2012

ADIKOS KOSMOS – UNFAIR WORLD

Sotiris ist Vernehmungsbeamter bei der Polizei. Er hat eine Macke: Er muss fair sein. Er urteilt und verdächtigt nach seiner persönlichen Moral und gegen das Gesetz. Mit der Absicht eine unschuldige Seele zu retten, tötet er unabsichtlich einen Wachmann. Dora, eine einsame Putzfrau, die ohne Rast arbeitet um zu überleben, ist die einzige Zeugin dieses Verbrechens. Obwohl Sotiris und Dora sich mögen, sind Liebe, Ehrlichkeit und Gerechtigkeit schwierig zu vereinbaren. Filippos Tsitos Geboren in Griechenland, lebt Filippos Tsitos seit 1998 in Berlin. Studium der Betriebswirtschaft. Später Regiestudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin. Sein Kurzfilm PARLEZ-MOI D’AMOUR (1994) gewann den goldenen Preis der deutschen Filmoscars des Studentenfilms. Griechenland 2012 Regie: Filippos Tsitos 107 min, 35mm, OmeU

AHIMSA – DIE STÄRKE VON GEWALTFREIHEIT

Die Organisation Ekta Parishad unterstützt die indische Bevölkerungsgruppe der Adivasi bei ihrem Kampf um Land und Wasser. Durch gewaltfreien Widerstand sollen ihre Ziele erreicht werden. Der erste Schritt dorthin ist die Festigung der dörflichen Gemeinschaften. Der charismatische Gründer von Ekta Parishad, P.V. Rajagopal, und seine MitarbeiterInnen geben ein Seminar für junge DorfbewohnerInnen, das ihnen helfen soll, Solidarität in ihren Gemeinden aufzubauen. Karl Saurer Geboren 1943 in Einsiedeln. Studien in Zürich, München, Köln und Osnabrück, M.A. der Medien- und Literaturwissenschaft. Filmpublizistische Tätigkeit. 1980–84 Dozent für Dramaturgie und Mitarbeiter der Studienleitung an der DFFB (Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin). Lehraufträge an Universitäten und Filmschulen. Seit 1970 Drehbuchautor und Regisseur von Spiel- und Dokumentarfilmen. Sein Dokumentarfilm RAJAS REISE war der Eröffnungsfilm des IFFI 2007. Schweiz/Indien 2012 Regie: Karl Saurer 65 min, DCP, OmU

AMIGOMÍO

Ein Vater, ein arbeitsloser Akademiker, der kaum zum Helden taugt, soll seinen achtjährigen Sohn aus dem Unrechtsregime Argentinien in die Freiheit führen, um ihm ein besseres Leben zu ermöglichen. AMIGOMÍO ist ein Roadmovie. In zweifacher Hinsicht. Die Geschichte einer Flucht und eine Reise durch innere Landschaften. Gegenwart und Vergangenheit verbinden sich, politisches Engagement trifft auf poetischen Realismus. AMIGOMÍO ist ein Film der Bilder. Bilder, die einen unvermittelt treffen wie ein Faustschlag, Bilder, die überwältigen und befreien zugleich. Jeanine Meerapfel wurde 1943 in Argentinien geboren. Von 1964 bis 1968 studierte sie an der Ulmer Hochschule für Gestaltung bei Alexander Kluge und Edgar Reitz. 1980 drehte sie ihren ersten Spielfilm, MALOU, der bei den Filmfestivals in San Sebastián und Chicago mit dem Hauptpreis und in Cannes mit dem Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI ausgezeichnet wurde. 1981 folgte der Dokumentarfilm IM LAND MEINER ELTERN. Der Dokumentarfilm DIE KÜMMELTÜRKIN GEHT gewann 1985 bei der Berlinale den Interfilm-Preis der evangelischen Jury und den Preis der deutschen Filmkritik. In DIE VERLIEBTEN (1987) erzählt Jeanine Meerapfel eine Geschichte von Heimatsuche der jungen Gastarbeitergeneration.  Von 1986 bis 1989 arbeitete sie am Dokumentarfilm DESEMBARCOS – ES GIBT KEIN VERGESSEN, eine Auseinandersetzung mit der Zeit der Militärdiktatur in Argentinien. Für ihr Meisterwerk LA AMIGA mit Liv Ullmann in der Hauptrolle erhält sie den Bundesfilmpreis 1989 und den Preis für die beste Darstellerin in San Sebastián, den Preis der OCIC Havanna 1988 und wird als argentinische Oscar-Kandidatin nominiert. AMIGOMÍO mit Mario Adorf kommt 1995 in die Kinos. 2001 folgte der Spielfilm ANNAS SOMMER, mit Angela Molina in der Hauptrolle, der den Spezialpreis beim […]

