Focus Africa

ABOUNA – DER VATER

Haroun erzählt vom Alltag im Tschad, einem der ärmsten Länder der Erde, von seinen weiten Horizonten, von der Sehnsucht nach dem Meer, von Glück und Trauer, vom Leben ohne Vater, von einer sehr kurzen Kindheit und von der innigen Beziehung zweier Geschwister. Tschad/F 2002 Regie: Mahamet-Saleh Haroun 85 min, 35 mm, Farbe, arab.-franz. OF mit dt. UT Official Selection 34ème Quinzaine des Réalisateurs, Cannes 2002

BE YOURSELF

Momentaufnahmen aus Sierra Leone. Ein Film des Projekts „4 Filme für 1 Welt“. Sierra Leone/Österreich 2008 Regie: Alimamy Kamara 45 min, Video, Farbe, 45 min, OF mit dt. UT

BURKINA FASO – ZWISCHEN GESTERN UND MORGEN

Im Frühjahr 2007 begleiten Christine Weissbarth und Franz Indra deutsche AustauschschülerInnen auf ihre Reise nach Burkina Faso. Obwohl einer der ärmsten Staaten der Welt, gilt die Hauptstadt Ouagadougou als kulturelles Zentrum Westafrikas. Themen sind die politische Situation und Animismus auf dem Land und das Nebeneinander von Christentum und Islam. Die SchülerInnen nehmen auch am Filmfestival Fespaco teil. Deutschland 2008 Regie: Christine Weissbarth;Franz Indra 36 min, Video, Farbe, dt. OF

BUUD YAM

Ein junger Westafrikaner tritt eine Reise in die Welt des Erwachsenwerdens an: Als seine Adoptivschwester schwer erkrankt, versucht Wend Kuuni, einen berühmten Heiler zu finden, von dessen „Löwentrank“ er sich Rettung für Pughneere erhofft. Dramatische, aber auch komische Abenteuer führen ihn weit über die Grenzen seines Landes hinaus. Burkina Faso 1997 Regie: Gaston Kaboré 97 min, 35 mm, Farbe, OF mit dt. UT

DIE WANDERER DER WÜSTE (El Haimoune)

Nacer Khemir führt uns bildlich gesprochen ins Leben der Wüste ein. Es ist ein Leben außerhalb des gängigen Zeitbegriffs. Das Schiff, das da plötzlich vor den Mauern der Stadt liegt, könnte jenes von Sindbad, dem Seefahrer, sein. Es steht für das Meer, für die Suche nach der Weite, nach dem Anderen hinter dem Horizont. Das Schiff weist seinerseits auf die andalusische Brücke: Cordoba ist da und Samarkand nie fern. Tunesien 1984 Regie: Nacer Khemir 95 min, 35 mm, Farbe, OF mit dt./franz. UT Festivals: Nantes 1984, Izola Cinema – Kino Otok 06

GUELWAAR

Aufgrund einer Verwechslung ist der Körper des Katholiken einer muslimischen Familie übergeben worden, die ihn schon begraben hat. Die vertrackte Situation führt zu religiösen und politischen Konflikten. Nebenbei offenbart sich, dass Guelwaar auf Befehl eines Abgeordneten ermordet worden ist, nachdem er eine Brandrede gegen die korruptionsfördernde Entwicklungshilfe gehalten hat. Senegal/F/D 1992 Regie: Ousmane Sembène 105 min, 35 mm, Farbe, OF mit dt. UT IFFI 1998 (Publikumspreis)

MOI ET MON BLANC

Mamadi studiert in Paris, hat jedoch seit zehn Monaten das Stipendium seines Landes nicht mehr erhalten und kann seine Aufenthaltsbewilligung für Studierende nicht erneuern. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, wird er Schwarzarbeiter und nimmt eine Stelle als Nachtwächter in einem Parkhaus an. Dort lernt er eine Welt kennen, die durch Prostitution und Drogenhandel geprägt ist. Die Entdeckung eines vergessenen Umschlags gibt seinem Leben eine neue Richtung. Burkina Faso/F 2003 Regie: S. Pierre Yameogo 90 min, 35 mm, Farbe, OF mit dt./franz. UT Festivals: Ouagadougou 04, Fribourg 04, Viennale 04; In Kooperation mit Südwind Tirol

POUPÉES D’ARGILE (Araïs al-Teïn)

In einem tunesischen Dorf, dessen Frauen für ihre Kenntnisse und Fertigkeiten der Töpferkunst der Berber bekannt sind, vertrauen die Familien ihre Mädchen Omrane, einem ehemaligen Hausangestellten, an. Er vermittelt sie an Haushalte in den neureichen Stadtteilen der Hauptstadt. Die schöne Rebeh erträgt das harte Leben als schuftende Hausangestellte aber nicht und reißt aus. Tunesien/F 2002 Regie: Nouri Bouzid 100 min, 35 mm, Farbe, OF mit dt./franz. UT Festivals: Nantes 02, IFFI 2003 (Filmpreis des Landes Tirol)

ROAD TO ACCRA (Kukurantumi)

