2016

ADANGGAMAN

Afrika, 17. Jahrhundert: König Adanggaman kooperiert mit Sklavenhändlern, schickt Ama-zonen in feindliche Dörfer, läßt sie in Brand stecken und die Bewohner/innen für den Sklavenverkauf gefangen nehmen. Vor diesem historischen Hintergrund erzählt Roger Goan M´Bala unsentimental die Geschichte von Ossei, einem, der sich noch nie beugen wollte. Und sich plötzlich mit dem Erniedrigensten aller Zwänge konfrontiert sieht: der Sklaverei. Wie Gesellschaften sich selbst im Fluß der Geschichte empfinden, als Spielball von Stromschnellen oder gegen den Strom schwimmend, als rückwärts marschierende Flußkrebse, als Hechte oder als dessen Futter, so spüren sie sich auch in der Gegenwart. ADANGGAMAN ist der erste afrikanische Film über die Kollaboration eines schwarzen Königs mit den europäischen Sklavenhändlern, ein schmerzhaft kritischer Blick auf bislang verdrängte Zusammenhänge und eine aufbrechende, kommunikative Relativierung klischeehafter Schwarz-Weiss-Malerei. read more

DIE KÜMMELTÜRKIN GEHT

Die Integrationsdebatte in Deutschland anno 1985: Melek, eine 38jährige Türkin, hat, wie sie selbst sagt, „die Schnauze voll“. Nach 14 Jahren verlässt sie Berlin und kehrt in die Heimat zurück. Obwohl sie keines der erwartbaren Klischees, die man damals (aber hat sich wirklich so viel verändert, Herr Sarrazin?) von „den Türken“ hatte, erfüllt, ist sie nicht wirklich in Deutschland angekommen. Jeanine Meerapfel portraitiert eine starke Frau und zerlegt stereotype Vorstellungen und rassistische Zuschreibungen. Ein Zeitbild, sicherlich. Aber aktueller denn je. read more

GUERRE SANS IMAGES (ALGÉRIE, JE SAIS QUE TU SAIS)

Nach dreißig Jahren Abwesenheit kehrt der algerisch-schweizerische Regisseur Mohammed Soudani in seine Heimat zurück; begleitet vom Fotografen Michael von Graffenried, der seit 1991 regelmäßig nach Algerien reist und die Menschen in ihrem vom Krieg geprägten Alltag fotografiert. Mit einem Fotoalbum in der Hand konfrontieren Soudani und von Graffenried die abgebildeten Personen mit ihrer Vergangenheit. Viele von ihnen wussten damals gar nicht, dass sie fotografiert wurden, und für manche ist es das erste Mal, dass sie über ihre grauenvollen Erinnerungen sprechen.
Mohammed Soudani Geboren 1949 in El-Asnam, Algerien. Kam 1972 als Profi-Fußballer in die Schweiz. Filmstudium am IDHEC (Institut des Hautes Études Cinématographiques) in Paris. Kameramann und Regisseur in Afrika und der Schweiz. 1998 Schweizer Filmpreis für sein Spielfilmdebüt WAA LO FEN DO. Beim IFFI 2010 präsentierte er seinen Spielfilm TAXIPHONE , der in der algerischen Wüste spielt. read more

HONEYMOONS – MEDENI MESEC

In der Hoffnung auf ein besseres Leben verlassen zwei junge Paare ihre jeweiligen Länder. Melinda und Nik verlassen Albanien mit einem Schiff in Richtung Italien, um ihre Liebe ohne sozialen Druck ausleben zu können. Vera und Marko verlassen Serbien mit dem Zug Richtung Österreich, der durch Ungarn geht. Auch wenn sie nichts mit dem ernsten Zwischenfall zu tun haben, der die Nacht davor im Kosovo stattfand, werden sie aufgrund einer unglücklichen Aufeinanderfolge von Zufällen festgenommen. Ihre Hoffnung ihre Träume in Europa – dem Synonym für das Gelobte Land – verwirklichen zu können, gehen in Rauch auf. read more