ARCHEO

Eine Frau fällt vom Himmel und schläft ein. Ein Mann fällt ebenfalls vom Himmel und schaut sich erstaunt um. Das erste Bild des Jungen sagt uns, dass er schon einmal hier war, und jetzt schaut er friedlich auf einen Käfer, den er umbringt. ARCHEO ist eine Geschichte über drei Menschen in den Armen der Natur, des Wassers, der Erde, des Waldes und des Himmels. ARCHEO ist ein Film über ehrliche Beziehungen, der Form und der Fotografie, ohne Kommentare, Worte, soziale, psychologische und historische Kontexte. Jan Cvitkovič Geboren 1966. Archäologe, Schauspieler, Drehbuchautor, Regisseur, Präsident von Kino Otok Isola Cinema. Er gewann zahlreiche Preise im In- und Ausland, unter anderem bei den Filmfestspielen in Venedig den „Lion of the Future“ für seinen Erstlingsfilm BREAD AND MILK und den Altadis „New Directors“- Award für GRAVEHOPPING in San Sebastian 2005. Er schreibt auch Kurzgeschichten und Gedichte. Slowenien 2011 Regie: Jan Cvitkovič 80 min, 35mm, ohne Dialog

AVÉ

Außerhalb von Sofia treffen Kamen und die 17jährige Avé, die von zu Hause weggelaufen ist, aufeinander. Er macht Autostopp nach Ruse, sie schließt sich ihm ungebeten an. Ein Roadmovie beginnt in den Norden Bulgariens und hinein in die Gegenwart eines Landes, das den Anschluss an die Welt noch nicht geschafft hat. Da sind zwei verloren wirkende junge Seelen unterwegs durch die Gegenwart und entdecken erst allmählich ihre Gefühle. Ein starkes Stimmungsbild und ein Film über das jugendliche Alter, in dem man sich das Leben noch erfinden kann. Konstantin Bojanov (*1968) studierte an der Kunsthochschule in Sofia sowie am Royal College of Art in London und absolvierte eine Dokumentarfilmausbildung in New York. AVÉ ist sein erster Langspielfilm. Bulgarien 2011 Regie: Konstantin Bojanov 86 min, DCP, OmU

BAB EL-OUED CITY – ABSCHIED VON ALGIER

Bab el-Oued ist ein turbulenter, historischer Stadtteil von Algier. Hier arbeitet der junge Boualem in einer Bäckerei. Als er sich an einem Nachmittag zu Hause ausruhen will, schreckt ihn die Stimme des Vorbeters auf. In plötzliche Wut versetzt, demontiert Boualem mit wilder Entschlossenheit den Lautsprecher und wirft ihn ins Meer. BAB EL-OUED CITY ist die bewegende Chronik einer Jugend, deren Zukunft durch Wirtschaftskrise und wachsende Intoleranz verdunkelt wird: ein universelles Bild einer ganzen Generation von heute. Merzak Allouache Geboren 1944 in Algiers. Von 1964 bis 1967 absolvierte er eine Filmausbildung am Institut National du Cinéma in Algier und erhielt an der Filmhochschule IDHE C in Paris 1967 sein Regiediplom. Danach folgten filmtheoretische Studien an der École Pratique de Hautes Études in Paris. 1972–1974 arbeitete Merzak Allouache als Berater im Kulturministerium und als Regieassistent bei Slim Riad. Algerien 1994 Regie: Merzak Allouache 93 min, 35mm, OmU

BAYIRI – LA PATRIE

BAYIRI  zeigt das Schicksal von Menschen, die Burkina Faso einst verlassen mussten und versuchten, in Côte d’Ivoire neu Fuß zu fassen. Als in Côte d’Ivoire 2002 ein Bürgerkrieg ausbricht, müssen die Burkinabe wieder fliehen. Sie werden nach Burkina Faso in das Flüchtlingslager Operation Bayiri gebracht, wo gerade die Frauen Hunger, Gewalt und Willkür durch Polizei und Rebellen erleben müssen. Auch Biba, eine starke junge Frau, landet in Bayiri, wo sie versucht, trotz ihrer Schwangerschaft nach der Vergewaltigung durch einen Rebellenchef für sich und ihre Freundinnen zu sorgen. Zodo, ein Schlepper, hilft dabei, so gut er kann.   S. Pierre Yaméogo wurde 1955 in Koudougou in Burkina Faso geboren. 1978 zog er nach Paris, um dort Fotografie und Kommunikationswissenschaften zu studieren. Heute arbeitet er als Produzent, Regisseur und Dokumentarfilmer. IFFI 2000: Filmpreis des Landes Tirol für SI LMAN DE. Weiters Teilnahme am Internationalen Wettbewerb des IFFI mit MOI ET MON BLANC (2006) und DELWENDE (2007).   Burkina Faso/Demokratische Republik Kongo/F 2011 Regie: S. Pierre Yaméogo 90 min, 35mm, OmeU

