Die Gewinner 2019 im Überblick:

IFFI Ehrenpreis: Marta Rodríguez (Kolumbien)
Internationaler Spielfilmwettbewerb um den Filmpreis des Landes Tirol: FLESH OUT, Michela Occhipinti (Italien)
Internationaler Dokumentarfilmwettbewerb um den Filmpreis der Stadt Innsbruck: LAILA AT THE BRIDGE, Elizabeth&Gulistan Mirzaei (Afghanistan)
Wiener Städtische Publikumspreis: POP AYE, Kirsten Tan (Thailand)
Südwind-Jugendfilmpreis: SUPA MODO, Likarion Wainaina (Kenia)
Kurzfilmpreis der Universität Innsbruck: FATHERLAND, George Sikharulidze (Georgien) read more

Kolumbien Widerstand der indigenen Bevölkerung Marta Rodríguez als Ehrengast beim IFFI

Marta Rodríguez wird 1938 in Bogotá geboren. Nach dem Abschluss der Schule studiert sie in Barcelona Soziologie. 1957 geht sie nach Paris und sieht dort viele Filme und kommt mit Arbeitervereinigungen in Kontakt. 1958 kehrt sie nach Kolumbien zurück. Sie lernt den fortschrittlichen Priester Camilo Torres kennen, der in einem Vorort der Hauptstadt Arbeiter- und Bauern von kirchlicher Seite unterstützt. Marta beginnt Anthropologie zu studieren und reist wieder nach Paris, um sich dort an der Universität für Film und Ethnologie einzuschreiben. Sie lernt den bekannten Dokumentarfilmer Jean Rouch kennen und beginnt sich mit der Bewegung des ‚Cinema Verité’ auseinanderzusetzen. Ihr erster Film im universitären Rahmen ist eine Arbeit über den Flohmarkt in Paris.
1965 kehrt sie nach Kolumbien zurück und nimmt ihr Studium wieder auf, engagiert sich in der französischen Botschaft für Filme und lernt den Filmemacher Jorge Silva kennen. Sie beginnen gemeinsam das Projekt CHIRCALES in der Gemeinde Tunjuelito bei Bogotá vorzubereiten und können es in den Jahren 1967 bis 1972 fertig stellen. Marta kennt die Familie Castañeda bereits von dem Projekt mit Camilo Torres. Mit geliehenen Kameras und Aufnahmegräten nehmen Marta und Jorge am Leben der Familie teil und erarbeiten mit ihr gemeinsam das Projekt. Der Film wird 1968 beim Encuentro de Cine Latinoamericano in Merida in Venezuela erstaufgeführt. Die Dramatik, mit der die Familie ums Überleben kämpfen musste, beeindruckt nachhaltig.
1972 reisen Marta und Jorge in die westlichen Landesteile, nachdem sie in der Presse erfahren hatten, dass dort Massaker und Greueltaten an den Guahibos erfolgten. Damit beginnt das Projekt PLANAS, TESTIMONIO DE UN ETNOCIDIO im Jahre 1972, ein Film, der die Zustände anprangert und bei den Festivals von Cartagena und Leipzig ausgezeichnet wird.
1976 wird CAMPESINOS, 1980 LA VOZ DE LOS SOBREVIVIENTES, ein Film über den Tod von Eingeborenenführern und 1981 NUESTRA VOZ DE TIERRA, MEMORIA Y FUTURO, die Situation der Indígenas in Cauca beleuchtet, fertig gestellt. Der Kampf um das Land ist im Fokus der Menschen, die in den Anden vom Ackerbau und Viehwirtschaft in kleinem Umfang leben. Die Kultur der Anden steht im Vordergrund und die meisten Menschen dort hatten noch nie eine Kamera gesehen und wussten nicht, dass es Fotos gibt. Es waren zudem mehrere Haciendas besetzt worden und die Hacenderos starteten eine Gegenbewegung, um die Anführer der Besetzer umzubringen. So geht es immer zwischen den andinen Kleinbauern, Drogenhändlern, der Guerilla und den Killern hin und her und die Schwachen bleiben dabei auf der Strecke. NUESTRA VOZ DE TIERRA, MEMORIA Y FUTURO wird ebenfalls vielfach – so auch in Berlin – prämiert. Es entstehen weitere Filme vor dem Tod von Jorge Silva im Jahre 1987. Später arbeitet sie mit Fernando Restrepo. 2006 erscheint SORAYA, AMOR NO ES OLVIDO – über den Kampf in Kolumbien zwischen Guerilla, Paramilitärs und Armee.
Beim 28. IFFI werden die vom Arsenal in Berlin digitalisierten und restaurierten Fassungen der frühen Filme präsentiert.
Wir freuen uns, dass Marta Rodríguez bei uns zu Gast sein und ihre Filme persönlich kommentieren wird.
Ute Mader (Vizepräsidentin IFFI) read more

