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BELO ODELO

Lazar Ristovski
(Jugoslawien/Großbritanien 1999)

„Revolution“ Museum

Eine Revolution verändert nicht nur die soziale oder politische Landschaft eines Landes, sie kann auch einfache Dinge zweckentfremden: so werden eine Glühbirne zum Gefäß eines Molotov Cocktails oder Autoreifen zu Barrikaden. Was in den Nachrichten selten zu sehen war: Am Majdan in Kiew wurden aus diesen kriegerischen Überbleibseln Installationen, künstlerische Performance und Happenings. Die meisten Kriegskunstwerke sind nach der Revolution in Museen verfrachtet worden. Aber was macht man mit einem Ort des Andenkens? Ein filmisches Dokument über die Blitz-Musealisierung einer Revolution.

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9:06

Ljubljana. Der Polizist Dusan muss einen ungewöhnlichen Selbstmord aufklären. Ein vollkommen rasierter Mann ist von einer Brücke gesprungen und ertrunken, und alles, was er bei sich hatte, war eine Armbanduhr, die auf 9:06 Uhr stehen geblieben ist. Dusan steigert sich immer mehr in den Fall hinein. Wie besessen taucht er in das Leben des Selbstmörders ein, rasiert sich den Kopf, zieht sogar in die Wohnung des Toten und lebt dessen Leben.

Slowenien 2009
Regie: Igor Sterk
71 min, 35mm, Farbe, OF mit engl. UT

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A FESTA DE MARGARETTE

Pedro wohnt mit seiner Frau Margarette, den Kindern, der Großmutter und unzähligen Verwandten in einem abgelegenen Häuschen im Süden Brasiliens. Er träumt davon, Margarette ein großes Geburtstagsfest zu geben, doch er kommt finanziell auf keinen grünen Zweig und hat in der Kneipe und beim Händler einige unbezahlte Rechnungen offen. Als Pedro in der Autofabrik gekündigt wird, sind alle seine Träume zunichte. Doch seine Abfindung besteht aus einem Koffer und einer Tasche voller Geld. Trotz aller finanziellen Exzesse, die Pedro nun begeht, versiegt die Finanzquelle aus der Tasche wunderbarerweise nicht. Leider wird er zusehends mit der harten Realität konfrontiert. Gewalt, Mord und Korruption verwandeln Pedros neues Leben in einen Albtraum. Der in dunkel gehaltenen Schwarzweißbildern gedrehte Film ist eine bittere Komödie, die in jeglicher Hinsicht eine Reminiszenz an den Stummfilm der 20er Jahre ist. Erzählt wird die Geschichte ohne Dialoge und sogar ohne Zwischentitel. Im Film wird mit Situationskomik, Pantomime, instrumenteller brasilianischer Livemusik und hin und wieder mit Slapstickeinlagen gearbeitet, die eine moderne Sicht auf das klassische Genre Stummfilm erlauben.

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A Girl and the Tree

… Was auch immer dem Mädchen passiert, das ein Fahrrad mit drei roten Rädern wollte; wollte, dass St. Nicholas ihr warme Handschuhe bringt, dieselben, die Polonica hat: grau mit einem weißen Band und Glocken? Ein Filmgedicht für zwei Seelen. Vielleicht eine Meditation. Der Weg der Stille. „Ich dachte, wir würden eine Film über das Ableben machen. Jetzt erkennen wir, es ist ein Film über das, was übrig bleibt.“ – Vlado Škafar

SI 2012
Regie: Vlado Škafar
83 min, Farbe, DCP, Ome
U

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A LOS GURKOS SHORT FILM FESTIVAL 2010