BOM DIA INHAMBANE

Der Österreicher Roland „Mundungaze“ Pickl, der seit fünf Jahren als Musiker und Produzent in Mosambik lebt, hat gemeinsam mit Rapper Helio D. Vanimal „Positivo Mocambique“ gegründet, ein Projekt, das Musik als Medium einsetzt, um Aufmerksamkeit auf die Krankheit HIV/AIDS zu lenken. In Dialogen, Szenen aus dem Alltag und Reisen durch das Land erzählen die beiden Musiker in BOM DIA INHAMBANE von den großen Problemen des Landes: Den immer noch spürbaren Leiden des Krieges, Hunger, Armut, Arbeitslosigkeit und HIV. Doch auch die Schönheit des Landes und die positive Auswirkung der mosambikanischen Musik werden thematisiert. MoziBrews steht für Falko Purner (*1974 in Innsbruck) und Daniel Jarosch (*1974 in Innsbruck). Purner arbeitet als Kameramann und Cutter und lebt in Berlin. Jarosch ist Schauspieler, Filmvorführer und Dokumentarfilmer und lebt in Innsbruck. Sein Kurzfilm ZODIAC, SCRAP & SCRATCHES wurde ber der IFFI-Eröffnung 2011 gezeigt. Mosambik/Österreich 2011 Regie: MoziBrews 80 min, DCP, OmU Europa-Premiere

CARO DIARIO

Sommer in der Stadt: Rom ist menschenleer, die Kinos haben geschlossen, Nanni Moretti streift mit der Vespa durch die Stadt. Kurz darauf zieht es auch ihn ans Meer. Er fährt nach Lipari. Moretti will dort arbeiten, aber der Verkehr und der Massentourismus verhindern das. Er zieht weiter, erst auf Alicudi – am äußersten Rand Italiens – kann er endlich seinen neuen Film schreiben. Nanni Morettis spätsommerlich melancholisches Vexierspiel zwischen autobiografischem Fakt und Fiktion brachte ihm 1994 den Regiepreis in Cannes. Nanni Moretti (geboren 1953 in Bruneck, Italien) ist Filmproduzent, Regisseur, Schauspieler und Besitzer eines Programmkinos in Rom. 2007–2008 Kurator der Turiner Filmfestspiele. Leiter der Wettbewerbs-Jury bei den 65. Filmfestspielen in Cannes 2012. Italien 1993 Regie: Nanni Moretti 101 min, 35mm, OmU

CINEMA NEXT FILMNACHT

Cinema Next zeigt junges Kino aus Österreich. Mit Vorfilmen, Filmpremieren und Filmnächten wird die Qualität und Vielfalt des heimischen Nachwuchsfilms und damit Filmformate abseits des üblichen Kinospielprogramms präsentiert: Kurz- und Experimentalfilme, Kurzdokus, Animationen und Musikvideos. Einen abwechslungsreichen Querschnitt durch das junge Kino gibt es bei der Cinema Next Filmnacht am 6. Juni um 22:00 Uhr im Leokino zu sehen. Im Fokus Tirol werden die beiden Kurzdokumentationen „Die Welt sehen – Der Fotokünstler Paul Albert Leitner“ von Tristan Zahornicky, „Konrad Zuse und die Erfindung des Computers“ von Judith Holzer und Rosa Eidelpes sowie die experimentelle Arbeit „Hotel Room“ von Bernd Oppl erstmals in Innsbruck gezeigt. „St. Martin“ von Clemens Purner, ein Film, der Tirol von seiner schönsten Seite zeigt, feiert im Rahmen der Cinema Next Filmnacht seine Kinopremiere. Im Fokus Österreich wird neben dem Kurzfilm-Preisträger der Diagonale 2012, „Unser Lied“ von Catalina Molina– ein berührender Film über eine ungewöhnliche Vater-Tochter.Beziehung – auch der Animationsfilm aus der Schmiede des preisgekrönten „Neuen Österreichischen Trickfilms“, „366 Tage“ von Johannes Schiehsl präsentiert. Die experimentelle Arbeit von Rainer Kohlberger und Wilm Thoben „White Light/White Heat“ sowie „Berlin Recyclers“ von Nikki Schuster, die in ihrer „Recycler“-Reihe gefundene Objekte aus verschiedensten Städten ebendort animiert und in spannende Geschichten verpackt, geben weitere Einblicke in das vielfältige junge Filmschaffen des Landes. Informationen unter www.cinemanext.at FOKUS TIROL Konrad Zuse und die Erfindung des Computers Judith Holzer & Rosa Eidelpes, 2010, 20 min Buch: Rosa Eidelpes, Animationen & Illustrationen: Benjamin Hohnheiser, Judith Holzer, Rafa Calleja, Georg Scherlin, Simon Ohler, Rainer Kohlberger, Sounddesign: Simon Harris, Max Kickinger, Musik: Max Kickinger, Produktion: Rosa Eidelpes, […]

