameraführung und die Darstellung der Landschaft und der Kultur gängigen Afrika-Klischees. Und so geht der heurige Südwind-Filmpreis an Berni Goldblat für seinen beeindruckenden Film WALLAY.

Der Preis der Universität Innsbruck für den besten Kurzfilm, ausgewählt durch eine Studierenden-Jury, wurde heuer mit einem Preisgeld von 400€ vergeben und geht an
“8 MINUTES“ von Dato Abramishvili und Giorgi Gogichaishvili
JURYBEGRÜNDUNG:
Der Gewinner-Film des diesjährigen Uni Kurzfilm-Wettbewerbs spielt mit unseren hohen Erwartungen und der damit verbundenen Blindheit für die vergleichsweise unscheinbaren aber wesentlichen Dinge: Er zeichnet ein düsteres Bild des vermeintlichen Weltuntergangs. Was würde wohl passieren, wenn die Sonne für immer erlöschen würde? Was würden wir in den letzten Minuten tun, bevor die ewige Dunkelheit und das Chaos über uns hereinbrechen? Doch so interessant und gewichtig diese Fragen erscheinen mögen, dienen sie letztlich nur als epische Rahmenhandlung. Denn im Kern erzählt der Film eine wesentlich kleinere und sehr persönliche Geschichte. Er schildert die Beziehung zwischen Vater und Sohn, die im Laufe der Jahre zu bröckeln begann. Zwei Menschen, die sich einst sehr nahe standen und nun durch eine schier unüberwindbare, körperliche und seelische Distanz voneinander getrennt scheinen. Ähnlich wie der Film selbst, nützt der Vater auf fast schon neckische Art und Weise die apokalyptische Ausgangssituation als Bühne, um diese Distanz zu überwinden und seinen geliebten Sohn – und mit ihm auch das Publikum – ein allerletztes Mal ins Staunen zu versetzen.

Posted Under
Allgemein

About IFFI

Internationales Film Festival Innsbruck