Für einen großen Bruder, der auf Reisen ist

Cher Pierre,
Saint Pierre,
du bist aufgebrochen
ohne Auf Wiedersehen zu sagen
ohne Adieu.
Ich wusste, dass du dich nicht gut fühltest!
Aber dein Aufbruch zu dieser Reise, auf der wir dich nicht
sehen können,
ist nur wie Verstecken spielen!
Ein Spiel mit Licht und Schatten,
und du bist im Schatten.
Aber dein Leuchten erhellt unsere Blicke.
Zu den besten in Burkina Faso realisierten Filmen
gehören deine Filme «Laafi», «Dounia», «Delwendé»,
«Moi et mon Blanc», «Bayiri». read more

Es ist ein Märchen. Also eigentlich ein Märchen in einem Märchen. Unwirklich, aber mit Vorsatz, so dass es schon wieder zum Realismus taugt…..Ohne schwergewichtigen Art-House-Jargon, geradewegs durch die Handlung werden die Möglichkeiten der Fiktion fürs Gesellschaftliche ergründet, und es verblüfft, wie viele Ideen in den gerade mal 74 Minuten verstaut sind. Das Erzählte trägt sich irgendwo in Kenia zu, um eine Heldin herum, die Superhelden liebt. Sie heißt Jo, ist neun Jahre alt und hat noch zwei Monate zu leben. Ihre Mutter Kathryn – bezeichnenderweise die Hebamme im Dorf, also zuständig für die andere Seite des Lebens, die Geburt – begreift die Sterbebegleitung ihrer kranken Tochter vor allem als Behütung. Jos ältere Schwester Mwix sieht keinen Sinn darin, dass das Mädchen die verbleibenden Wochen im Bett verbringt, und überredet das Dorf, eine vollendete Illusion zu inszenieren, in der Jo tatsächlich Superkräfte besitzt. Sie kann nun z. B. auf einem Marktplatz die Zeit anhalten, indem alle dort Anwesenden auf ein Zeichen hin in Ruhe verharren. Durch die inszenierte Phantasie gestattet das Dorf ihr, über sich hinauszugehen. Da sie nicht fortleben kann, niemals Souveränität, Ermächtigung und Freiheit im Erwachsensein wird erfahren können, soll sie es hier und jetzt als Spiel erfahren. Und dieses Spiel ist reiner und schöner als jene stets durchwachsene Halbheit namens Leben.
Der in Mutter und Schwester angelegte Konflikt zwischen Fürsorge und Ermächtigung, dem Kind was Nützliches (Pflegen, Behüten) oder was Gutes (Spiel, Vergnügen) zu tun, die soziale und die liberale Lösung, wird dramatisch, also gerecht, als Kollision zweier Teilwahrheiten gefasst und findet seine Aufhebung erst in der Kunst: dem gemeinsamen Entschluss, einen Film zu drehen mit Jo in der Hauptrolle einer Superheldin. read more

Das IFFI reist zurück durch seine Geschichte und findet dort viele Geschichten, zum noch einmal mitfiebern, darunter auch solche von Freunden und Wegbegleitern wie Daniel Díaz Torres und S. Pierre Yameogo, die schon auf der Weiterreise sind.