KEBAB & ROSOLI – EIN FILM MIT HEIMISCHEN UND GEFLÜCHTETEN

ie Idee für diesen Film haben wir entwickelt, nachdem in den 1990er Jahren in der Innerschweiz eine Reihe von gewalttätigen An- und Übergriffen auf Asylsuchende verübt wurde. Mit unserer Collage dokumentarischer Miniaturen wollten wir dieser Ablehnung etwas entgegensetzen: die Asylsuchenden als einzelne Menschen zeigen, denen zu begegnen bereichernd sein kann. Wir haben bewusst davon abgesehen, direkte Äußerungen und Handlungen von Fremdenfeindlichkeit zu zeigen, von denen man sich leicht distanzieren kann. Alltägliche und unscheinbare Begegnungen stehen im Mittelpunkt des Films. (Karl Saurer) read more

Kisangani Diary

1994. Nach dem Massaker an den Tutsis, flüchten ca. 80.000 Hutus von Ruanda nach Zaire. Heute leben sie entlang  überwachsener Eisenbahnstraßen südlich von Kisangani in Armut, am Rande des Hungertods, geplagt von Krankheiten und Angriffen bewaffneter Milizen. 1997 machte sich Hubert Sauper in einem U.N.-Zug auf die Suche nach den „verlorenen“ Flüchtlingen. In KISANGANI DIARY führt Sauper seine Zuschauer an rätselhafte Orte, die noch am Tag davor Schauplatz von brutalen Massakern waren und begleitet die hilflosen Versuche von Rettung. read more

MOI ET MON BLANC

Mamadi studiert in Paris, hat jedoch seit zehn Monaten das Stipendium seines Landes nicht mehr erhalten und kann seine Aufenthaltsbewilligung für Studierende nicht erneuern. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, wird er Schwarzarbeiter und nimmt eine Stelle als Nachtwächter in einem Parkhaus an. Dort lernt er eine Welt kennen, die durch Prostitution und Drogenhandel geprägt ist. Die Entdeckung eines vergessenen Umschlags gibt seinem Leben eine neue Richtung.

Burkina Faso/F 2003
Regie: S. Pierre Yameogo
90 min, 35 mm, Farbe, OF mit dt./franz. UT
Festivals: Ouagadougou 04, Fribourg 04, Viennale 04; In Kooperation mit Südwind Tirol
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DER SCHWEBENDE SCHRITT des Storches / TO METÉORO VÍMA TOU PELARGOÚ

„Manchmal muss man schweigen, um die Musik zu verstehen“, sagt ein Politiker, verstummt und verschwindet. Wenig später wird er für tot erklärt. Ein junger Fernsehreporter glaubt in einem heruntergekommenen Alten an der griechisch-türkisch-bulgarischen Grenze wiederzuerkennen. Er wittert eine Geschichte, holt die Ex-Frau des Politikers in die karge Gegend, wo Soldaten weniger die Grenzen, als vielmehr die dort Gestrandeten bewachen. Eine Meditation über innere und äußere Migration, eine Schilderung erstickter Hoffnungen an willkürlichen Grenzen – und ein bildgewaltiges Plädoyer für die Stille. read more

UN BESO A ESTA TIERRA – A KISS TO THIS LAND

UN BESO A ESTA TIERRA dokumentiert die Geschichte der jüdischen EinwandererInnen in Mexiko in den 1920er und 1930er Jahren, basierend auf den Erinnerungen von ZeitzeugInnen und mündlich überlieferten Erzählungen. Eindrucksvolle Archivaufnahmen zeugen von der Vielfalt der kulturellen Hintergründe der jüdischen ImmigrantInnen, die in Videointerviews von den Hindernissen berichten, denen sie sich zu stellen hatten, bis sie Mexiko als ihre Heimat empfanden.

USA/Mexiko 1995
Regie: Daniel Goldberg
93min, 35mm, Farbe, OmU
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UNA NOCHE

Havanna heute. Lila und Zwillingsbruder Elio träumen von einem anderen Leben. Zwar ist da die karibische Stadt, die sie packt und fasziniert, gleichzeitig wissen sie, dass es andere Möglichkeiten gibt und dass ihr Leben oft genug am Rand steht. Raúl wird mit ihnen das Weite suchen. Ein Film voller Energie über eine Insel, auf der man bleiben möchte und doch abhaut.