DESEMBARCOS – Es gibt kein Vergessen

Zehntausende Menschen sind zwischen 1976 und 1982 in Argentinien durch die Militärs verschleppt, gefoltert und ermordet worden. Wie lässt sich mit diesen Fakten umgehen? Was kann ein Film schon gegen das Grauen der Vergangenheit bewirken? Reicht es, Verbrechen zu dokumentieren und der Opfer zu gedenken oder kann ein Film auch andere Beiträge zur Aufarbeitung der Vergangenheit leisten? DESEMBARCOS – entstanden während eines Workshops mit RegiestudentInnen – spürt diesen Fragen nach und dokumentiert scheinbar beiläufig das Werden von Erinnerungskultur. Jeanine Meerapfel wurde 1943 in Argentinien geboren. Von 1964 bis 1968 studierte sie an der Ulmer Hochschule für Gestaltung bei Alexander Kluge und Edgar Reitz. 1980 drehte sie ihren ersten Spielfilm, MALOU, der bei den Filmfestivals in San Sebastián und Chicago mit dem Hauptpreis und in Cannes mit dem Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI ausgezeichnet wurde. 1981 folgte der Dokumentarfilm IM LAND MEINER ELTERN. Der Dokumentarfilm DIE KÜMMELTÜRKIN GEHT gewann 1985 bei der Berlinale den Interfilm-Preis der evangelischen Jury und den Preis der deutschen Filmkritik. In DIE VERLIEBTEN (1987) erzählt Jeanine Meerapfel eine Geschichte von Heimatsuche der jungen Gastarbeitergeneration.  Von 1986 bis 1989 arbeitete sie am Dokumentarfilm DESEMBARCOS – ES GIBT KEIN VERGESSEN, eine Auseinandersetzung mit der Zeit der Militärdiktatur in Argentinien. Für ihr Meisterwerk LA AMIGA mit Liv Ullmann in der Hauptrolle erhält sie den Bundesfilmpreis 1989 und den Preis für die beste Darstellerin in San Sebastián, den Preis der OCIC Havanna 1988 und wird als argentinische Oscar-Kandidatin nominiert. AMIGOMÍO mit Mario Adorf kommt 1995 in die Kinos. 2001 folgte der Spielfilm ANNAS SOMMER, mit Angela Molina in der Hauptrolle, der den Spezialpreis […]