AMIGOMIO
Regie: Alcides Chiesa & Jeanine Meerapfel

DELWENDE – LÈVE-TOI ET MARCHE
Regie: S. Pierre Yameogo

EL VIAJE
Regie: Fernando E. Solanas

HONEYMOONS
Regie: Goran Paskaljević

LA PELÍCULA DE ANA
Regie: Daniel Díaz Torres

LUNA PAPA
Regie: Bakhtiyar Khudojnazarov read more

In Berlin wurden am 26. Oktober 2018 Kinopreise für herausragende Kinoarbeit vergeben. Das Kommunales Kino der VHS Leverkusen erhält die Auszeichnung in der Kategorie „Kino, das bildet“ für sein Programm i mit dem zweiten Preis ausgezeichnet worden.
Ute Mader ( Bild )

Die 28. Weltfilmtage in Thusis sind heute/gestern abend mit der japanischen
Komödie „Shoplifters“ – Manbiki kazoku“ zu Ende gegangen. Zusammen mit den
Schulvorstellungen besuchten fast 4500 Zuschauerinnen und Zuschauer die gut 40
Dokumentar- und Spielfilme, die in den letzten sechs Tagen im Kino Rätia in Thusis
zu sehen waren. Notta Caflisch, die dieses Jahr neu als Vertreterin einer jüngeren
Generation im Organisationskomitee Einsitz genommen hat, führt das grosse
Publikumsinteresse sowohl aufs attraktive Programm mit aktuellen Themen als
auch darauf zurück, dass man mit publikumsnahen Genres wie Musikfilmen oder
alternativen Western zunehmend auch ein jüngeres Publikum für die Weltfilmtage
im Kino Rätia zu begeistern vermag. Für den frechen kenianische Film „Rafiki“, rund
um eine junge lesbische Liebe in Nairobi, musste sogar kurzfristig eine
Zusatzvorstellung anberaumt werden, weil viele Besucherinnen und Besucher bei
der ordentlichen Vorführung keinen Platz mehr fanden.
Höhepunkte des Programms dieses Jahr waren die verschiedenen Dokumentar- und
Spielfilme, die sich mit dem topaktuellen Thema Migration befassten. Darunter etwa
„Eldorado“, der neue Film von Markus Imhoof, der von der Schweiz dieses Jahr ins
Oskar-Rennen um den besten Dokumentarfilm geschickt wird. Oder das
Filmgespräch mit dem in Rapperswil lebenden monglisch-schweizerischen
Filmemacher Batbayar Chogsom, der mit seinem Erstling „Out of Paradise“ gleich
das renommierte Shanghai Filmfestival gewinnen konnte. Chogsom schilderte
anschaulich, wie er mit Hilfe vieler seiner Verwandten und Freunden in der
Mongolei und mit bescheidensten Mitteln seinen preisgekrönten abendfüllenden
Spielfilm gedreht hat. Eine spezielle Hommage richteten die Weltfilmtage dieses
Jahr auch dem Trigon-Filmverleih aus, der sein 30jähriges Jubiläum feiert und die
Weltfilmtage zuverlässig mit den Höhepunkten aus seinem Programm mit
Schwerpunkt auf Filme des Südens und Ostens beliefert.
Die 29. Weltfilmtage Thusis finden kommendes Jahr vom 29. Oktober – 3.
November statt. read more

IFFI Ehrenpreis: S. Pierre Yameogo
Internationaler Spielfilm Wettbewerb um den Filmpreis des Landes Tirol (5.500,- EURO): COCOTE (Nelson Carlo De Los Santos Arias)
Internationaler Dokumentarfilmwettbewerb um den Preis der Stadt Innsbruck (3.000,- EURO): A STORY OF SAHEL SOUNDS (Markus Milcke, Tobias Adam & Florian Kläger)
Wiener Städtische Publikumspreis (1.000,- EURO): A STORY OF SAHEL SOUNDS (Markus Milcke, Tobias Adam & Florian Kläger)
Südwind-Jugendfilmpreis (1.000,- EURO): WALLAY (Berni Goldblat)
Kurzfilmpreis der Universität Innsbruck (400,- EURO): 8 MINUTES (Giorgi Gogichaishvili und Dato Abramishvili) read more

