FATMA

Fatma, als Mädchen in einem Dorf Tunesiens vergewaltigt, kämpft für ihr Studium in Tunis und mit vehementen, stillen Selbstanklagen gegen ihre Scham, sich als selbständige Mädchenfrau in einer lächerlichen Männergesellschaft ständig als Außerirdische fühlen zu müssen und zu dürfen. Ganz still, subtil, kämpft sie mit seltsamen Verweigerungen und Schutzmaßnahmen gegen sich und vor allem die dominant disziplinierende Männerwelt, studiert in Tunis, flüchtet als Volksschullehrerin in ein winziges Dorf, heiratet einen durchreisenden Arzt, der ihre Schulkinder impft, und um eine Spur verständnisvoller scheint als all die anderen. Aber falls er ahnen könnte, daß sein Kollege mit wenigen Nadelstichen ihre Jungfernhaut wegen ihrer unverschuldeten Schuldgefühlen für ihn zusammennähte… In langen Einstellungen entwirft Regisseur Khaled Gorbal dichte, erschütternde, sogar farbenfrohe Stimmungsbilder einer weiblichen Passion, oder, wie ein mutiger Kritiker schrieb: „Vielleicht das erste echte Frauenporträt einer arabischen Frau im arabischen Kino“.

Tunesien 2001
Regie: Khaled Ghorbal
124 min, 35mm, 1:1.66, Dolby Stereo, Farbe, arabische OmU

2002, Archiv

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