DIE KÜMMELTÜRKIN GEHT

Die Integrationsdebatte in Deutschland anno 1985: Melek, eine 38jährige Türkin, hat, wie sie selbst sagt, „die Schnauze voll“. Nach 14 Jahren verlässt sie Berlin und kehrt in die Heimat zurück. Obwohl sie keines der erwartbaren Klischees, die man damals (aber hat sich wirklich so viel verändert, Herr Sarrazin?) von „den Türken“ hatte, erfüllt, ist sie nicht wirklich in Deutschland angekommen. Jeanine Meerapfel portraitiert eine starke Frau und zerlegt stereotype Vorstellungen und rassistische Zuschreibungen. Ein Zeitbild, sicherlich. Aber aktueller denn je. Jeanine Meerapfel wurde 1943 in Argentinien geboren. Von 1964 bis 1968 studierte sie an der Ulmer Hochschule für Gestaltung bei Alexander Kluge und Edgar Reitz. 1980 drehte sie ihren ersten Spielfilm, MALOU, der bei den Filmfestivals in San Sebastián und Chicago mit dem Hauptpreis und in Cannes mit dem Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI ausgezeichnet wurde. 1981 folgte der Dokumentarfilm IM LAND MEINER ELTERN. Der Dokumentarfilm DIE KÜMMELTÜRKIN GEHT gewann 1985 bei der Berlinale den Interfilm-Preis der evangelischen Jury und den Preis der deutschen Filmkritik. In DIE VERLIEBTEN (1987) erzählt Jeanine Meerapfel eine Geschichte von Heimatsuche der jungen Gastarbeitergeneration.  Von 1986 bis 1989 arbeitete sie am Dokumentarfilm DESEMBARCOS – ES GIBT KEIN VERGESSEN, eine Auseinandersetzung mit der Zeit der Militärdiktatur in Argentinien. Für ihr Meisterwerk LA AMIGA mit Liv Ullmann in der Hauptrolle erhält sie den Bundesfilmpreis 1989 und den Preis für die beste Darstellerin in San Sebastián, den Preis der OCIC Havanna 1988 und wird als argentinische Oscar-Kandidatin nominiert. AMIGOMÍO mit Mario Adorf kommt 1995 in die Kinos. 2001 folgte der Spielfilm ANNAS SOMMER, mit Angela Molina in der Hauptrolle, der […]

DIE VERLIEBTEN

Eine Karrierefrau jugoslawischer Abstammung und ein feingeistiger Musiker, dessen Vater im Zweiten Weltkrieg auf dem Balkan stationiert war, treffen sich in Jugoslawien. Sie fremdelt, glaubt zur Heimatlosigkeit verdammt zu sein, ihm macht die väterliche NS-Vergangenheit zu schaffen. Für ihre Eltern spielen sie Verliebte, ein Paar – und machen sich auf die Reise durch Montenegro: eine berührende Liebesgeschichte. DIE VERLIEBTEN zeigt beschädigte Identitäten und brüchige Existenzen, vor allem aber eröffnet der Film einen Blick auf eine Sehnsuchtslandschaft, die Fanatismen und Geschäftemacherei wenig später in die Katastrophe rissen. Jeanine Meerapfel wurde 1943 in Argentinien geboren. Von 1964 bis 1968 studierte sie an der Ulmer Hochschule für Gestaltung bei Alexander Kluge und Edgar Reitz. 1980 drehte sie ihren ersten Spielfilm, MALOU, der bei den Filmfestivals in San Sebastián und Chicago mit dem Hauptpreis und in Cannes mit dem Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI ausgezeichnet wurde. 1981 folgte der Dokumentarfilm IM LAND MEINER ELTERN. Der Dokumentarfilm DIE KÜMMELTÜRKIN GEHT gewann 1985 bei der Berlinale den Interfilm-Preis der evangelischen Jury und den Preis der deutschen Filmkritik. In DIE VERLIEBTEN (1987) erzählt Jeanine Meerapfel eine Geschichte von Heimatsuche der jungen Gastarbeitergeneration.  Von 1986 bis 1989 arbeitete sie am Dokumentarfilm DESEMBARCOS – ES GIBT KEIN VERGESSEN, eine Auseinandersetzung mit der Zeit der Militärdiktatur in Argentinien. Für ihr Meisterwerk LA AMIGA mit Liv Ullmann in der Hauptrolle erhält sie den Bundesfilmpreis 1989 und den Preis für die beste Darstellerin in San Sebastián, den Preis der OCIC Havanna 1988 und wird als argentinische Oscar-Kandidatin nominiert. AMIGOMÍO mit Mario Adorf kommt 1995 in die Kinos. 2001 folgte der Spielfilm ANNAS SOMMER, mit […]

EN EL NOMBRE DE LA HIJA

Sommer 1976, ein Tal in den Anden Ecuadors. Manuela, die nach den kommunistischen und atheistischen Ideen ihres Vaters erzogen wurde, glaubt, ihre Eltern befinden sich auf einer revolutionären Mission in Kolumbien, während sie und ihr fünfjähriger Bruder Camilo den Sommer bei ihren Großeltern verbringen müssen. Natürlich ist in einem katholisch-konservativen Haushalt die marxistische Weltanschauung einer Neunjährigen problematisch. Die Großmutter, die Manuelas schlechten Einfluss auf den Rest der Familie alarmierend findet, droht sie zurückzuschicken, wenn sie sich nicht taufen lässt… Tania Hermida Im Oktober 1968 in Cuenca geboren, studierte Tania Hermida Filmregie an der renommierten Filmschule in San Antonio de los Baños auf Kuba (1988–1991) und schloss an der Universidad del Azuay in kulturellen Studien ab (2002). Seit 1996 hat sie eine Filmprofessur an der Universität von Quito inne. Ihr Spielfilm QUÉ TAN LEJOS erhielt den Publikumspreis des IFFI 2009. Ecuador 2011 Regie: Tania Hermida 100 min, DCP, OmU