30.05.-02.06 | INNSBRUCK | AUSTRIA

DECOCOONING SOCIETY

JLIN | GODFLESH | JUAN ATKINS | ALEC EMPIRE – THE DESTROYER
ARPANET | TIM HECKER | LEE GAMBLE | ERRORSMITH
THE SPEAKER
feat. VALERIO TRICOLI/PAN DAIJING/WERNERDAFELDECKER
GLENN UNDERGROUND


KLEIN | TOMOKO SAUVAGE | BLISS SIGNAL | K&K KUTIN/KOHLBERGER
TAPE LOOP ORCHESTRA | KASSEL JÄGER | RROSE | ABUL MOGARD
MARC BARON

EKIN FIL | PULVERINE | ZENIAL | AARON STADLER | LISSIE RETTENWANDER
ANMA | BRTTRKLLR | CHRISTOPH FÜGENSCHUH | DJ KATAPILA | DJ BLEED

Heart of Noise zeigt Musik und Bild, zerbricht das gefällige Mosaik von E und U, beendet Apartheid und Cocooning, zertrümmert den asozialen Tonbau, lädt ein, Tapelooper, HardwareapologetInnen, FuturistInnen, GitarristInnen, MusikmaschinistInnen, ApokalyptikerInnen und PostapokalyptikerInnen, die Musique Deconcrete, Godfathers und Godmothers, Paris, Chicago, Detroit, Belgrad, London, Vancouver, Istanbul, Accra, Berlin und Wien und Kitz.
Decocooning Society öffnet Genregrenzen und Filterblasen, zeigt keine Larven und keine hässlichen Schwäne, sondern den Teich der Schmetterlinge im Garten der Pfade, die sich verzweigen. Decocooning Society macht weiter, macht Gegenwartsklänge hörbar, das pulsierende Kontinuum der Subkulturen, die vergessene Utopie hinter der Endzeit der Demokratien, Räume, Energien, Bewegungen, Ekstasen, Konzentration, Rückzug, Widerstand und Hedonismus. Es wird gerockt, gedröhnt, geravet, gedubbet, besprochen, footgeworked, zerlegt, zerrissen, geschnitten, gekratzt, visionisiert, visualisiert, Hände in die Höh und den Kopf in den Tanz. read more

Here at IFFI, our love for film comes first. But there is more to the festival than just that. Each year we work with a diverse team of programmers, writers and designers to deliver the festival. As the 2018 event looms ever closer, we would like to introduce them to you to offer a behind-the-scenes look at IFFI.

One such talented team member is Lucia Pola, a graphic designer from Slovakia who has been creating the IFFI visuals for the past three years. Lucia likes to take an innovative approach to design, through a combination of analogue and digital technology. This year, the result is a unique image that reflects the surrounding mountains of Innsbruck and incorporates the art of film making. read more

Regisseur-Poet-Maler-Professor-Philosoph

Der Italo-Argentinier Fernando Birri, der von Literaturnobelpreisträger Gabriel García Márquez
„Vater des lateinamerikanischen Kinos“ bezeichnet wurde, ist im Alter von 92 Jahren in Rom gestorben.

Ohne Fernando Birri hätte das Internationale Filmfestival Innsbruck ein anderes Gesicht. Er hat es
nicht nur bereichert mit seinen Filmen, er war auch dessen geistiger Vater. Der politische Charakter des Festivals hat seinen
Ursprung im Denken und Schaffen des Gründers der Filmschule in San Antonio de los Baños nahe Havanna.
Seine Theorien über Film und die Welt wurden von Renate Wurm und Helmut Groschup gesammelt und 1992
im Buch „Fernando Birri-Kino der Befreiung“ veröffentlicht. read more

Filmpreis des Landes Tirol

The Unseen
© Perivi Katjavivi 2016

Der Filmpreis des Landes Tirol für den besten Internationalen Spielfilm wurde von der Jury bestehend aus Karl Saurer, Shahrbanoo Sadat und Andreas Pronegg vergeben. Der mit 5500 € dotierte Preis geht an “THE UNSEEN” von Perivi Katjavivi. Der Regisseur aus Namibia zeigte sich sichtlch gerührt:

It is difficult to find spaces and places for films like The Unseen. I am grateful that the IFFI provides the opportunity to tell these stories, especially while we are facing a world full of uncertainty and change read more