Kuba 2012
Regie: Lucy Mulloy
90 min, DCP, OmU

WELCOME HOME

Kaum hat es der Afrikaner Isaac über die grüne Grenze nach Österreich geschafft, gilt er bereits als der neue Star einer Kärntner Dorffußballmannschaft, nur um kurz darauf von den Gendarmen Samhaber und Rösler zur begleiteten Abschiebung nach Ghana abgeführt zu werden. Die Prozedur verläuft jedoch alles andere als nach Plan: Wenige Stunden nach ihrer Ankunft in Accra stehen die beiden Beamten in Unterhosen, ohne Bargeld und Pässe auf dem Marktplatz der Stadt und werden als Diebe verspottet. Um noch weitaus unangenehmere Erfahrungen zu vermeiden, sind sie jetzt ganz auf Isaac angewiesen… read more

ELIXIR

Ein Mann im weißen Gewand steht in einem Pool, der von Männern mit schwarzen Sonnenbrillen bewacht wird. Sie erinnern an Bodyguards. Einer der Anzugträger steigt ins Wasser, taucht den Mann immer und immer wieder unter – Taufe, Initiationsritual oder Folter?

Filmpate: Länderzentren der Universität Innsbruck
Regie: Daniil Zinchenko
Russische Föderation 2015
80min, OF­eUT

GIRLS DON’T FLY

Die Protagonistinnen des Films besuchen die erste und einzige Flugschule Ghanas für Mädchen. Die Schülerinnen stammen ursprünglich vom Land, wo nur wenige Frauen zur Schule gehen, früh verheiratet werden, keine Autos fahren und schon gar keine Flugzeuge fliegen. Sie sind dort in eine Tradition hineingeboren, die für sie eigentlich ein Leben als Hausfrau und Mutter vorsieht. Mit ihrem Traum stoßen die jungen Pilotinnen daher auch auf viel Unverständnis und Kritik.

Regie: Monika Grassl
Deutschland/Österreich 2016
89min, OF­dUT
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LA OBRA DEL SIGLO

Sie hängen herum und zanken sich. Es gibt nichts anderes zu tun, als den Stillstand zu verwalten. Großvater, Vater und Sohn leben in einem zerfallenden Hochhaus am Rande der „Elektro­Nuklear-Stadt”, die in keinem besseren Zustand ist. Ein Symbol von Kubas Aufbruch in eine strahlende Zukunft hätte sie werden sollen, nun steht da nur ein unvollendetes Atomkraftwerk. Utopie und Dystopie fallen in eins in diesem Film, der vor dokumentarischem Hintergrund weniger einen Plot entwickelt, als ein Fantasma zum Leben erweckt: der Geist der Revolution, auch er hängt hier noch irgendwo herum. (Text: Viennale 2015) read more

ŠIŠKA DELUXE

Drei schräge Vögel unternehmen den irrwitzigen Versuch, ihrem Dasein eine positive Wendung zu geben. Jan Cvitkovič’ rasantes Spiel mit alten Klischees sorgt für Situationskomik, die in Kombination mit zahlreichen amüsanten Wendungen eine ebenso spannende wie erfrischende Komödie ergibt, in der auch die Romantik nicht zu kurz kommt.

Jan Cvitkovič hat 2012 mit „Archeo” den „Filmpreis des Landes Tirol” gewonnen.

Uraufführung


Regie: Jan Cvitkovič
Slowenien/Tschechien/Mazedonien/Italien 2015
108min, OF­eUT
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ARTE – EPICA

ARTE

Regie: Eduardo del Llano
Kuba 2015
23min OF­eUT

Der kubanische Künstler Nicanor O’Donnell feiert seine große Nacht: Die Eröffnung seiner neuesten Ausstellung „With the soul in a mournful, gloomy mood”. Am nächsten Morgen wird er überraschend gebeten, in die Galerie zu kommen – etwas Unerwartetes war passiert. Nun muss der Künstler mit den Behörden zusammenarbeiten und über die Zukunft seiner Arbeit entscheiden.

ÉPICA

Regie: Eduardo del Llano
Kuba 2015
25min OF­eUT

Nicanor O’Donnell macht eine Zeitreise, um das unvergleichliche Gefühl der ersten Jahre der Kubanischen Revolution zu erleben. Aber jede Handlung zieht Folgen nach sich – seien die Absichten dahinter auch noch so gut. read more

WALNUT TREE

Eine Hymne auf das einfache Leben, worin bis zum Finale rührend komische und aufregend dramatische Szenen eng miteinander verwoben sind. Die Geschichte eines frisch vermählten Paares im malerischen Süden Kasachstans: um der Tradition gerecht zu werden, muss die zukünftige Braut zuerst einmal geraubt werden – östliches Kino mit seinem unvorstellbaren Sinn für Humor! (Franz Frei)

