2002

Films

  • AAB, BAAD, KHAAK

    In einer von der Dürre befallenen südlichen iranischen Region begibt sich ein kleiner Junge auf die Suche nach seinen Eltern. Um dem Hungertod zu entgehen, verlassen die Familien ihre Heimat. Als der Junge an der Suche verzweifelt, schließt er sich einer fortziehenden Gruppe an. Iran 1989 Regie: Amir Naderi 94 min, 35mm, Farbe, Farsi OmenglU
  • ADANGGAMAN

    Afrika, 17. Jahrhundert: König Adanggaman kooperiert mit Sklavenhändlern, schickt Ama-zonen in feindliche Dörfer, läßt sie in Brand stecken und die Bewohner/innen für den Sklavenverkauf gefangen nehmen. Vor diesem historischen Hintergrund erzählt Roger Goan M´Bala unsentimental die Geschichte von Ossei, einem, der sich noch nie beugen wollte. Und sich plötzlich mit dem Erniedrigensten aller Zwänge konfrontiert sieht: der Sklaverei. Wie Gesellschaften sich selbst im Fluß der Geschichte empfinden, als Spielball von Stromschnellen oder gegen den Strom schwimmend, als rückwärts ...
  • ALTYN KYRGHOL – Bruder Seidenstrasse

    Ausgelassen tollen kirgisische Kinder durch die Steppe, jeder von einem kargen Ast abgeleckte Tautropfen schmeckt wie, nein, … ist Abenteuer. Ganz nah und doch endlos weit lockt sie ihr Wissen an einen uralten Handelsweg zwischen Ost und West, die Große Seidenstraße, heute irgendeine Bahnstrecke in Kirgisien, und doch Pulsader, Traumschienenmanifest, Hoffnungsfluchtrettung, aber auch deprimierender Abschied, nostalgisches Niemandsland. Von all dem und noch viel mehr erzählt Marat Sarulu in narrativ-poetischen Ellipsen. Blitzend bruchstückhaft oszillieren Geschlechts- und Generationskonflikte, klagen Frauen Männer ...
  • AMIGOMÍO

    Ein Vater, ein arbeitsloser Akademiker, der kaum zum Helden taugt, soll seinen achtjährigen Sohn aus dem Unrechtsregime Argentinien in die Freiheit führen, um ihm ein besseres Leben zu ermöglichen. AMIGOMÍO ist ein Roadmovie. In zweifacher Hinsicht. Die Geschichte einer Flucht und eine Reise durch innere Landschaften. Gegenwart und Vergangenheit verbinden sich, politisches Engagement trifft auf poetischen Realismus. AMIGOMÍO ist ein Film der Bilder. Bilder, die einen unvermittelt treffen wie ein Faustschlag, Bilder, die überwältigen und befreien zugleich. ...
  • Annas Sommer

    Anna (Angela Molina) räumt ihr Haus, sie will den auf einer griechischen Insel gelegenen Familienbesitz verkaufen. Während sie die vertrauten Gegenstände sichtet, steigen Erinnerungen in ihr auf, sie will weiter eintauchen, in die Geschichte ihrer sephardisch-jüdischen Familie. Anna hat den Tod ihres Mannes Max noch nicht überwunden. In diesem Sommer versucht sie sich mit ihrer Einsamkeit abzufinden. Zum ersten Mal öffnet sie die alte Familientruhe. Erinnerungen und Geister erwachen zum Leben, sie lacht, weint, kocht und erntet Feigen mit ...
  • AOUD RIH – Das Windpferd

    Rasend schmettert ein Zug über die Leinwand, langsam bringt ein Boot einen alten Mann an irgendein Ufer. Schon die ersten Bilder illustrieren, was kommen wird: Unterwegssein, flüchtige Bewegungen, Sehnsucht, Ankünfte, Abschiede. Zwei marrokanische Männer treffen sich zufällig. Taher, der Ältere, war einstmals geachteter Hufschmied, jetzt fühlt er sich nur mehr als Last seines Sohnes, bricht auf in die Ver-gangenheit, sucht verzweifelt einen Heimatort, sinnvolle Überlebenswahrzeichen in einem fernen Dorf, Azemmour, am Grab seiner zu früh verstorbenen, unsterblich geliebten Frau. ...
  • BYE BYE BLUEBIRD

    „Kleine Inseln sind nichts für Menschen, nur für Vögel, die wegfliegen können,“ sagt einmal eine der beiden jungen Frauen. Rannvá und Barba, wie schrill-bunte Paradiesvögel, rebellisch mit ihren verletzten Flügeln schlagend, sind sie nach vielen Jahren im Ausland im haßgeliebten Land ihrer Kindheit gelandet: den Faröer-Inseln. Ein paar Häufchen Erde nordwestlich von Island, wo jeder, der auf längere Zeit weggeht, wie ein Verräter behandelt wird. Zwei seltsame Heldinnen, Rachegöttinnen, die ihre Wut und Unsicherheit, saufend, fluchend oder tangotanzend ...
  • CHILE, LA MEMORIA OBSTINADA

    Auf der Suche nach Vergangenheits- und Gegenwartsbewältigung kehrte Guzmán zu Schauplätzen aus LA BATALLA DE CHILE zurück, sprach mit den „anonymen Helden“ aus dem Umfeld Allendes – seinen Leibwächtern und seinem Chauffeur, der an diesem 11. September 1973 heiratete -, mit Hinterbliebenen von „Verschwundenen“ und auch mit einstigen Befürwortern des Putsches. An einer Universität organisierte Guzmán eine Vorführung von LA BATALLA für Studenten. Die plötzliche Gleichzeitigkeit ihrer unbelasteten Kindheitserinnerungen mit der Konfrontation einer brutalen Gesellschaftsspaltung ist wie ein Schock. ...
  • CZESC TERESKA – Hi, Tereska

    Mädchen und Knaben in weißen Kleidern singen rührende Lieder in einer Betonkirche am Rande Warschaus, zwischen trostlosen Wohnungskasernen vollführen sie Beschönigungsrituale, hilflose Beschwichtigungszeremonien und gefangen mittendrin: Tereska. Gefangen von der Macht ihrer überforderten, alkoholisch-euphorisiert-deprimierten, immer tiefer ins soziale Abseits schlitternden Eltern. Tereska wagt zaghaft mutig ihre ersten Schritte bedingungsloser Selbständigkeit, schafft die Aufnahme in eine Modeschneiderinnenschule um nur noch verwirrter dem alltäglichen Terror zu widerstehen. Schonungslos lernt Tereska von ihrer Kollegin Renata den brutalen Weg in eine kalte ...
  • DARESALAM

    Tschad in den siebziger Jahren. Ein Land, das im 20. Jahrhundert ausschließlich Kolonisation, zu selbstherrlicher Despotie entartete Freiheit, vage Träume demokratischer Rebellen und für den Großteil der Bevölkerung elendigliche Hilflosigkeit erlebte. Dörfliche Idylle, Erntezeit, Zeit der Zuversicht, zwei Bauernsöhne glauben noch, den Übergang vom Kind- zum Mannsein mit natürlicher unschuldiger Höflichkeit und vorsichtigen Träumen von zukünftigen Frauen spielend leicht erleben zu dürfen, aber jäh werden sie – von Soldaten brutal unterstützten und inszenierten Staatshäuptlingen – zum militanten ...

2002, Archiv

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