ESSAHA – LA PLACE

ESSAHA ist eine algerische Musikkomödie, in der eine Gruppe Jugendlicher „the Square“, den Ort, an dem sie leben, gegen einen Konzern verteidigen, der dort ein Einkaufszentrum errichten will. Keiner von ihnen hat einen Job oder die Aussicht darauf, Gewalt, Drogen und illegale Migration sind überall, und die Bedrohung durch die Übernahme des Lebensraums durch die Konzerne übermächtig. Ein Musical, besonders ein lustiges, darüber zu schreiben scheint erst einmal unangebracht. Doch die ironischen Songs in verschiedenen Musikrichtungen wie Hip-Hop, RnB und traditioneller Musik schaffen eine Atmosphäre von Hoffnung, die alle Probleme zumindest etwas lösbarer erscheinen lassen. Dahmane Ouzid wurde 1950 in Algerien geboren. Er studierte Film am Gerassimow-Institut für Kinematographie in Moskau. Nach der Gründung einer eigenen Produktionsfirma und der Arbeit an einigen TV -Serien für den algerischen Sender ENTV schrieb er 2007 gemeinsam mit Salim Aissa das Musical „La Place“, das 2010 fürs Kino verfilmt wurde und gleichzeitig als Serie in 18 Folgen startete. ESSAHA hatte seine Erstaufführung beim panafrikanischen Filmfestival in Ouagadougou 2011. Algerien 2010 Regie: Dahmane Ouzid 115 min, 35mm, OmeU

EVOLUTION OF VIOLENCE

In Guatemala ist der Bürgerkrieg seit 1996 offiziell vorbei. Trotzdem sehnen sich die Menschen immer noch verzweifelt nach Frieden. Die Gewalt, die der 36 Jahre dauernde Krieg brachte, ist immer noch überall. Jeden Tag fordert sie neue Opfer, praktisch jeder könnte ein Mörder sein. Doch nicht nur die erlittenen Kriegstraumata, auch der globale Kampf um billige Ressourcen führt zu nicht enden wollenden Auseinandersetzungen. In seinem Dokumentarfilm begibt sich Fritz Ofner auf die Suche nach den Wurzeln der Zerstörung und zeigt, wie die Menschen in Guatemala ihren Alltag trotz der Bedrohung meistern. Fritz Ofner wurde 1977 in Friesach, Österreich geboren. Er studierte Journalismus und Ethnologie in Wien. Nach seinem Abschluss arbeitete er als Journalist und TV-Produzent. Heute lebt er als Regisseur und Kameramann in Wien. EVOLUTION OF VIOLENCE ist sein erster fürs Kino bestimmter Dokumentarfilm. Erstaufführung Filmfestival Locarno 2011.   Österreich/Guatemala 2011 Regie: Fritz Ofner 77 min, DCP, OmeU

FEBRE DO RATO

FEBRE DO RATO ist eine beliebte brasilianische Bezeichnung, die besonders typisch für die Stadt Recife im Nordosten des Landes ist, für jemanden, der außer Kontrolle ist, ein wütender Mensch. Genau unter dieser Bezeichnung veröffentlicht der nonkonformistische und anarchistische Dichter Zizo seine eigene kleine Zeitung. Das Zusammentreffen mit der unschuldigen Eneida bringt allerdings einiges in Zizos Leben durcheinander. Von diesem Moment an wird Eneida zur Antenne, die den Dichter verwandelt und seine Sehnsüchte leitet. Cláudio Assis Geboren 1959 in Caruaru (Brasilien), war Cláudio Assis Schauspieler, bevor er sich 1986 der Regie zuwandte. Gemeinsam mit Marcelo Gomes gründete er 1993 die Produktionsfirma Parabólica Brazil, eine NGO , die Kurz- und Dokumentarfilme über die Kultur des brasilianischen Staates Pernambuco produzierte. FEBRE DO RATO ist sein dritter Spielfilm und schließt eine Trilogie, die er 2003 begann. Sein letzter Film BAI XIO DAS BESTAS lief im Internationalen Wettbewerb des IFFI 2008. Brasilien 2011 Regie: Cláudio Assis 110 min, 35mm, OmeU