Ja, in Tirol existiert eine Kurzfilm-Szene und ja, auch in diesem Jahr gibt es wieder ein Festival, bei dem sie aufblitzen wird: Die sechste Ausgabe des „A Los Gurkos Short Film Festivals“ widmet sich eine Woche lang Kurzfilmen aus Tirol, Umgebung und der ganzen Welt. Herzstück des Festivals ist der Kurzfilmwettbewerb. Films in Competition: HUNDSTAG (Emir Handzo, AT 2010) 3 min MENAGE Á TROIS (Matteo Sanders, AT 2010) 10 min MACRO KINGDOM (Clemens Wirth, AT 2010) 3 min DESPERATE WOMAN (Elisabeth Melkonyan, AT 2009) 2 min MIPIM STOP-MOTION PROJECT (Maximilian Raggl, AT 2010) 5 min

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A LOS GURKOS SHORT FILM FESTIVAL 2011

Das Los Gurkos Short Film Festival findet heuer zum verflixten siebenten Mal statt. Und auch wenn wir leider auf wehende Röcke verzichten müssen (außer Oscar, Hannes oder Sylvain stellen ihre sexy Hax’n – enthaart – zur Verfügung), gibt es doch einiges womit wir dieses Jahr wieder aufwarten können… Aus unerklärlichen Gründen haben Los Gurkos dieses Jahr zahlreiche ausländische Kurzfilme erhalten. Luftpolsterkuverts mit ägyptischen, ukrainischen, daitsch’n und sogar schweizerischen Briefmarken trafen in unserem Büro ein (die beste Briefmarke hatte den Schumi oben, die Schönste einen Leuchtturm). Eine Auswahl der internationalen Kurzfilme wird vor dem Wettbewerbsprogramm gezeigt:

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AAB, BAAD, KHAAK

In einer von der Dürre befallenen südlichen iranischen Region begibt sich ein kleiner Junge auf die Suche nach seinen Eltern. Um dem Hungertod zu entgehen, verlassen die Familien ihre Heimat. Als der Junge an der Suche verzweifelt, schließt er sich einer fortziehenden Gruppe an.

Iran 1989
Regie: Amir Naderi
94 min, 35mm, Farbe, Farsi OmenglU

ABLAKON

Ablakon kehrt in sein Dorf zurück, wo er Junge und Alte beeindruckt, er lockt den Bewohnern ihr Geld heraus. Ein zynisches Bild der urbanen Gesellschaft und deren Rückwirkung auf die Dorfgemeinschaft.

Côte d´Ivoire 1985
Regie: Roger Gnoan M´Bala
90 min, 16 mm, Farbe, franz. OF

ABOUNA – DER VATER

Haroun erzählt vom Alltag im Tschad, einem der ärmsten Länder der Erde, von seinen weiten Horizonten, von der Sehnsucht nach dem Meer, von Glück und Trauer, vom Leben ohne Vater, von einer sehr kurzen Kindheit und von der innigen Beziehung zweier Geschwister.

Tschad/F 2002
Regie: Mahamet-Saleh Haroun
85 min, 35 mm, Farbe, arab.-franz. OF mit dt. UT
Official Selection 34ème Quinzaine des Réalisateurs, Cannes 2002

ACIDENTE (Zufall)

Epos auf die zwanzig Städte des brasilianischen Bundesstaates Minas Gerais. Als roter Faden zieht sich allein ein Gedicht durch den Film, das durch die Ortsnamen der besuchten Stätten inspiriert ist. Azurblauer Himmel, orangefarbene Hausmauern, weiße Kacheln, betende Gläubige in einer Prozession, spielende Kinder, einfache Menschen im Alltag: ACIDENTE ist ein flimmerndes, brillant gefilmtes Epos. Den beiden Filmemachern Cao Guimarães und Pablo Lobato gelingt es, durch ihre geschickte Kameraführung und raffinierte Montage das filmische Porträt einer Provinz zu zeichnen. Durch ihren Blick auf Alltag, Armut und Randständiges hat es nichts mit gängigen Postkartenidyllen gemein, und dennoch entfaltet sich in Bildern, Farben und Klängen ein Filmpanorama mit einer beinahe hypnotischen Faszination.