Kukurantumi ist ein Dorf im Norden Ghanas, von dort führt eine Straße zur Hauptstadt Accra, und auf dieser Straße befördert Addey in einem klapprigen Laster Fahrgäste, bis er einen Unfall hat. Obwohl weder ihn Schuld trifft, noch jemand Schaden nimmt, wird er gefeuert. Der Versuch, in Accra ein eigenes Transportunternehmen zu gründen, bringt ihn in finanzielle Abhängigkeit von zwei Freunden, die bald seine Arbeitskraft genauso schamlos ausnützen wie sein ehemaliger Chef. Ghana/BRD 1983 Regie: King Ampaw 90 min, 35 mm, Farbe, OF mit dt. UT

SANKOFA

Mona, ein afroamerikanisches Fotomodell, wird ungewollt auf eine Reise in die Vergangenheit geschickt. Während eines Foto-Shootings auf einer ehemaligen Sklavenfestung gerät sie in den Bann des geheimnisvollen Trommlers Sankofa und findet sich plötzlich als Sklavin Shola auf einer karibischen Zuckerrohrplantage wieder. Ghana/Burkina Faso/D/USA 1993 Regie: Haile Gerima 125 min, 35 mm, Farbe, OF mit dt. UT

STORYTELLERS (Sud – les diseurs d’histoires)

Eine Tour durch die Filmgeschichten Afrikas. Soudani verwebt unzählige Statements von Filmschaffenden mit eigenen Impressionen aus Ägypten, Tunesien und dem frankophonen Schwarzafrika. Dazwischen zitiert er ausgiebig afrikanische Filmklassiker. Der Essay beginnt bilderlos, schwarz: Afrika sei ein Kontinent der oralen Tradition, ist zu hören. Schweiz/Italien 1998 Regie: Mohammed Soudani 90 min, Video, Farbe, OF mit engl. UT Festivals: Locarno 1998, Kino Otok – Izola Cinema 05; In Anwesenheit von Mohammed Soudani

TASUMA (Le Feu)

Nach jahrelangem erfolglosen und anstrengenden Warten ist Sogo davon überzeugt, endlich seine Rente als Kriegsveteran zu erhalten. Seine alten Kriegskameraden warten geduldig vor dem Amt auf ihre Auszahlung. Dort trifft Sogo seinen Freund Khalil, einen berühmten libanesischen Geschäftsmann. Sogo nimmt einen Kredit auf und kauft sich eine Mühle, da er sich so sicher ist, dieser Herausforderung gewachsen zu sein. Außerdem will er den Frauen des Dorfes einen Gefallen tun. Für Sogo ist es der Tag des Ruhmes. Man feiert ihn und seine Mühle, und der alte Chef des Dorfes gibt ihm seine eigene Tochter zur Frau. Burkina Faso/F 2003 Regie: Daniel Sanou Kollo 90 min, 35 mm, Farbe, OF mit engl. UT Festival: Ouagadougou 04; In Kooperation mit Izola Cinema – Kino Otok, Südwind Tirol und Caritas

The Wanderers of the Desert (El Haimoune)

Under huge skies and a boudless horizon, an old bus is blown along an almost invisible road. Among the travellers is a young schoolteacher assigned to a remote village at the outermost bounds of a sandy wilderness. Suddenly, the deep and monotonous echo of a song resonates in the midst of the silence: it is an Andalusian chant which is like a call in the sand. Then, as in a dream, figures appear like statues of salt – they are the surveyors of the desert … Tunesia 1984 Regie: Nacer Khemir 95 min, 35 mm, Farbe, OF mit dt./franz. UT Festivals: Nantes 1984, I

TOUKI BOUKI

„Paris, Paris, Paris! You’re a kind of Paradise on Earth!“ – Eine Aufnahme der Chansonniere Josephine Baker läuft im Hintergrund, die Sehnsucht des jungen Paars Mory und Anta vertonend. Im Dakar der 1970er Jahre ziehen die beiden einen Coup nach dem anderen durch, um sich zwei One-Way-Tickets in ein besseres Leben in der Stadt der Lichter leisten zu können. Doch können sie ihre Heimat tatsächlich hinter sich lassen? Mambetys Spielfilm bestach die Kritiker seiner Zeit besonders durch formale Originalität, seine Thematisierung von Entfremdung und Selbstfindung ist jedoch zeitlos und universal. Senegal 1973 Regie: Djibril Diop Mambéty 95 min, 35 mm, Farbe, OF mit dt./franz. UT

YAABA

Poetisch und mit humorvollem Unterton erzählt der burkinische Regisseur Idrissa Ouedraogo über Aberglauben, Vorurteile und Stigmatisierung. Angesichts des wiedererstarkenden Hexenglaubens im westlichen und südlichen Afrika gewinnt der 1989 gedreht Spielfilm ungewollt an Aktualität. Einfühlsam und gleichnishaft plädiert YAABA für mehr Toleranz und eine vorurteilsfreie Weltsicht. Burkina Faso/F/CH 1989 Regie: Idrissa Ouedraogo 90 min, 35 mm, Farbe, OF mit dt. UT

YEELEN

Die göttliche Lehre des Komo-Kultes, die alle Formen der Erkenntnis und des Lebens in der alten Bambara-Kultur umfasst, ist das Erbe, das Vater und Sohn zu Gegnern macht. Dem Rat seiner Mutter folgend, beschreitet der junge Nianankoro einen langen Initiationsweg, um die magischen Kräfte zu erwerben, die sein Vater der Elite vorbehalten will. Ihre Konfrontation schafft Platz für eine neue Generation. Mali/Burkina Faso/F/D 1987 Regie: Souleymane Cissé 105 min, 35 mm, Farbe, OF mit dt. UT