Forbidden Voices

Der Film erzählt von drei Bloggerinnen in Kuba, Iran und China, die unter Lebensgefahr arbeiten. Yoani Sánchez, Farnaz Seifi und Zeng Jinyan lassen sich von ihren diktatorischen Regimen nicht einschüchtern. Die jungen Frauen repräsentieren eine vernetzte Generation moderner Widerstandskämpferinnen, die mit ihren Blogs, mit Facebook, Youtube und Twitter, die staatlichen Informationsmonopole ihrer Länder ins Wanken bringen. Die Schweizer Dokumentaristin Barbara Miller begleitet die modernen Rebellinnen und zeigt, wie sie die Missstände in ihren Ländern anprangern, dabei politischen Druck aufbauen und weltweit Resonanz auslösen. Schweiz 2012 Regie: Barbara Miller 97 min, DCP, OmeU Amnesty International Award, San Sebastian 2013

FUGHE E APPRODI

Die Geschichte der Äolischen Inseln ist eine Geschichte vom Ankommen und Abreisen, von Flucht und Rückzug. Für die einen sind die Inseln – ein Weltnaturerbe der UNESCO – Gefängnis, für andere sind sie mythisch enthobene Sehnsuchtsorte. Filmemacher haben sie seit den Anfängen des Kinos fasziniert. Giovanna Taviani erzählt die Geschichte der Inseln als Filmgeschichte. Sie erzählt von Roberto Rossellini und Ingrid Bergman, von Michelangelo Antonioni und Monica Vitti, von Nanni Moretti, Massimo Troisi und den Brüdern Taviani. Kurz: Sie verneigt sich vor dem italienischen Kino und dessen Lieblingskulisse. Giovanna Taviani Als Tochter des Regisseurs Vittorio Taviani ist Giovanna auf Salina aufgewachsen und war von Kindheit an mit Film in Berührung. Als Mädchen schon spielte sie eine Rolle in KAOS (1984). Filmemacherin und künstlerische Leiterin des SalinaDocFest. Italien 2010 Regie: Giovanna Taviani 75 min, DCP, OmeU Eröffnungsfilm 2012

GOLDEN SLUMBERS

Die Autofahrt über eine nächtliche Landstraße in den Morgen der Stadt läuft in die falsche Richtung. Erst nach einer Weile bemerkt man, dass alle rückwärts fahren, ins Dunkel der Wirklichkeit. Mit dieser rätselhaften Metapher beginnt eine Reise in Kambodschas unbekannte Filmgeschichte. Zwischen 1960 und 1975 entstanden fast 400 Filme in Phnom Penh, von denen nur noch 30 existieren. Die Roten Khmer haben sie verbrannt und verkommen lassen, genauso wie viele der Studios und Kinos. Der Regisseur Davy Chou, Enkel eines der wichtigsten Produzenten der „Goldenen Zeit“, rekonstruiert in seinem Film das kinematografische Erbe des Landes. Davy Chou , Enkel von Van Chann, einem der größten Produzenten Kambodschas der 1960er und 70er Jahre, ist ein französisch-kambodschanischer Filmemacher. 2009 kuratierte Chou das Filmfestival „Golden Reawakening”, in dem es um das goldene Zeitalter des kambodschanischen Kinos ging. Gründer von „Kon Khmer Koun Khmer”, einer Gruppe junger StudentInnen und KünstlerInnen Kambodschas. Kambodscha 2012 Regie: Davy Chou 96 min, DCP, OmeU

GUERRE SANS IMAGES (ALGÉRIE, JE SAIS QUE TU SAIS)

Nach dreißig Jahren Abwesenheit kehrt der algerisch-schweizerische Regisseur Mohammed Soudani in seine Heimat zurück; begleitet vom Fotografen Michael von Graffenried, der seit 1991 regelmäßig nach Algerien reist und die Menschen in ihrem vom Krieg geprägten Alltag fotografiert. Mit einem Fotoalbum in der Hand konfrontieren Soudani und von Graffenried die abgebildeten Personen mit ihrer Vergangenheit. Viele von ihnen wussten damals gar nicht, dass sie fotografiert wurden, und für manche ist es das erste Mal, dass sie über ihre grauenvollen Erinnerungen sprechen. Mohammed Soudani Geboren 1949 in El-Asnam, Algerien. Kam 1972 als Profi-Fußballer in die Schweiz. Filmstudium am IDHEC (Institut des Hautes Études Cinématographiques) in Paris. Kameramann und Regisseur in Afrika und der Schweiz. 1998 Schweizer Filmpreis für sein Spielfilmdebüt WAA LO FEN DO. Beim IFFI 2010 präsentierte er seinen Spielfilm TAXIPHONE , der in der algerischen Wüste spielt. Schweiz/Frankreich 2002 Regie: Mohammed Soudani 90 min, DCP, OmeU