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ADANGGAMAN

Afrika, 17. Jahrhundert: König Adanggaman kooperiert mit Sklavenhändlern, schickt Ama-zonen in feindliche Dörfer, läßt sie in Brand stecken und die Bewohner/innen für den Sklavenverkauf gefangen nehmen. Vor diesem historischen Hintergrund erzählt Roger Goan M´Bala unsentimental die Geschichte von Ossei, einem, der sich noch nie beugen wollte. Und sich plötzlich mit dem Erniedrigensten aller Zwänge konfrontiert sieht: der Sklaverei. Wie Gesellschaften sich selbst im Fluß der Geschichte empfinden, als Spielball von Stromschnellen oder gegen den Strom schwimmend, als rückwärts marschierende Flußkrebse, als Hechte oder als dessen Futter, so spüren sie sich auch in der Gegenwart. ADANGGAMAN ist der erste afrikanische Film über die Kollaboration eines schwarzen Königs mit den europäischen Sklavenhändlern, ein schmerzhaft kritischer Blick auf bislang verdrängte Zusammenhänge und eine aufbrechende, kommunikative Relativierung klischeehafter Schwarz-Weiss-Malerei.

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ADIKOS KOSMOS – UNFAIR WORLD

Sotiris ist Vernehmungsbeamter bei der Polizei. Er hat eine Macke: Er muss fair sein. Er urteilt und verdächtigt nach seiner persönlichen Moral und gegen das Gesetz. Mit der Absicht eine unschuldige Seele zu retten, tötet er unabsichtlich einen Wachmann. Dora, eine einsame Putzfrau, die ohne Rast arbeitet um zu überleben, ist die einzige Zeugin dieses Verbrechens. Obwohl Sotiris und Dora sich mögen, sind Liebe, Ehrlichkeit und Gerechtigkeit schwierig zu vereinbaren. Filippos Tsitos Geboren in Griechenland, lebt Filippos Tsitos seit 1998 in Berlin. Studium der Betriebswirtschaft. Später Regiestudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin. Sein Kurzfilm PARLEZ-MOI D’AMOUR (1994) gewann den goldenen Preis der deutschen Filmoscars des Studentenfilms.

Griechenland 2012
Regie: Filippos Tsitos
107 min, 35mm, OmeU

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AFRICA UNITED

Zico kam aus Marokko nach Island, um sein Glück zu versuchen. Aber nach zehn Jahren steht Zico ohne Geld und Arbeit da. Auf dem Tiefpunkt seiner Verzweiflung beschließt er, endlich seinen Traum wahr zu machen: als Spielertrainer seines Amateur-Teams „Africa United“ in die dritte Fußballliga Islands einzuziehen. Dafür trommelt er Einwanderer in ganz Island zusammen. Die Spieler kommen aus Marokko, Nigeria, Kolumbien, Serbien, dem Kosovo, Gambia und Guinea. Doch der Weg zum Erfolg ist steinig. Zur Mitte der Saison hat Africa United noch kein einziges Spiel gewonnen, und der beste Spieler ist kurz davor, das Team zu verlassen.

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African Metropolis

HOMECOMING Kenya 2013, Jim Chuchu, 11 min Fantasy, Science-Fiction und Schwärmerei vermischen sich, als ein liebeskranker Nachbar sich immer abstrusere Szenarien ausdenkt, um die Frau seiner Träume zu umwerben.

THE CAVE Ägypten 2013, Ahmed Ghoneimy, 23 min In einer sich verändernden Welt ist die größte Herausforderung, sich anzupassen.

THE LINE UP Nigeria 2013, Folasakin Iwajomo, 13 min Wie weit würdest du gehen, um deiner Schwester eine lebensrettende Operation zu ermöglichen?

L’AUTRE FEMME Senegal 2013, Maria KA, 12 min Eine Hausfrau Mitte 50 entdeckt ihr wahres Selbst, als sie sich gezwungen sieht, die zweite Frau ihres Ehemanns in ihr Zuhause aufzunehmen.

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