Regie: Yerlan Nurmukhambetov
Kasachstan 2015
82min, OF­eUT

Filmpate: IFFI Förderverein

LIFE SAARABA ILLEGAL

Regie: Peter Heller, Saliou Sarr & Bernardo Ruebe
Deutschland 2016
92min, OF­eUT

„Saaraba” nennen sie in Westafrika das verheißene Land – Europa. Unser Filmprojekt verfolgt
über fast ein Jahrzehnt Aladji und Souley, zwei Brüder von einer kleinen Fischerinsel im Atlantik
vor der Küste Westafrikas. Der ältere Aladji schaffte es als Bootsflüchtling bis in die Gemüseplantagen
Spaniens und blieb illegal bis heute. Der jüngere Bruder Souley träumt von Europa und macht sich
auf den Weg zu seinem Bruder. read more

LAMPEDUSA

Regie: Peter Schreiner
Österreich 2015
130min, OF­eUT

Zwei Menschen kehren auf die Mittelmeerinsel Lampedusa zurück. Hier hat Giulia eine persönliche Krise überwunden, hierher flüchtete Zakaria vor dem Bürgerkrieg in seiner Heimat Somalia. Von ihnen erzählt Schreiner, von Begegnungen, von innersten Gedanken, existenziellen Fragen und Ängsten, von der Vergänglichkeit. Es ist eine Sinnsuche, die fragmentarisch bleibt und sich zwischen der Erinnerung und dem Jetzt bewegt. Die Vergangenheit drängt sich in den Monologen und Gesprächen in die Gegenwart des filmischen Abbildes. (Text: sixpackfilm) read more

KÖPEK

Ein Tag in der Millionenstadt Istanbul. Cemo, ein zehnjähriger Papiertaschentuchverkäufer, Hayat, eine tyrannisierte Ehefrau, und Ebru, eine transsexuelle Prostituierte – sie alle versuchen, den Traum der großen Liebe in die Tat umzusetzen. Eine schnörkellose Geschichte über Sehnsucht, Liebe, Schicksal, Ungerechtigkeit und Gewalt.

Filmpate: Länderzentren der Universität Innsbruck

Regie: Esen Isik
Schweiz 2015
98min, OF­dUT

SUBOTIKA – BRENNERO/BRENNER

SUBOTIKA
Regie: Peter Volkart
Schweiz 2015
14min DFmeU

Subotika, eine kaum bekannte Insel auf der anderen Hälfte der Erdkugel. Um den Fremdenverkehr der Republik anzukurbeln, gibt der Außenminister einen Reklamefilm in Auftrag. Ein Filmwerk über ein zauberhaftes Land mit außergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten, großartigen Visionen und ein paar geringfügigen Problemen. (Reckfilm)

Migrationsfilme Auswahl Kurzfilmfest Oberhausen

BRENNERO/BRENNER
Regie: Julia Gutweniger, Florian Kofler
Österreich/Italien 2016
67min OF read more

AFRICAN TALES

Regie: Maix Mayer
Deutschland 2013
87min, OF­dUT

Maix Mayer zeigt in einer einzigen Filmeinstellung (85 min) das Veejaying (etwa Video DJ) des DDR Kinderfilms EIN SCHNEEMANN FÜR AFRIKA (1977) durch Captain Mukandala vor lokalem Publikum. Die Aufnahme reduziert die visuellen Bildelemente und verlagert die filmische Erzählung von der Leinwand hin zu den Zuschauern im Videokino. Für uns europäische Betrachter dieser Szene entsteht der plurimediale Akt des Kinoerzählens durch die atmosphärisch hybride Audiospur und durch das Lesen der deutschen Untertitel als Übersetzung des Sprechaktes. read more

ALS DIE SONNE VOM HIMMEL FIEL

Auf den Spuren ihres verstorbenen Großvaters, der nach dem Abwurf der Atombombe als junger Arzt im Rotkreuzspital von Hiroshima gearbeitet hat, begegnet die Regisseurin einem ehemaligen Arzt und einer Krankenschwester, die Ähnliches erlebt haben wie er. Zeit seines Lebens hat ihr Großvater nie über seine Erfahrungen gesprochen, doch durch die große Offenheit ihrer Protagonisten kommt sie ihm näher. Als sich am 11. März 2011 in Fukushima eine neue Atomkatastrophe ereignet, nimmt ihre Suche eine neue Wendung. read more