HUNGERN GEGEN WÄNDE

Der zum Tode verurteilte Student Cemal Miran wehrt sich gegen die Schikanen im Gefängnis mit eine Hungerstreik. Er fällt ins Koma. Nachdem das Todesurteil aufgehoben wird, flieht er in die Schweiz. Schweiz 2003 Regie: Yusuf Yesilöz 52 min, Video (16:9), Farbe, türk.-dt.-kurd. OF mit dt. UT

IL POSTINO

Salina in den 1950er Jahren. Mit letzter Kraft schleppt sich ein Briefträger den Berg hoch. Er hat Post für Pablo Neruda, der auf der Mittelmeerinsel auf das Ende des Exils und den Nobelpreis wartet. In Neruda findet der Briefträger einen Freund, der ihm die Augen öffnet für die Natur, die Liebe und die Poesie. Auch für die Politik, den Kampf für die gute Sache, sensibilisiert der Dichter seinen neuen Freund. IL POSTINO lässt sich mit den Oden Nerudas vergleichen: Auf den ersten Blick eine Liebeserklärung an das Leben in all seinen Facetten, auf den zweiten eine leise Frage nach den Dingen, die wirklich von Bedeutung sind. Michael Radford Geboren 1946 in Neu Delhi, Indien. Seine Jugend verbrachte Radford in Indien, dann zog er nach England. Studium der Philosophie, Politik und Wirtschaftswissenschaften in Oxford. 1971 gehörte er zum Gründungsjahrgang der neu entstandenen National Film and Television School. IL POSTINO wurde als erste ausländische Produktion seit Ingmar Bergmans CRIES AND WHISPERS 22 Jahre zuvor in der Kategorie „bester Film“ für den Oscar nominiert. Italien/Frankreich/Belgien 1994 Regie: Michael Radford 108 min, 35mm, ital. OF

IM LAND MEINER ELTERN

Wenn es Hitler nicht gegeben hätte, wäre ich ein deutsch-jüdisches Kind geworden, mehr deutsch als jüdisch, geboren in einem kleinen süddeutschen Dorf. Aber ich bin in Argentinien geboren, meine Muttersprache ist Spanisch. 1960 kam ich nach Deutschland.” Dies ist Jeanine Meerapfels Ausgangssituation, von der aus sie ihre Suche nach möglichen Wurzeln ihrer eigenen jüdischen Identität beginnt, eine Suche, die immer wieder konfrontiert wird mit der deutschen Realität die sie vorfindet. So spürt sie über subjektive und objektive Gegebenheiten hinaus der Frage nach, was es bedeutet, heute als Jude in Deutschland zu leben. Jeanine Meerapfel wurde 1943 in Argentinien geboren. Von 1964 bis 1968 studierte sie an der Ulmer Hochschule für Gestaltung bei Alexander Kluge und Edgar Reitz. 1980 drehte sie ihren ersten Spielfilm, MALOU, der bei den Filmfestivals in San Sebastián und Chicago mit dem Hauptpreis und in Cannes mit dem Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI ausgezeichnet wurde. 1981 folgte der Dokumentarfilm IM LAND MEINER ELTERN. Der Dokumentarfilm DIE KÜMMELTÜRKIN GEHT gewann 1985 bei der Berlinale den Interfilm-Preis der evangelischen Jury und den Preis der deutschen Filmkritik. In DIE VERLIEBTEN (1987) erzählt Jeanine Meerapfel eine Geschichte von Heimatsuche der jungen Gastarbeitergeneration.  Von 1986 bis 1989 arbeitete sie am Dokumentarfilm DESEMBARCOS – ES GIBT KEIN VERGESSEN, eine Auseinandersetzung mit der Zeit der Militärdiktatur in Argentinien. Für ihr Meisterwerk LA AMIGA mit Liv Ullmann in der Hauptrolle erhält sie den Bundesfilmpreis 1989 und den Preis für die beste Darstellerin in San Sebastián, den Preis der OCIC Havanna 1988 und wird als argentinische Oscar-Kandidatin nominiert. AMIGOMÍO mit Mario Adorf kommt 1995 in die Kinos. 2001 […]